Die All Electric Society mitgestalten

0:000:00

Bild2
Bild: Wöhner GmbH & Co. KG

Elektrifizierung ist längst kein abstraktes Konzept, sondern ist in Unternehmensstrategien angekommen. Diese Realität können wir in vielen Branchen bereits wahrnehmen. In der Industrie und im Verkehr werden Verbrennungsprozesse durch strombasierte Verfahren ersetzt. In Gebäuden ersetzen Wärmepumpen Gasheizungen. Gleichzeitig wächst die Besorgnis: Laut derselben Studie befürchten 70 Prozent der befragten Führungskräfte, dass Deutschland im internationalen Rennen um eine elektrische Zukunft zurückfallen könnte. Das Tempo der Energiewende wird als zu langsam wahrgenommen, vor allem beim Netzausbau und der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien. Elektrifizierung steht hierbei für mehr als Klimapolitik. Es ist Industrie-, Standort- und Wettbewerbspolitik zugleich und trifft in Zeiten globaler Umbrüche einen Nerv.

Bild 2 | Mit zwei Modulbreiten lassen sich die meisten Reserveflächen zuverlässig abdecken.
Bild 2 | Mit zwei Modulbreiten lassen sich die meisten Reserveflächen zuverlässig abdecken. – Bild: Wöhner GmbH & Co. KG

Elektrifizierung der Wirtschaft: Zielbild

Das Konzept der All Electric Society beschreibt diesen Umbau als gesellschaftliche Transformation: Dekarbonisierung durch Elektrifizierung auf Basis erneuerbarer Energiequellen, Sektorenkopplung (etwa Industrie, Wärme und Verkehr zusammendenken) und intelligente Netzsteuerung. Das Ergebnis soll eine moderne, digitale und klimaneutrale Gesellschaft sein. Bestandteil davon sind der Ausbau von Rechenzentren, aber auch die Gewinnung erneuerbarer Energie, wie z.B. durch Wind- und Solarkraftanlagen. Erzeugungs- und Verteilstrukturen werden zunehmend dezentral und leistungsstärker. Es wird insgesamt mehr elektrische Energie benötigt, eingespeist und intelligent zum Verbraucher transportiert. Für die Elektroindustrie, insbesondere für Experten auf dem Gebiet der Energieverteillösungen wie Wöhner, entstehen dabei Herausforderungen. Der Bedarf nach leistungsstarken, modularen und gleichzeitig zuverlässigeren Lösungen wächst kontinuierlich.

Bild1
Bild: Wöhner GmbH & Co. KG

Die Anforderungen an Schaltanlagen wachsen

Nahe des Endverbrauchs hat dieser Trend für den Schaltschrankbau unmittelbare Konsequenzen. Energieverteilungen müssen höhere Stromstärken bewältigen und höhere Leistungsdichten erreichen. Gleichzeitig werden Konfigurationsänderungen häufiger – Anforderungen sind volatil, Erweiterungen kommen schneller. Der Zeitdruck auf die Installation und den laufenden Betrieb wachsen, während die Toleranz für Sicherheitsfehler aus guten Gründen zurückgeht. Wöhner begleitet diese Entwicklung bereits seit Jahrzehnten. Das Unternehmen passt sein Produktportfolio kontinuierlich an die wachsenden Anforderungen an – von Industrieanwendungen über intelligente Stromnetze bis zum Bau von Rechenzentren und dem Anschluss erneuerbarer Energien. Der Schlüssel liegt in einer bewährten Systemarchitektur: dem 60-Millimeter-Sammelschienensystem, das vor über 40 Jahren entwickelt wurde und sich zum Branchenstandard etabliert hat. Das 60Classic verkörpert diese Kontinuität. Es ist zweifach zertifiziert (nach IEC und UL 508A) und skaliert bis 2.800 Ampere. Es gibt 3-, 4- und 5-polige Varianten für unterschiedliche Netzanforderungen. Das Sammelschienensystem ist auf maximale Flexibilität, Wahlmöglichkeiten und kundenspezifische Anpassungen ausgelegt, sodass es in einer Vielzahl an Anwendungsfällen in der All Electric Society zum Einsatz kommt. Kontinuierliche Weiterentwicklung sichert, dass das System mit künftigen Anforderungen Schritt hält. Das System 60Classic wurde dafür konzipiert, maßgeschneiderte Lösungen zu ermöglichen. Die jüngste Produktinnovation legt bei der Sicherheit nach, ohne diese Flexibilität zu begrenzen.

