Schnittstellen für alle Fälle: von Fremdgeräten bis zur Strompreisbörse

GridVis bietet mehr als eine reine Visualisierung. Die Daten lassen sich beliebig filtern und in Form von Sankey-Diagrammen, Heatmaps, Einlinien-, Säulen- und Kuchendiagrammen darstellen: beispielsweise die Lastverteilung fossiler und erneuerbarer Energien und ihre Zuordnung zu einzelnen Endverbrauchern. Die Software bietet aber noch viel mehr. So zeigt ein Lastdreieck den Ist-Wert und diverse Prognose-Kennlinien. Sie dienen als Entscheidungshilfe für das Ab- und Zuschalten von Verbrauchern, um teure Lastspitzen zu vermeiden. Eine Eco-Auswertung in Verbindung mit der eingesetzten SPS für das Lastmanagement zeigt die Energieflüsse von bezogener und selbst erzeugter Energie an und macht so den aktuellen Autarkiegrad sichtbar. Eine Besonderheit, die nicht jedes vergleichbare System beherrscht, ist eine in der SPS realisierte API-Schnittstelle, welche die Börsenpreise für den nächsten Tag zur Verfügung stellt. Die Informationen kommen von den Strompreisbörsen Epex Spot bzw. EEX Leipzig, deren Daten über den Dienstleister Awattar vermittelt werden. Sie dienen als Basis für Entscheidungen, ob etwa Strom besser verkauft oder gespeichert werden soll. Derzeit wird diese Option noch nicht genutzt, ist aber für die nähere Zukunft geplant. Ein weiteres Merkmal ist eine Bildmaske für die Regelschemata des BHKW und des PV-Parks. Sie zeigt den Zustand der Anlage und eine Rückspeise-Leistungs-Überwachung. Dazu kommen viele weitere Optionen, wie ein Berichtseditor, um eigene Leistungsdaten detaillierter zu analysieren und zu präsentieren, eine Maske für Alarme, Benutzerverwaltung usw. Auch spezielle Kundenwünsche lassen sich realisieren. So zeigt eine Maske den Status der Wechselrichter für die PV-Anlage an und löst bei Bedarf einen Wartungsalarm aus. Müller lobt das System: „Die GridVis ist sehr übersichtlich und frei konfigurierbar, sodass man sie auf seine Bedürfnisse zuschneiden kann. Außerdem ist sie skalierbar. Wir werden weiter in erneuerbare Energien investieren, das können wir dann problemlos einbauen.“

Daten gewinnbringend nutzen

Müller will die teils beachtlichen Erträge aus dem PV-Park bestmöglich nutzen: „Es geht nicht um Energieverkauf, sondern um eine energieoptimierte Fahrweise. Wir streben unter der Woche einen Eigennutzungsgrad von rund 75 Prozent an. Auch dabei wird uns die GridVis helfen.“ Energiespeicher sind bereits in Planung, aber es gibt auch organisatorische Möglichkeiten, um die selbsterzeugte Energie möglichst gut zu nutzen. Schaffgans erläutert: „Zusätzlich zur reinen Produktion fallen vielen Nebenarbeiten an, wie kleinere Reparaturen. Diese planen wir so, dass die Produktionszeiten in der Zeit von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr liegen. So können wir den PV-Strom möglichst vollumfänglich nutzen. Das öffentliche Netz unterstützt zu solchen Zeiten nur noch, ist aber als Puffer wichtig, um die Lastsprünge aufzufangen, die durch Start- oder Not-Aus-Prozesse entstehen. Zukünftig ist geplant mit neuer Steuerung und neuen Umrichtern automatisierte Rezepte in der Produktion zu fahren. Schaffgans erläutert: „Dann starten wir nicht mehr die Anlage und stellen die Produktion ein, sondern wir haben Rezepte. Die Anlage wird starten, hochlaufen, und z. B die Drehzahlen sowie die Produktionsleistung einstellen. So können auch ungeübte Anlagenfahrer sofort produzieren. Man muss ihnen nur noch die richtigen Informationen geben, damit sie nachjustieren können, um Verschleiß und Material zu berücksichtigen. Dazu brauchen sie passend aufbereitete Daten. Auch das steigert die Effizienz, d. h. den Energieeinsatz pro Tonne.“ Dazu Müllers: „Auch da kann Janitza unterstützen, weil wir dann nicht mehr nur auf Energie fokussiert sind. Neben den Betriebsdaten, wie sie Herr Schaffgans beschrieben hat, können wir auch Grenzwertüberwachungen und Alarme für eine vorausschauende Wartung liefern.“

Synergien sorgen für Zukunftssicherheit

In Frechen geht die Entwicklung in großen Schritten voran. Verschiedene Optionen, wie Batteriespeicher, weitere PV-Anlagen und Windkraft stehen zur Diskussion. Es laufen sogar erste Tests, um die LKW-Flotte für die Intralogistik auf E-Antriebe umzustellen. Ladesäulen sind bereits vorhanden und mit Lastmanagement- und Energiemanagement-Controllern von Janitza ausgestattet. Noch sind die Geräte nicht im Einsatz, können aber mit der Erweiterung der E-Mobilität jederzeit auf das System aufgeschaltet werden. Schaffgans zieht eine erste Bilanz: „Alle Standorte werden nach und nach auf erneuerbare Energien umstellen. Mit GridVis und der Janitza-Hardware haben wir ein System, das man werksübergreifend nutzen und auswerten kann. Alle Standorte können dann von unseren Erfahrungen profitieren.“

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