
Zwei von drei Maschinenbaufirmen kämpfen im täglichen Geschäft auch gegen Wettbewerbsprodukte, die wesentliche gesetzliche Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen. Gleichzeitig berichtet mehr als die Hälfte der Unternehmen von Auftragsverlusten gegenüber Anbietern, die durch geringere Sicherheitsstandards Preisvorteile erzielen. Viele dieser Produkte stammen ursprünglich aus China, aber auch aus anderen Ländern. Das sind zentrale Ergebnisse einer VDMA-Blitzumfrage zur Marktüberwachung, an der mehr als 400 Mitgliedsunternehmen aus knapp 20 Fachzweigen des Maschinen- und Anlagenbaus teilgenommen haben.
„Sicherheit darf kein Wettbewerbsnachteil sein. Unsere Unternehmen halten europäische Sicherheitsvorschriften ein und stecken erhebliche Ressourcen in sichere Maschinen. Sie dürfen nicht gegenüber Anbietern benachteiligt werden, die gesetzliche Anforderungen missachten und dadurch Kostenvorteile erzielen“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann (Bild). „Hier geht es auch um die Sicherheit von Menschen, die in den Fabriken mit diesen Maschinen täglich arbeiten müssen“, ergänzt er.
Die Unternehmen berichten laut Umfrage von zahlreichen Fällen mutmaßlich nicht konformer Maschinen. Genannt werden fehlende CE-Konformität durch fehlende Notabschaltungen, unzureichende elektrische Sicherheit oder mangelhafte Schutzeinrichtungen. Dies führt häufig zu konkreten Sicherheitsrisiken für Anwender, Betreiber oder Beschäftigte. Die Ergebnisse verdeutlichen aus Sicht des VDMA, dass die bestehenden Strukturen der Marktüberwachung nicht ausreichen, um unsichere Produkte wirksam vom europäischen Markt fernzuhalten.
Besonders kritisch bewertet der VDMA die Durchsetzung bestehender Vorschriften. Die meisten Unternehmen verzichten inzwischen darauf, bekannte Fälle unsicherer Maschinen bei den zuständigen Stellen zu melden. Denn dort, wo Meldungen erfolgten, wurden die eingeleiteten Maßnahmen häufig als wenig wirksam bewertet. Auch gerichtlich würde nur in sehr wenigen Fällen gegen diese Form des unfairen Wettbewerbs vorgegangen.
„Maschinensicherheit ist eine Erfolgsgeschichte. Europäische Sicherheitsvorschriften haben maßgeblich dazu beigetragen, Beschäftigte vor Unfällen zu schützen und Folgekosten für Unternehmen und Sozialversicherungssysteme zu verringern. Diese Erfolgsgeschichte muss durch eine wirksame Marktüberwachung abgesichert werden“, resümiert der VDMA-Hauptgeschäftsführer.
















