Das Traditionsunternehmen Lütze befindet sich im Wandel nach der Übernahme durch Amphenol, bleibt aber seiner kulturellen Identität treu. Die Integration brachte strukturelle Änderungen, jedoch sind Lütze-Gesellschaften weiterhin eigenständig und nutzen das internationale Netzwerk, um sich neue Märkte zu erschließen. Die strategische Ausrichtung konzentriert sich auf spezifische Zielmärkte, besonders in den Bereichen Automation und Transportation. Das Unternehmen setzt auf innovative, maßgeschneiderte Lösungen statt klassischer Produktkataloge. Wachstumsmärkte sind in Asien und Amerika, mit einem besonderen Fokus auf Energieeffizienz und Digitalisierung. Investitionen in Modernisierung und Automatisierung, beispielsweise durch Cobots, sind Teil der Zukunftsstrategie. Lütze plant, das Produktportfolio durch robuste, dezentrale Lösungen zu erweitern und strebt an, Flexibilität und Nähe zum Kunden zu fördern, um den Kundenerfolg im Bereich Connectivity und Automatisierung zu sichern.
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Lütze: Integration und Identität im Wandel
Zentral sowie dezentral
effizient vernetzt
Die Automatisierungs- und Verkehrsbranche steht vor großen strukturellen und technologischen Umbrüchen. Welche Wege schlägt ein Traditionsunternehmen wie Lütze dabei ein? Nach der Übernahme durch Amphenol und im Spannungsfeld zwischen neuer Konzernstruktur sowie bewährten Werten sprach unsere Schwesterpublikation SPS-MAGAZIN exklusiv mit Dimitrios Koutrouvis, CEO der Lütze Transportation GmbH und der Friedrich Lütze GmbH. In diesem Interview erläutert er, wie Lütze den Wandel gestaltet, welche strategischen Schwerpunkte gesetzt werden und warum Kundenfokus, technische Innovation und kulturelle Kontinuität dabei Hand in Hand gehen.
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Dimitrios Koutrouvis, CEO der Friedrich Lütze GmbH: "Der Schaltschrank sowie dessen Kühlung und Montage mit Airstream bleibt bei uns natürlich weiterhin ein zentrales Element, doch der Trend zur Dezentralisierung und vernetzten Connectivity ist eindeutig. – Bild: TeDo-Verlag GmbH
Herr Koutrouvis, wie hat sich Lütze durch die Übernahme durch Amphenol verändert – sowohl strukturell als auch kulturell?
Die Integration in den Amphenol-Konzern brachte weitreichende strukturelle Veränderungen mit sich. Jedes Amphenol-Unternehmen – und damit auch die internationale Lütze Gruppe – folgt einer einheitlichen Führungsstruktur mit klar zugewiesenen Rollen: einem CEO und einem CFO. Die Lütze-Gesellschaften selbst sind dabei in die Lütze International Group eingebunden, was Transparenz schafft und es ermöglicht, die Geschäftsbereiche Automation und Transportation über mehrere GmbHs hinweg geordnet und stabil zu führen. Trotz der neuen Eigentümerstruktur war es uns wichtig, die Unternehmenskultur zu bewahren. Der Übernahmeprozess wurde sehr transparent gestaltet. Ganz bewusst wurde darauf geachtet, unsere familiäre Kultur und die Verantwortung gegenüber der Belegschaft sowie dem Standort zu erhalten. Die Unternehmen von Lütze bleiben dementsprechend auch nach außen sichtbar und behalten ihre Identität. Wir sehen uns als Teil eines großen Netzwerks, nicht als abgespaltener Einzelteil. Amphenol versteht sich als ‚das größte kleine Unternehmen der Welt‘ – mit insgesamt 144 Unternehmen und rund 15 Mrd. Euro Umsatz. Die Zusammenarbeit verläuft dabei eher partnerschaftlich als zentralistisch.
Dimitrios Koutrouvis mit Frank Nolte – Bild: TeDo-Verlag GmbH
Bleiben Lütze Transportation und Friedrich Lütze eigenständig oder werden sie doch stärker integriert?
Die Firmen werden nicht vollständig in Amphenol integriert, sondern in die Familie aufgenommen. Synergien werden dort genutzt, wo es Sinn macht – operative und kulturelle Identitäten bleiben aber gewahrt. Unsere Verantwortung liegt darin, die Perspektive und Sicherheit für die Standorte und unsere Mitarbeitenden zu erhalten.
Was bedeutet die Übernahme für die Marktposition von Lütze – sind Veränderungen im Wettbewerb spürbar?
Gerade im Bereich Factory Automation in Europa und in der Bahnindustrie genießen wir einen guten Ruf. Durch den Zusammenschluss konnte Lütze seine Marktposition noch stärken. So sind wir in Nord- und Südamerika bislang weniger bekannt. Durch das internationale Netzwerk von Amphenol ergeben sich für uns dort neue Chancen. Das Ziel ist es, die regionale und anwendungsspezifische Präsenz auszubauen und die Marke gezielt in neuen Märkten zu positionieren.
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Die Drahtspeicher-Option für die Komax Zeta 630, Zeta 640 und Zeta 650 ermöglicht einen durchgängig autonomen Betrieb. Als zentrale Schnittstelle für die weitere Automatisierung bietet ihr modularer Aufbau zugleich hohe Flexibilität für unterschiedliche Produktionsumgebungen.
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