
„Hier dürfte dabei nicht zuletzt der stärker gewordene Euro die Entwicklung der Einfuhrvolumina weiter begünstigt haben“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. In den gesamten ersten fünf Monaten dieses Jahres beliefen sich die aggregierten Branchenexporte auf 105,7Mrd.€ (+2,2% gegenüber Vorjahr). Die Einfuhren erreichten im gleichen Zeitraum 111,8Mrd.€ (+7,2%). „Mit kumulierten 6,1Mrd.€ von Januar bis Mai hat sich das sektorspezifische Handelsbilanzdefizit bis zuletzt zwar sukzessive ausgeweitet, es bleibt letztlich aber noch überschaubar“, so Gontermann.
Die deutschen Elektroexporte in die Industrieländer zogen im Mai 2025 um 7,2% gegenüber Vorjahr auf 12,9Mrd.€ an. Einen besonders hohen Anstieg verzeichneten hier die Lieferungen nach Taiwan, die sprunghaft um 45,4% auf 319Mio.€ anstiegen. Ebenfalls zweistellig wuchsen die Branchenlieferungen nach Spanien (+23,3% auf 790Mio.€), in die Schweiz (+17% auf 693Mio.€) und nach Dänemark (+11,5% auf 285Mio.€).
Auch die Elektroexporte nach Belgien (+9,2% auf 447Mio.€), Österreich (+9,1% auf 815Mio.€), Italien (+9% auf 888Mio.€), UK (+8,6% auf 778Mio.€), Frankreich (+ 3,1 % auf 1,1Mrd.€), Tschechien (+2,1% auf 812Mio.€), in die Niederlande (+2,1% auf 1,2Mrd.€) und nach Schweden (+1,3% auf 400Mio.€) konnten ihre Vorjahreswerte im Mai – teils deutlich – übertreffen.
Dagegen reduzierten sich die Exporte sowohl nach Japan (-0,5% auf 216Mio.€) als auch in die USA (-0,8% auf 2Mrd.€) leicht. Bei den Lieferungen nach Südkorea war das Minus mit 3,9% auf 273Mio.€ deutlicher.
„Bedenkt man die kaum mehr kalkulierbare US-Zollpolitik, so darf der nicht einmal einprozentige Rückgang der deutschen Elektroausfuhren in die USA im Mai wohl als recht moderat eingestuft werden, zumal die gleichzeitige Schwäche des Dollars ja noch hinzukommt“, sagte Gontermann.
Zusammengenommen von Januar bis Mai dieses Jahres stiegen die Branchenexporte in die Industrieländer auf 69,6Mrd.€ (+4,4% zum Vorjahr). Im US-Geschäft gab es hier noch ein Wachstum von 3,9%. In die Schwellenländer lieferte die deutsche Elektro- und Digitalindustrie im Mai 2025 Waren im Wert von 7Mrd.€ – ein Plus von 4,7% zum entsprechenden Vorjahresmonat.
„Der Zuwachs fiel im Vergleich zum Anstieg des Geschäfts mit den Industrieländern geringer aus, weil vor allem die Exporte nach China auch im Mai weiter schwach blieben“, so Gontermann. Sie fielen hier um 4,1% auf 2Mrd.€. Die Ausfuhren nach Polen (+21,2% auf 1Mrd.€) und Südafrika (+20,5% auf 159Mio.€) stiegen kräftig. Auch die Lieferungen nach Rumänien (+10,1% auf 454Mio.€) und Ungarn (+7,9% auf 632Mio.€) erzielten im Mai deutliche Zuwächse. Die Exporte nach Thailand (+3,1% auf 94Mio.€), Mexiko (+2% auf 282Mio.€), Indien (+1,7% auf 256Mio.€), Malaysia (+0,8% auf 196Mio.€) und Brasilien (+0,5% auf 141Mio.€) rückten moderater vor.
Dagegen lagen die Branchenlieferungen in die Türkei – wie jene nach China – unter ihrem Vorjahreswert (-5,4% auf 320Mio.€). In den ersten fünf Monaten dieses Jahres summierten sich die Ausfuhren in die Schwellenländer auf 36,1Mrd.€ – ein Rückgang von 1,8% gegenüber Vorjahr.

















