
Der Maschinen- und Anlagenbau in Baden-Württemberg steht weiterhin vor großen Herausforderungen. Vor allem die anhaltenden Unsicherheiten im internationalen Handel belasten die stark exportorientierte Branche spürbar. Hauptursachen sind die protektionistische Zollpolitik der USA und die weiteren geopolitischen Konflikte. „Diese Faktoren beeinträchtigen die Investitionsbereitschaft und die Planungssicherheit der Unternehmen. Aber auch struktureller Ballast in Form von Überregulierung und zu hoher Kostenbelastung wirken wie eine angezogene Handbremse auf die Wachstumschancen“, kommentiert Dr. Mathias Kammüller, Vorsitzender des VDMA Baden-Württemberg.
Die Bilanz für das laufende Halbjahr fällt für den Maschinen- und Anlagenbau in BadenWürttemberg ernüchternd aus. Die Auftragseingänge sind in den ersten acht Monaten des Jahres im Vergleich zum bereits schwachen Vorjahreszeitraum real um 4% zurückgegangen. Im Inlandsgeschäft deutet ein leichtes Minus von einem Prozent darauf hin, dass zumindest die Talsohle erreicht ist. Es fehlt jedoch weiterhin an klaren Wachstumsimpulsen, sodass sich eine mögliche Erholung nur äußert zögerlich vollziehen dürfte. Auf den Auslandsmärkten wurde hingegen ein Auftragsrückgang von 5% verzeichnet. Nach dem Jahreswechsel hatte sich zwar zunächst ein positiver Trend angedeutet, jedoch kam es infolge der US-Zölle zu einem starken Rückgang der Orders allein aus den Nicht-Euro-Ländern in Höhe von 11%.
Nur rund ein Drittel der Unternehmen rechnet nach dem dritten Quartal mit einer nominalen Umsatzsteigerung im laufenden Jahr – und das meist im niedrigen einstelligen Bereich. Weitere 28% erwarten zumindest eine Stagnation. Auf Basis dieser Einschätzungen dürfte der Maschinenbauumsatz 2025 in Baden-Württemberg bereits im zweiten Jahr in Folge sinken und mit rund 80Mrd.€ 5% nominal unter dem Vorjahresergebnis liegen. Für 2026 zeigt sich ein verhaltener Optimismus: 55% der Betriebe rechnen mit einem Umsatzplus, nur noch jeder zehnte mit einem Rückgang. Auch Frühindikatoren wie eine Belebung des Ersatzteilgeschäfts deuten darauf hin, dass sich der Markt nach dem Jahreswechsel langsam erholen könnte.

















