
Der Stromsektor befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der Marktprozesse und die Anforderungen an digitale Infrastrukturen grundlegend verändert. Dezentrale Anlagen, flexible Verbraucher, digitale Dienste und neue Marktrollen müssen in Markt- und Netzprozesse eingebunden werden. Die heute von der Dena – Deutsche Energie-Agentur veröffentlichte Studie ‚Zukunftsfähiger Datenaustausch über den Energiedatenraum – Konzept, Umsetzung und Bewertung am Anwendungsfall variabler Stromnetzentgelte‘ zeigt ein Leitbild und Transformationspfad bis zum Regelbetrieb einer föderierten digitalen Infrastruktur für den effizienten, interoperablen und souveränen Datenaustausch. Die Studie wurde im Auftrag der Dena durch C.Con Management Consulting und das Fraunhofer IEE erstellt.
Corinna Enders (Bild), Vorsitzende der Geschäftsleitung der Dena, sagt: „Datenaustausch im Energiesystem ist eine Voraussetzung für Versorgungssicherheit, Wettbewerb und Innovation. Mit dem Leitbild des Energiedatenraums 2032 zeigt unsere Studie erstmals einen konkreten Entwicklungspfad auf. Was es jetzt braucht, ist eine gemeinsame strategische Richtungsentscheidung von Politik und Branche und den Weg in Richtung operative Umsetzung. Wichtig ist dabei eine tragfähige Anreiz- und Finanzierungslogik für Übergang und langfristigen Betrieb“.
Philipp Richard, Bereichsleiter Digitale Technologien & Start-up Ökosystem der dena, erläutert: „Die Überführung zentraler Datenaustausch- und Prozessmechanismen in eine datenraumgestützte, föderierte und skalierungsfähige Infrastruktur ist ein komplexes Transformationsvorhaben. Der Übergang erfolgt daher nicht in einem Schritt. Der Transformationspfad in der Studie skizziert kontrollierte Erprobung, Parallelbetrieb, selektive Migration und belastbare Freigaben, um die Stabilität des Markt- und Netzbetriebs nicht zu gefährden.“
Der zukünftige Energiedatenraum 2032 verändert, wie Daten im Energiesystem bereitgestellt, genutzt und betrieblich eingebunden werden. Er organisiert Datenaustausch stärker über gemeinsame Regeln, Standards, Schnittstellen und Dienste. Daten werden so für berechtigte Marktakteure besser nutzbar, ohne Zuständigkeiten und Datenhoheit aufzugeben. Verantwortliche Akteure behalten die Kontrolle über und die Verantwortung für ihre Daten.

















