Multiple Befestigungsmöglichkeiten für Kabel
Es gibt ihn doch…
Dass Kabelbinder nicht gleich Kabelbinder ist, bezieht sich nicht nur auf die Qualität. Die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Befestigung machen aus den speziellen Kabelbindern und deren Zubehör den gern gesuchten Lufthaken. Wie trifft man die richtige Wahl?
Bild 1 | Die Experten wissen: Kabelbinder sind nicht nur Schwarz oder Weiß
Bild 1 | Die Experten wissen: Kabelbinder sind nicht nur Schwarz oder WeißBild: Panduit GmbH

Die von Schaltanlagenbauern und Installateuren fast täglich verwendeten Kabelbinder bündeln, montieren und identifizieren und das in unzähligen Anwendungen im Innen- und Außenbereich sowie in rauen Umgebungen. Dank Kabelbindern, Verdrahtungszubehör und Installationswerkzeugen profitieren Nutzer von schnelleren und besseren Installationsergebnissen. Das amerikanische Familienunternehmen Panduit bietet nach eigenen Angaben die wohl umfassendste Auswahl an Kabelbindern in Sachen Größe, Material und Farbe sowie Ausführung. Dabei hat der Hersteller ein eigenes Drei-Schritte-Auswahlsystem für die am besten geeignete Lösung in der jeweiligen Anwendung entwickelt:

  • Kabelbinderfunktion
  • Materialeigenschaften
  • Kabelbinder-Typ bzw. -Gruppe

Zuerst wählt man die Hauptfunktion des benötigten Kabelbinders aus. Unterschieden wird zwischen den Aufgaben Bündeln, wofür Standard-Kabelbinder am effizientesten sind. Will man die Komponente wiederverwenden, sind lösbare Nylon-Kabelbinder das Mittel der Wahl. Zum Kennzeichnen kommen Kabelbinder mit Markierung und Fähnchen zum Einsatz. Außerdem ist die Befestigung entscheidend, dafür erhält man Klemmkabelbinder sowie Kabelbinder zur Schiebemontage oder Bolzenmontage.

Das Material entscheidet

Im zweiten Schritt bestimmt man das geeignete Material für die Applikation. Unterschieden wird zwischen mechanisch, chemisch und thermisch geeigneten Materialien. Hier lohnt der genaue Blick, denn je nach Einsatzgebiet kann es angesichts von Staub, Schmutz, Fett und Wasser bis hin zu ständigen Vibrationen, variablen Temperaturänderungen und möglichen chemischen Störungen entscheidend für die Funktionalität der Befestigungskomponente sein. Das Material Polyamid 6.6, auch Nylon 6.6 genannt, ist sehr vielseitig und lässt sich sehr flexibel einsetzen. Aufgrund der Plenum-Bewertung können Nylon-6.6-Kabelbinder in Lüftungsanlagen verwendet werden. Darüber hinaus unterscheidet man neben der Indoor-Ausführung beim Material zwischen wetterbeständigem, schlagzähmodifiziertem sowie hitzestabilisiertem Nylon 6.6. Bei all diesen Kabelbindern liegt die Zugfestigkeit bei 23°C 12.000 psi gemäß der ISO527-Testmethode. Zudem sind die Nylon-6.6-Kabelbinder strahlungsbeständig und erreichen nach ASTM D570 Tests eine Wasseraufnahme von lediglich 1,2% innerhalb von 24 Stunden. Zudem lassen sich die Befestigungskomponenten bei einer Temperatur zwischen -60 bis +85°C bzw. bis 115°C bei dem hitzebeständigen Material dauerhaft verwenden. Darüber hinaus erhält man die Befestigungskomponenten aus flammhemmenden sowie auch metalldetektierbarem Nylon 6.6, was insbesondere in der Lebensmittel- oder Pharmaherstellung entscheidend ist. Neben Acetat oder Polypropylen für den Einsatz im Innen- und Außenbereich ist insbesondere Tefzel hervorzuheben, dass sogar in der Raumfahrt eingesetzt wird. Das Tefzel-Material besteht auch gegen Umwelteinflüsse wie chemisch-aggressive Stoffe, Gamma- und ultraviolette Strahlung sowie bei extrem hohen und niedrigen Temperaturen von -60 bis 170°C, und kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden. Die thermischen Eigenschaften der Panduit-Kabelbinder wurden getestet und zertifiziert gemäß UL 746B für die maximale Temperatur bei Dauernutzung, gemäß UL 62275 für die minimale Installationstemperatur sowie gemäß UL 94 gegen Flammbarkeit. Weitere offizielle Testmethoden überprüfen auf Flammbarkeit, Formbeständigkeit und Toxizität der Rauchgase, die die Panduit-Produkte erfüllen. Mit Ausnahme der Tefzel- und Halar-Kabelbinder sind die Komponenten laut IEC-Spezifikation 61249-2-21 halogenfrei.

