
Normung lebt von Beteiligung – auch von Fachleuten, die nicht Teil eines Normungsgremiums sind. Darauf wies die vom VDE getragene DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) anlässlich des Weltnormentages am 14. Oktober hin. „Der wichtigste Moment einer Norm ist der, in dem sie noch keine ist“, sagt Michael Teigeler (Bild), Geschäftsführer Internationales der DKE. „Denn Erfahrungen, Fachwissen und mögliche Einwände aus der Praxis sollen einbezogen werden, bevor aus dem Entwurf eine verbindliche Grundlage wird.“
Teigeler rief daher zur Beteiligung auf, zum Beispiel im Rahmen der öffentlichen Kommentierungsphase. Jeder Norm-Entwurf wird veröffentlicht und kann von der Fachöffentlichkeit eingesehen werden. Wer Verbesserungspotenzial erkennt, kann eine technisch begründete Stellungnahme einreichen – unabhängig davon, ob man zum Beispiel Mitglied eines Normungsgremiums ist. Stellungnahmen werden anhand ihrer technischen Argumentation bewertet. „Entscheidend ist nicht, wer einen Vorschlag einreicht, sondern welchen fachlichen Mehrwert dieser bietet“, sagt Teigeler. Jeder Kommentar und jede Stellungnahme werde geprüft – ein transparentes und anspruchsvolles Verfahren. „Diese Offenheit ist kein Nebenaspekt des Verfahrens“, sagt Teigeler. „Sie ist eine seiner wichtigsten Stärken.“
In der Praxis läuft das so ab: Neue Norm-Entwürfe werden im Norm-Entwurfs-Portal veröffentlicht. In der Regel sind dann vier Monate Zeit, um Stellungnahmen einzureichen. Diese sollten konkret formuliert und technisch nachvollziehbar begründet sein. Im Anschluss werden die Kommentare im zuständigen Gremium der DKE erörtert – dort, wo auch die Norm erarbeitet wird. Insgesamt engagieren sich dort rund 10.000 ehrenamtliche Fachleute aus Unternehmen, Hochschulen, Behörden, Verbänden, Instituten und vielen weiteren interessierten Kreisen.

















