KMU in der Kostenfalle

PwC Maschinenbaubarometer
Bild: PwC PricewaterhouseCoopers AG

Insgesamt kippt die Stimmung weiter ins Negative. Nur eins von zehn Unternehmen blickt noch optimistisch auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, nachdem es zu Jahresbeginn noch mehr als jedes vierte war. Der Optimismus hat sich damit binnen drei Monaten mehr als halbiert. Das geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland hervor, für das vierteljährlich 150 Führungskräfte der Branche befragt werden. Die Erwartungen haben sich auf ganzer Linie verschlechtert. Für die Gesamtbranche rechnen die befragten Führungskräfte mit einem Umsatzrückgang von -3,6%, nach -0,7% im Vorquartal. Auch die Erwartungen der Entscheider an das eigene Geschäft rutscht wieder ins Minus, -1,6% nach einem Plus von 2,2% zu Jahresbeginn. Auch die Außenwirtschaft bietet wenig Anlass zur Euphorie: Nur noch 22% der Befragten sind mit Blick auf die globale Konjunktur optimistisch gestimmt; 41% erwarten eine Verschlechterung. Für eine exportorientierte Branche ist das ein fatales Signal. Den Iran-Krieg bewerten inzwischen rund zwei von drei Unternehmen als relevantes Konjunkturrisiko. Die ohnehin angespannte Lage an den Märkten für Energie und Rohstoffe verschärft sich weiter.

Im Zentrum der Belastung steht der Kostendruck. Mit 88% bleibt er das größte Wachstumshindernis der Branche und hat sich gegenüber dem Vorquartal in der Wahrnehmung der befragten Entscheider weiter verschärft. Mehr als die Hälfte von ihnen kalkuliert im kommenden Quartal mit weiter steigenden Gesamtkosten. Inzwischen zeigt sich auch: die Gegenmittel erscheinen zunehmend ausgereizt. Lediglich ein Drittel der Unternehmen reagiert mit steigenden Verkaufspreisen, während. Angesichts der schwachen Nachfrage fehlt schlicht die Marktmacht, höhere Kosten an die Kunden weiterzugeben. Diese Situation drückt unmittelbar auf die Erträge. Entsprechend erwarten 29% der Unternehmen sinkende Margen, nur 10% rechnen mit einer Verbesserung.

Die Produktivität ist ebenfalls in der Krise, wie ein Blick auf die durchschnittliche Kapazitätsauslastung im Maschinen- und Anlagenbau zeigt. Sie beläuft sich auf 79,9% im Schnitt und erreicht damit den tiefsten Stand seit der Corona-Pandemie. Jedes dritte Unternehmen arbeitet inzwischen sogar unterhalb dieses Durchschnittswerts, lediglich rund jedes fünfte ist noch voll ausgelastet. Die Frage ist überlebenswichtig und beeinflusst die Zukunftsaussichten signifikant. Während gut ausgelastete Unternehmen für das eigene Geschäft noch ein Umsatzplus von 4,0% erwarten, rechnen schwach ausgelastete Betriebe mit einem Einbruch von 6,7%. Kleine Unternehmen fahren zudem häufiger ihre Investitionen stärker zurück als große (34% vs. 25%) und haben weniger Möglichkeiten, Kosten zu senken (6% vs. 25%).