
Auch Martin Koch und Fabian Wolf von Schneider Electric kennen solche alltäglichen Situationen, wenn es um Schaltschränke geht. Während Koch Experte für das Innere des Schaltschranks ist, befasst sich Wolf als Experte für Befehls- und Meldegeräte mit den äußeren Merkmalen, wie Drucktastern oder Signalleuchten. Damit diese Dinge auch einwandfrei funktionieren, müssen Verdrahtungen im Inneren stimmen und vor Vibrationen, die im Betrieb entstehen, geschützt sein. Das kostet aber wertvolle Zeit. „Bis zu 30 Sekunden für das Festschrauben von einem Draht sind stellenweise notwendig, und dann muss noch geprüft werden, ob das Ganze auch den Erschütterungen im Betrieb standhält“, erklärt Martin Koch, Senior Offer Manager bei Schneider Electric.

Verdrahtung mit Snap In
Aus diesem Grund kommt in der TeSys Deca Baureihe die sogenannte Snap-In-Technik von Weidmüller zum Einsatz. Koch erklärt: „Hinter dem Namen verbirgt sich ein federbasiertes Klemmsystem zum Verdrahten von Motorschutzschaltern und Schützen. Dabei entsteht die Verbindung durch ein gut hörbares Klicken. Daher auch der Name Snap In, also eine Art ‚Fingerschnippen‘. Damit wird auch gleich auf eine weitere Funktion verwiesen, nämlich die einfache Bedienbarkeit. So simpel, wie es ist, mit den Fingern zu schnippen, so ist es auch mit dem Anschluss. Der Leiter – übrigens für alle Leiterarten möglich, egal ob diese mit oder ohne Aderendhülse, starr oder ultraschallverdichtet sind – wird in die vorgesehene Öffnung gesteckt. Klick. Mit diesem akustischen Signal bekommt der Anwender direkt ein Feedback, dass der Leiter korrekt angeschlossen wurde. Zusätzlich wird ein haptisches Signal in Form einer Vibration ausgelöst. „Somit sind falsche Verdrahtungen nahezu unmöglich, und auch ein enormer Zeitgewinn geht damit einher.“ Diese neue Technik baut auf bestehenden Anschlusssystemen wie Federzug- und Push-in-Klemmen auf, die sich in der Praxis bereits vielfach bewährt haben. TeSys Deca Snap In geht einen Schritt weiter: Die verbaute Anschlussart kombiniert die werkzeuglose Installation mit einer akustischen und haptischen Rückmeldung sowie der Möglichkeit, alle Leiterarten direkt anzuschließen – und schafft damit zusätzliche Sicherheit und Zeitersparnis im Schaltschrankbau.
Sekundenschneller Anschluss, Ready-to-Robot
Ganz ohne Werkzeug geht es aber nicht. „Für das Entfernen der Leiter wird ein 2,5mm breiter Schraubendreher verwendet. Dennoch ist beispielsweise eine Überprüfung, ob ein Kontaktschluss korrekt ist, bei TeSys Deca Snap In sehr einfach. Wie eingangs erwähnt, dauert ein herkömmlicher Anschluss bis zu 30 Sekunden. Dank der Snap-In-Technologie von Weidmüller erfolgt der Anschluss von TeSys Deca Motorschutzschaltern und Schützen innerhalb von zwei Sekunden. „Auch vor Vibrationen im Betrieb ist das federbasierte Klemmsystem geschützt, da die verwendeten Federn so stark anziehen, dass sich die Kontakte nicht lösen können“, erläutert Koch. Die Snap-In-Technologie wurde mit Blick auf eine automatisierte Zukunft entwickelt. TeSys Deca Snap-In-Produkte sind somit laut Hersteller die erste vollautomatisch verdrahtbare Schütztechnik, die sich beispielsweise mithilfe der Lexium-Cobot-Roboterarme aus gleichem Haus anschließen lässt. Doch Innovation endet nicht beim Anschluss im Schaltschrank: Sie beginnt schon an dem Teil, das als Erstes ins Auge fällt – dem Drucktaster. Diese kleinen Knöpfe bewältigen täglich unzählige Betätigungen und sollen dabei eindeutig, robust und schnell zu montieren sein. Das breite Sortiment der Harmony-Reihe sorgt auch im Bereich der Befehls- und Meldegeräte für fortschrittliche Lösungen. Welche Besonderheiten es dabei gibt, weiß Fabian Wolf, Produktmanager Core DACH (Befehls- und Meldegeräte) bei Schneider Electric. „In der Harmony-Serie gibt es drei Bereiche, die für Schaltschrankbauer interessant sind: Control, Relays und Signaling. Im Vergleich zur Investition einer Maschine sind Drucktaster finanziell oft nicht wirklich relevant, allerdings haben sie eine tragende Rolle. Wenn der Schalter ausfällt, wirkt sich das auf den gesamten Betriebsablauf der Maschine aus. Deshalb ist ein wichtiges Kriterium die Robustheit“, erläutert Wolf.

Individuelle Drucktaster für spezielle Anforderungen
Die Drucktaster erfüllen internationale Richtlinien, weisen hohe Schutzarten auf und können bei extremen Temperaturen im Bereich von -40 bis +70°C eingesetzt werden. Je nach Bedarf sind sie in Metall- oder Kunststoffausführung erhältlich. Wolf verweist auf die individuelle Anpassungsgsmöglichkeit: „Bereits ab einer Stückzahl von 1 können Kunden die Drucktaster mit einem eigenen Design zu versehen. Das funktioniert ganz einfach online mit einem Konfigurator“. Eine weitere Besonderheit stellt die Push-In-Klemme dar, bei der es möglich wird, werkzeuglos zu verdrahten. Ähnlich dem System, welches oben bereits von Martin Koch beschrieben wurde. Wolf weist noch auf eine weitere Besonderheit hin: „Der Kontaktblock beim Drucktaster ist noch kürzer in der Tiefe, und so nimmt er weniger Raum ein. Damit reduzieren wir die Höhe hinter dem Panel um bis zu 37 Prozent.“



















