
Der Digitale Produktpass (DPP) gewinnt für Unternehmen an Bedeutung, bei der Umsetzung stehen viele jedoch noch am Anfang. Nur knapp jedes fünfte befragte Unternehmen hat bislang konkrete Maßnahmen zur Einführung begonnen. Gleichzeitig sehen viele der Befragten noch Klärungsbedarf bei Standards, Datenstrukturen und den organisatorischen Rahmenbedingungen der Umsetzung. Das zeigen die Ergebnisse des 14. Deutschen Normungspanels, einer jährlichen Unternehmensbefragung von DIN und DKE mit mehr als 1.000 Unternehmen und Organisationen aus Industrie, Bauwirtschaft, Elektrotechnik, Dienstleistungen und weiteren Branchen.
Mit der europäischen Ökodesign-Verordnung und der Batterieverordnung wird der DPP schrittweise für immer mehr Produkte relevant. Er soll wichtige Produktinformationen, etwa zu Materialien, Herkunft oder Reparierbarkeit, künftig digital verfügbar machen. Die Ergebnisse zeigen, dass von 1.092 befragten Unternehmen und Organisationen bislang lediglich 201 konkrete Maßnahmen zur Einführung des DPP ergriffen haben.
Als zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einführung nennen die Befragten vor allem einheitliche Anforderungen, interoperable Systeme sowie gemeinsame Datenformate und Schnittstellen. Diese sind entscheidend, damit Informationen entlang internationaler Liefer- und Wertschöpfungsketten effizient und zuverlässig ausgetauscht werden können. Gleichzeitig sehen viele Unternehmen noch offene Fragen bei rechtlichen Rahmenbedingungen, Konformitätsanforderungen und der praktischen Integration des DPP in bestehende Prozesse.
Die Befragung zeigt, dass Unternehmen der Normung eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Digitalen Produktpasses zuschreiben. Gleichzeitig engagieren sich bislang nur rund 11% der Befragten aktiv in DPP-relevanten Normungsgremien – vor allem aus den Branchen Konsumgüter, Elektrotechnik und Baugewerbe, überwiegend auf nationaler (46%) und europäischer (39%) Ebene.


