Bild 1 | Das Modul ermöglicht es, Schienensysteme einfach, schnell und flexibel abzudecken - bei hoher Flexibilität im Systemaufbau.
Bild 1 | Das Modul ermöglicht es, Schienensysteme einfach, schnell und flexibel abzudecken – bei hoher Flexibilität im Systemaufbau. – Bild: Wöhner GmbH & Co. KG

Systemdesign als Lösung: Berührungsschutzmodul

Mit der steigenden Elektrifizierung von Wirtschaftsprozessen wachsen die Anforderungen an Energieverteilungen. Gleichzeitig müssen Sicherheitsstandards konsequent eingehalten werden und einer tendenziell größeren Anzahl an Akteuren in unterschiedlichen Situationen standhalten. Insbesondere der Berührungsschutz nach IP20, eine Kernanforderung im Schaltschrank, muss durchgängig gewährleistet bleiben. Das ist besonders relevant, wenn Anlagen später erweitert oder angepasst werden: Der Berührungsschutz innerhalb des Schaltschranks bleibt bestehen, ohne dass er jedes Mal neu hergestellt werden muss. Die Lösung beantwortet so eine praktische Herausforderung: Reserveflächen im Schaltschrank werden bisher mit Einzelabdeckungen versehen, die bei Bedarf aufwändig angepasst oder entfernt werden müssen. Das kostet Zeit und schafft Fehlerquellen – gerade wenn wiederholt oder unter Zeitdruck montiert wird. Das CrossLink Berührungsschutzmodul für das 60Classic von Wöhner zeigt eine neue Herangehensweise auf. Statt die Abdeckung nur als Schutzkomponente auszulegen, wird sie zur Montageebene. Das Modul gibt es in verschiedenen Breiten (54 und 100 Millimeter) – sowohl für Flach- als auch Profilschienen. Die entscheidende Innovation: Die Kontaktierungsfläche bleibt zugänglich. Das ergibt insgesamt zwei Nutzungszustände für denselben Bereich. Im unbestückten Zustand ist die Sammelschiene zuverlässig gegen direktes Berühren geschützt. Es erfüllt die IP20-Anforderung und bietet Schutz gegen Berührung mit Fingern und Fremdobjekten größer als zwölf Millimeter. Im bestückten Zustand können geeignete Komponenten direkt auf der Montageebene aufgerastet werden, ohne dass die Abdeckung entfernt oder zugeschnitten werden muss. Die Reservefläche wird damit bereits bei der Erstinstallation für eine spätere Nutzung vorbereitet. Zuschnittarbeiten und mechanische Anpassungen entfallen. Für Schaltschrankbauer und Betreiber, die mit wachsenden Anforderungen und dem Wunsch nach mehr Flexibilität arbeiten, schafft das Raum – nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich. Annika Zinke, Produktmanagerin bei Wöhner, sagt dazu: „Flexibilität spielt bei der innovativen Weiterentwicklung von Systemen und Komponenten eine große Rolle. Die Anforderungen steigen, während die Zeit zur Realisierung begrenzt ist. Die Schnelllebigkeit unserer Zeit fordert unseren Entwicklergeist immer wieder aufs Neue. Umso wichtiger ist es, Lösungen zu entwickeln, die dem Endanwender die notwendige Flexibilität bieten und gleichzeitig zuverlässig und sicher sind – wie das neue CrossLink Berührungsschutzmodul.“

Seiten: 1 2