
Die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus setzen in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld weiter auf Forschung und Entwicklung (FuE) – auch an ihren Stammsitzen. Laut einer aktuellen Erhebung unter gut 400 VDMA-Mitgliedsfirmen rechnen 39% der Befragten für das Jahr 2026 mit steigenden FuE-Aufwendungen in Deutschland. Zugleich verlagern sich die Forschungsaktivitäten jedoch zunehmend ins Ausland: Mehr als 40% der Unternehmen forschen bereits außerhalb Deutschlands. Bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten sind es sogar neun von zehn Firmen, die auf Forschung im Ausland setzen. Insgesamt geben 69% an, dass ihre FuE-Aktivitäten jenseits der Grenzen ausgebaut werden. 40% der bereits international forschenden Unternehmen erwarten, dass ihr Auslandsanteil in den nächsten fünf Jahren um etwa 10 Prozentpunkte steigt; weitere knapp 40% der Befragten rechnen sogar mit einem noch stärkeren Zuwachs.
„Das ist ein klares Alarmsignal für den Industriestandort Deutschland – auch weil wir mit 190.000 Ingenieuren wichtigster Wertschöpfungspartner für neue Produkte und Prozesse der Wirtschaft sind“, sagt der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen (Bild). Der Maschinenbau investiert zwar auch unter schwierigen Bedingungen in seine Zukunftsfähigkeit am Stammsitz. Diese zusätzlichen Mittel fließen vor allem in neue Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Wo FuE-Aufwendungen sinken, nennen die Unternehmen jedoch vor allem Umsatzrückgänge und hohe Standortkosten als Gründe. „Innovation findet nicht im luftleeren Raum statt. Eine angespannte Ergebnissituation und strukturelle Standortnachteile begrenzen den finanziellen Spielraum auch für Zukunftsinvestitionen“, betont Rauen. „Deutschland steht am Scheideweg: Wer den Industriestandort und Hightech hierzulande sichern will, muss jetzt die Voraussetzungen für Investitionen und Innovationen schaffen.“















