Benutzerfreundlich und sicher

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Enthüllung des neuen Leistungsschalters MasterPact MTZ MicoLogic Active auf der Messe Light + Building 2024 in Frankfurt. – Bild: Schneider Electric GmbH

Die neue digitale Steuereinheit führt Daten aus verschiedenen Sensoren im Leistungsschalter zusammen, ermöglicht eine Überwachung des Stromverbrauchs in Echtzeit und zeigt relevante Informationen nutzerfreundlich aufbereitet an. Bei möglichen Ausfällen ist damit die Ursache des Problems schnell gefunden, um die Stromversorgung möglichst schnell wiederherzustellen. Besonders geeignet ist der neue Leistungsschalter für Installationen, die digitale Funktionen zur Betriebskontinuität nutzen und dabei Wert auf eine einfache Bedienbarkeit legen. Die neu integrierte Selektivitätsprüfung in EcoStruxure Power Comission bietet die Möglichkeit die Betrachtung der Auslösekennlinien zueinander einfacher und schneller durchführen zu können. Die Dokumentation darüber kann über die Software zudem direkt im Projekt gespeichert werden.

Hoher Schutz bei einfacher Anwendung

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Die neue digitale Steuereinheit führt Daten aus verschiedenen Sensoren im ­Leistungsschalter zusammen, ermöglicht eine Überwachung des Stromverbrauchs
in Echtzeit und zeigt relevante Informationen nutzerfreundlich aufbereitet an. – Bild: Schneider Electric GmbH

Bei Auslösung oder Fehlererkennung zeigt der Leistungsschalter über das nutzerfreundlich gestaltete, große und kontrastreiche Display der Auslöseeinheit einen QR-Code-Assistenten an. Dieser verweist direkt auf die erforderlichen Schritte und Informationen, ohne dass ein Blick in Betriebsanleitungen nötig ist. Farbige LED- und LCD-Anzeigen machen den Status des Leistungsschalters auf einen Blick ersichtlich – und zeigen etwa auch an, ob die neue ERMS-Funktion (Energy Reduction Maintenance Setting) aktiviert ist. Bei einfacher Aktivierung per Knopfdruck bewirkt diese Funktion, dass die Schutzeinstellungen hinsichtlich Überstrom- und Zeitverzögerung im Gerät sehr sensibel eingestellt sind, ohne dass eine zusätzliche Parametrierung erforderlich ist. Bedarfsorientiert ermöglicht dies einen effektiven Störlichtbogenschutz des Wartungspersonals während der Wartungsphasen. Ungeplanten Wartungen wird durch eine kontinuierliche Prüfung des Schalterzustands sowie einem vorausschauenden Wartungsalgorithmus vorgebeugt.

Bewährtes wird noch praktischer

Wie schon im Fall der bereits seit längerem verfügbaren Variante des Leistungsschalters mit MicroLogic X ist der neue MasterPact MTZ MicroLogic Active in drei standardisierten Größen erhältlich. Der Nennstrom liegt je nach Bedarf zwischen 630 und 6.300A. Ebenso sind die Konnektivitätsmöglichkeiten über Ethernet, Modbus SL, NFC (Near Field Communication) und Bluetooth – letzteres für einen erleichterten Zugang zu Diagnostik und Wartungsfunktionen via App – weiterhin verfügbar. Mit einem Wechsel auf USB-C wurde der Anschluss auf der Vorderseite auf den neusten Stand gebracht. Neu hinzugekommen ist zudem eine auf Zigbee basierende drahtlose Kommunikation für die einfache Integration in das Smart Panel. Auch die Energieeffizienz des Geräts wurde deutlich verbessert: Gegenüber der vorherigen Generation verbraucht die MicroLogic Active Steuereinheit rund 70 Prozent weniger Strom.


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Bild: Schneider Electric GmbH

„Für unsere neueste Lösung haben wir mit über 100 Partnern in zahlreichen Ländern gesprochen, um deren Bedürfnisse zu eruieren.“

– Ionut Farcas

Interview mit Ionut Farcas, Senior Vice President Europe Hub, Power Products Division bei Schneider Electric

„Unsere Kunden helfen uns, besser zu werden“

Was sind die Treiber der neu implementierten Funktionen bei der Steuer- und Auslöseeinheit MicroLogic Active? Kamen sie aus dem Markt heraus?
Ionut Farcas: Absolut! Wir haben den ersten MasterPact vor 35 Jahren auf den Markt gebracht. Seitdem sind zahlreiche weitere Versionen erschienen. Für unsere neueste Lösung haben wir mit über 100 Partnern in zahlreichen Ländern gesprochen, um deren Bedürfnisse zu eruieren. Berücksichtigt wurden dabei sowohl die Belange von Schaltanlagenbauern, als auch diejenigen von Instandhaltungspersonal und Endanwendern. Alle neuen Features des Leistungsschalters sind also in der Interaktion mit unseren Kunden bereits validiert. Die Weiterentwicklungen bei der neuesten Iteration des Schalters sind dementsprechend deutlich mehr anwendungs- als technologiegetrieben. Unsere Kunden helfen uns dabei, besser zu werden.

