Schaltschrankbeschriftung und Betriebsmittelkennzeichnung sind laut Brother-Produktmanager Jakob Ems die „Sprache der Anlage“ und Grundvoraussetzung für Sicherheit, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit. Sie ermöglichen eindeutige Identifikation von Komponenten, normkonforme Dokumentation, schnelle Inbetriebnahme sowie sichere Wartung und Instandhaltung.
Gekennzeichnet werden sollten u. a. Leiter und Kabel, Relais, Sicherungen und Schutzschalter, Gerätebaugruppen sowie Anschlussstellen. Während es im Gebäudebereich vor allem um Übersicht und langfristige Wartbarkeit (klar lesbare Stromkreis- und Verteilerkennzeichnung) geht, steht im Maschinen- und Anlagenbau eine strukturierte Kennzeichnung nach Ort, Funktion und Produktaspekt im Vordergrund. Wichtige Normen sind insbesondere DIN EN IEC 81346 sowie u. a. DIN EN 60204-1 (Maschinen) und DIN EN 61439 (Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen).
Bei Druckverfahren und Materialien gibt es deutliche Qualitätsunterschiede: Für langlebige, robuste Kennzeichnungen im Schaltschrank ist Thermotransferdruck meist geeigneter als Thermodirekt. Je nach Einsatzumgebung kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz – z. B. Klebeetiketten, Schrumpfschläuche, Fähnchenetiketten oder extra stark klebende Bänder für raue Oberflächen und Outdoor. Entscheidend ist, das Verbrauchsmaterial an Temperatur, UV, Öl, Chemikalien und Untergrundhaftung anzupassen, da unleserliche oder schlecht haftende Etiketten später hohe Risiken und Kosten verursachen.
Bei den Drucklösungen eignen sich stationäre Geräte für hohe Stückzahlen in der Werkstatt, mobile Drucker für Montage, Service und Nachkennzeichnung vor Ort – als Alternative zu fehleranfälligen handschriftlichen Lösungen. Als neue mobile Lösung nennt Brother die kompakte, appgesteuerte Cube-Pro-Serie (P-touch-e27-BT bis 24 mm, P-touch-e29-BT bis 36 mm), die verschiedene Bandtypen wie Fähnchen- und Flexi-Tapes sowie extra stark klebende Bänder unterstützt.
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Schaltschrankbeschriftung und Betriebsmittelkennzeichnung
Die Sprache der Anlage
Die richtige Schaltschrankbeschriftung und Betriebsmittelkennzeichnung ist entscheidend, wenn es darum geht, technische Anlagen fachgerecht zu erstellen und anschließend zuverlässig und sicher zu betreiben und instandzuhalten. Im Podcast informiert Jakob Ems, Produktmanager bei der Firma Brother, über allgemeine Grundsätze auf diesem Gebiet, die relevanten Vorschriften und Normen, wichtige Aspekte bei der Auswahl von Geräten und Verbrauchsmaterial sowie die jüngsten Entwicklungen bei mobilen Druckern und Bediensoftware. Die nachfolgende Niederschrift ist eine gekürzte Version des Podcasts.
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Jakob Ems: „Der Vorteil bei den mobilen Beschriftungslösungen ist, dass diese bei der direkten Montage vor Ort eingesetzt werden können.“
– Bild: Brother International GmbH
Herr Ems, welche Bedeutung hat die Schaltschrankbeschriftung und Betriebsmittelkennzeichnung im Schaltschrankbau?
Jakob Ems: Die Schaltschrankbeschriftung dient der eindeutigen Identifikation von Komponenten. Es ist also nicht einfach nur ein Nice-to-Have, sondern die Grundvoraussetzung für Sicherheit, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit des Schaltschranks. Sie ermöglicht die normkonforme Dokumentation, schnelle Inbetriebnahme sowie eine sichere Instandhaltung – ist also gewissermaßen die Sprache der Anlage.
Die neuen Geräte wie das PT-E920BT kommen ohne Tastatur oder Display aus, die Bedienung erfolgt mit der Pro Label Tool App vom Smartphone oder vom Tablet aus. – Bild: Brother International GmbH
Welche Betriebsmittel müssen denn eigentlich gekennzeichnet werden, und gibt es Unterschiede bei der Kennzeichnung etwa von Installationsverteilern im Gebäude und Schalt- und Steuerschränken z.B. für den Maschinen- und Anlagenbau?
Zunächst einmal zu der Frage, welche Betriebsmittel generell gekennzeichnet werden sollten: vor allem natürlich die verschiedenen Leiter, Kabel, Relais, Sicherungen und Schutzschalter, oder auch Gerätebaugruppen und Anschlussstellen. Wenn wir uns das Ganze nun einmal etwas näher im Hinblick auf den Unterschied zwischen Gebäudeschaltschränken und Maschinenschaltschränken anschauen: Bei Gebäuden geht es mehr um Übersicht und Wartung, also dass Stromkreise, Sicherungen und Verteilerfelder markiert sind. Sowohl zum Zeitpunkt der Errichtung des Schaltschranks als auch für die Wartung zig Jahre später muss eine klare Schrift vorhanden sein, damit der Instandhalter auch tatsächlich einen Plan davon hat, was damals das Konzept der verschiedenen Stromkreise, Sicherungen und Co. war. Bei Maschinen hingegen ist es ein wenig anders. Hier geht es mehr um Kennzeichnungen nach einer gewissen Struktur, also Ort, Funktion und Produktaspekt. Dementsprechend könnte man zusammenfassend sagen: Während es im Gebäude um eine Art Zuordnung geht, stehen im Maschinenbau mehr die funktionalen Aspekte im Vordergrund.
Zudem bietet Brother Geräte mit integrierter Tastatur an. – Bild: Brother International GmbH
Nun gibt es doch bestimmt zahlreiche Normen und Vorschriften, die bei der Kennzeichnung zum Tragen kommen. Welche sind das im Wesentlichen?
Aus meiner Sicht ist die wichtigste Norm die DIN EN IEC81346. Das ist eine Norm für die Strukturierung und Kennzeichnung von technischen Systemen, Anlagen und Produkten. Und dann gibt es noch weitere Vorschriften wie die DIN EN60204-1 für die elektrische Ausrüstung von Maschinen oder auch die DIN EN61439 für Niederspannungs- und Schaltgerätekombinationen. Im Wesentlichen geht es darum, dass durch die DIN-Normen eine klar festgelegte Struktur vorliegt, damit im Nachhinein auch über einen längeren Zeitraum hinweg eindeutig lesbar ist, was genau beschriftet wurde und was genau gemeint ist mit der Beschriftung.
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