Welche Prüfungen und Verfahren deckt das Prüflabor ab – und welche Bereiche stehen im Fokus?
Das Prüflabor von Emka deckt mit insgesamt 19 Testverfahren ein breites Spektrum ab, das sich in vier zentrale Kategorien gliedert: Umweltsimulationsprüfungen, technische Tests, Werkstoffanalysen sowie Lebensdauerprüfungen. Damit lassen sich nahezu alle Belastungen simulieren, denen Verschlüsse, Scharniere oder Dichtungen in der Realität ausgesetzt sind. Im Bereich der Umweltsimulation prüft das Labor, wie Bauteile auf Feuchtigkeit und Temperaturwechsel reagieren und, ob sie staub- und wasserundurchlässig sind. Dafür stehen eine Klimakammer und ein Ofen, eine Salzsprühnebelanlage zur Korrosionsprüfung sowie Anlagen für IP-Schutzarttests zur Verfügung. So wird mithilfe der Staubtestkammer nach DIN EN60529 getestet, ob Komponenten und Produkte der Schutzart IP5X (staubgeschützt) oder IP6X (staubdicht) entsprechen. Ergänzt wird dieser Bereich durch eine Schwing- und Vibrationsanlage, mit der sich dynamische mechanische Belastungen realitätsnah simulieren lassen. Die technischen Tests umfassen unter anderem Zug- und Druckprüfungen sowie Drehmomentmessungen. Damit wird ermittelt, welche Kräfte ein Produkt sicher aufnehmen kann und mit welchem Anzugsmoment es montiert werden muss. In weiteren Test wird die axiale Belastung von Metalleinsätzen geprüft; auch führen wir Härteprüfungen an Elastomeren durch. Diese Prüfungen liefern wichtige Kennwerte für Entwicklung, Montage und Anwendung unserer Produkte. Für die Werkstoffanalyse nutzt das Labor Spektralanalysen, um beispielsweise die Legierungszusammensetzung von Metallen zu bestimmen und die Einhaltung der normativen Materialgrenzen zu überprüfen. Auch führen wir Materialanalysen von Elastomeren durch. Ein zentrales Element sind außerdem die Lebensdauerprüfungen, bei denen Öffnungs-, Schließ- und Belastungszyklen simuliert werden, zum Teil auch in komplexen Bewegungsabläufen. Für besonders anspruchsvolle Szenarien kommt ein programmierbarer Prüfroboter zum Einsatz, der jeden Bewegungsprozess exakt nachbilden kann. Durch die Kombination aus standardisierten Normprüfungen und eigens entwickelten Testverfahren entsteht ein umfangreiches Prüfportfolio für zahlreiche Anwendungs- und Einsatzfälle, das die Qualität langfristig absichert.
Wie läuft ein Prüfprozess typischerweise ab?
Ein Prüfprozess beginnt immer mit einem klar definierten Auftrag aus der Entwicklung, dem Vertrieb oder der Qualitätssicherung. Die Prüflinge werden im System erfasst. Anschließend durchlaufen sie die vorgesehenen Prüfungen – von Klima- und Korrosionstests bis hin zu mechanischen Belastungs- oder Lebensdauersimulationen. Alle Beobachtungen, Messwerte und Auffälligkeiten werden dokumentiert und dem Auftraggeber in Form eines strukturierten Prüfberichts oder eines Werkszeugnisses zur Verfügung gestellt. Je nach Art und Umfang der Prüfungen kann dieser Prozess wenige Tage oder mehrere Wochen dauern, beispielsweise bei einer Salzsprühnebelprüfung über 480 Stunden.
Können auch externe Unternehmen das Prüflabor nutzen?
Ja. Externe Unternehmen können ebenfalls auf die Expertise unseres Labors zugreifen. Häufig betrifft das Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartner, die keine eigenen Prüfmöglichkeiten haben und beispielsweise IP-Schutzarttests, Klimaprüfungen oder Festigkeitsnachweise benötigen. Mit den umfassenden Test- und Prüfdienstleistungen unterstützt das Labor dabei, branchenspezifische Standards einzuhalten und Produkte gezielt zu optimieren. Alle Prüfungen werden durch unser qualifiziertes Laborteam durchgeführt – streng vertraulich, unabhängig und nach den hohen Anforderungen der Akkreditierung.