Wann sollte ich mich als Anwender für die Steuer- und Auslöseeinheit MicroLogic X und wann für MicroLogic Active entscheiden?
Bei der Steuer- und Auslöseeinheit MicroLogic Active liegt der Fokus ganz eindeutig auf der einfachen Bedienbarkeit auch durch weniger geschultes Personal. So erfordern Inbetriebnahme oder auch der Batteriewechsel nur ein Minimum an Erfahrung. Über die USB-C-Verbindung können Software-Updates völlig problemlos aufgespielt werden. Dadurch, dass wir den Formfaktor gegenüber Vorgängermodellen beibehalten haben, kann der Leistungsschalter problemlos ausgetauscht werden. Ist der ältere Schalter aus der Baureihe NT NW an sich noch intakt, kann auch lediglich die Steuer- und Auslöseeinheit ausgewechselt werden – normalerweise in weniger als 15 Minuten. MicroLogic X empfehle ich hingegen für besonders kritische Applikationen. Zudem erfordert die Handhabung dieser Steuer- und Auslöseeinheit etwas mehr Erfahrung.

Wie werden die durch MicroLogic Active bereitgestellten Informationen für den Anwender visualisiert?
Einmal können die Informationen am Display der Einheit abgelesen werden. Sie sind aber auch via Smartphone, Tablet oder über eine EcoStruxure Software-Lösung einsehbar. Besonders attraktiv ist, dass im Fehlerfall ein QR-Code generiert wird, der den Instandhalter mit den nötigen Angaben zur Fehlerbehebung ausstattet.

Bitte erläutern Sie etwas genauer die neu integrierte Selektivitätsprüfung.
Mit der Einführung des MasterPacTs MTZ Active haben wir auch in der Software EcoStruxure Power Comission eine Funktion zur Selektivitätsprüfung integriert. Diese erleichtert die Betrachtung der Schutzorgane untereinander sowie die Projektdokumentation.

Und was hat es mit der neuen ERMS-Funktion auf sich?
Wir haben festgestellt, dass sich das Instandhaltungspersonal im Feld immer wieder einem gewissen Risiko für einen Stromschlag ausgesetzt sah. Die ERMS-Funktion bewirkt, dass die durch den Leistungsschalter geleitete Energie reduziert wird – und damit auch das Risiko für Leib und Leben. Diese Funktion war auch schon bei vorherigen MasterPact MTZ-Schaltern verfügbar, allerdings nur als optionales digitales Modul. Beim neuen Leistungsschalter ist sie serienmäßig implementiert.

Wie ist es Ihnen gelungen, bei der neuen Steuereinheit den Stromverbrauch um 70 Prozent zu reduzieren?
Dieser Punkt war uns bei Schneider Electric besonders wichtig, da wir uns schon lange Jahre dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet fühlen und dementsprechend handeln. Beim MasterPact MTZ MicroLogic Active haben wir das Design des Schalters so angelegt, dass er nur noch mit rund der Hälfte der Elektronikkomponenten im Vergleich zu seinen Vorgängern auskommt. Grundsätzlich setzen wir bei all unseren neuen Produktentwicklungen jetzt die Ökodesign-Richtlinien um.

Sie bringen das Produkt zunächst in Deutschland und dann erst in weiteren Ländern auf den Markt. Hat dies einen bestimmten Grund? Und wird es länderspezifische Anpassungen geben?
Die neue Lösung wurde zwar von unserem europäischen Spezialisten-Team entwickelt, wird aber überall auf der Welt so Anwendung finden. Der Grund, warum wir sie zuerst in Deutschland und ein wenig später in Großbritannien vorstellen, ist der hohe Bedarf in diesen Ländern an Selektivität, Sicherheit und Resilienz. Zudem gibt es hier sehr viel an Infrastruktur, die entsprechend geschützt werden muss – zum Beispiel Datencenter.

In welche Richtung würden Sie die Funktionen des offenen Leistungsschalters MasterPact MTZ gerne noch weiterentwickeln?
Ich bin sicher, dass wir jetzt nach der Markteinführung jede Menge interessantes Feedback von unseren Kunden erhalten werden. Dieses werden wir für weitere Verbesserungen nutzen. Zudem sehe ich zahlreiche neue Herausforderungen durch den zunehmenden Einsatz Erneuerbarer Energien auf uns zukommen. Wir bewegen uns immer mehr vom Motormanagement hin zum Lastmanagement. Neue Ladestationen für die Elektromobilität müssen abgesichert werden. Die Digitalisierung erhält immer mehr Einzug in unsere elektrische Infrastruktur. Zudem könnte ich mir mittelfristig vorstellen, dass Künstliche Intelligenz in solchen Lösungen eine immer stärkere Rolle spielen könnte, so dass die Systeme sich irgendwann selbst betreiben und diese Mühe unseren Kunden abgenommen wird.