Bild 5 | Doppel- und Dreifach-Schlaufen-Kabelbinder sind einfach und schnell zu installieren, eignen sich für die Führung von Schläuchen und Kabelbäumen, lassen sich mehrfach schleifen und vermeiden Bündelschäden.
Bild 5 | Doppel- und Dreifach-Schlaufen-Kabelbinder sind einfach und schnell zu installieren, eignen sich für die Führung von Schläuchen und Kabelbäumen, lassen sich mehrfach schleifen und vermeiden Bündelschäden.Bild: Panduit GmbH

Ausgefeilte Technik

Das dritte Kriterium ist die Produktgruppe, also die Art der Ausführung. Die Vielfalt ist so groß wie die möglichen Anwendungen. Ein Beispiel: Zusätzlich zu den bekannten Produkten werden die Dome-Top Barb-Ty Kabelbinder mit Stahlzungenverschluss angeboten. Das besondere Design besitzt einen halbkugelförmigen Kopf, runde, glatte Kanten und eine Zunge aus Edelstahl, die für gleichbleibende Zugfestigkeit sorgt, z.B. für Anwendungen in der Robotik. Darüber hinaus lässt sich die Serie Dome-Top Barb-Ty stufenlos einstellen und sorgt gleichzeitig für eine starke Fixierung auf dem gesamten Bündelungsdurchmesser. Clever gelöst: Mit der Ausführung als Klemm-Kabelbinder kann man das Kabelbündel an einer anderen Fläche, z.B. Bedienfeld, Wand oder Decke per Schraube befestigen – durch die Konstruktion sogar wahlweise vor oder nach dem Festschrauben des Klemm-Kabelbinders.

Zuverlässigkeit zählt

Bild 6 | Der Kabelbinder mit breitem Band sichert schnell und einfach Schläuche, Rohre, Drähte und Kabelbündel und minimiert das Risiko, Schläuche und Rohre einzuklemmen. Er verhindert Hitze- und UV-Wetterschäden und ist aufgrund seines Nylon 6.6-Materials stoßmodifiziert.
Bild 6 | Der Kabelbinder mit breitem Band sichert schnell und einfach Schläuche, Rohre, Drähte und Kabelbündel und minimiert das Risiko, Schläuche und Rohre einzuklemmen. Er verhindert Hitze- und UV-Wetterschäden und ist aufgrund seines Nylon 6.6-Materials stoßmodifiziert.Bild: Panduit GmbH

Bei den Produktentwicklungen legt das amerikanische Familienunternehmen großen Wert auf schnelle und einfache Montage. Deswegen erhält man installationsunterstützende Lösungen wie Werkzeuge, Befestigungen zum Schrauben, Kleben oder die neuen Edge Clips aus Metall. Letztere kann man ohne Werkzeug in rund 11 Sekunden installieren – 10 Sekunden schneller als durchschnittliche Kombinationen aus Kabelbinder und Clips, also eine Zeitersparnis von fast 50 Prozent. Die neuen Edge Clips von Panduit lassen sich vielseitig, schnell und sicher direkt an Schalttafel- und Rahmenkanten befestigen. Somit kann man Kabel oder Drähte entlang oder senkrecht der Kante anwenderfreundlich verlegen. Dazu drückt man den Clip einfach direkt an die jeweilige Kante und nutzt für die Bündelung den passenden Kabelbinder. Das Bohren in die vorhandene Struktur entfällt, Bauelemente bleiben unversehrt korrosionsbeständig und die Montageeffizienz wird insgesamt erhöht. Die neuen Edge Clips bieten mehr Flexibilität durch den größeren Einsatzbereich. So eignen sich die zwei Varianten für 0,7 bis 3mm bzw. für 3 bis 6mm starke Kanten. Durch den speziell entwickelten Sattel wird der Kabelbinder fest an den Edge Clip gedrückt und er verrutscht nicht mehr. Die kompakten Halterungen sorgen so für einen dauerhaft festen, sicheren Sitz, selbst wenn man ein Kabel durch die Befestigungen zieht. Die Hochleistungsclips bieten durch die speziell entwickelten Metalllippen eine hohe Zugkraft und lassen sich dennoch ohne Werkzeug von Hand anbringen. Das Beispiel der Edge Clips zeigt außerdem, dass es neben dem Anwendungsgebiet auch auf die Montage und das passende Zubehör ankommt, sonst braucht man ihn wirklich – den Lufthaken.

www.panduit.com

Panduit

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Bild: ZVEH
Bild: ZVEH
ZVEH-Jahrestagung 2022

ZVEH-Jahrestagung 2022

Nachdem die ZVEH-Jahrestagung als Präsenzveranstaltung zwei Jahre lang pandemiebedingt ausgefallen war, kamen die Elektrohandwerke und ihre Partner aus Industrie und Großhandel vom 8. bis zum 10. Juni in Wiesbaden zusammen.

Bild: EPA GmbH
Bild: EPA GmbH
Ein- und Ausschalten 
ohne FI-Auslösungen

Ein- und Ausschalten ohne FI-Auslösungen

Die Firma EPA bietet mit den neuen NF-KC-LKY-Modellen eine Netzfiltergeneration, die serienmäßig mit der PreLeak Technology ausgestattet ist. Dadurch ist es erstmals möglich, Maschinen und Anlagen ein- und auch auszuschalten, ohne dass der Fehlerstrom-Schutzschalter ungewollt auslöst. Grund hierfür ist, dass die Filter weder beim Zu- noch beim Abschalten einen Differenzstromimpuls erzeugen.

Bild: Wöhner GmbH & Co. KG
Bild: Wöhner GmbH & Co. KG
Variantenreich 
und montagefreundlich

Variantenreich und montagefreundlich

Nachdem auch Wöhner in letzter Zeit Pandemie-bedingt die Präsentation seiner neuen Produkte in den virtuellen Raum – den sogenannten Level4 – verlegt hatte, stellt das Unternehmen auf der bevorstehenden Hannover Messe nun wieder in Präsenz aus und zeigt dort viele seiner Neuheiten: das Energieverteilungssystem CrossBoard in zusätzlichen Breiten und dazugehörigem Anschlussmodul Crito zur Plug&Play-Montage sowie die Neuheiten elektronischer Schalter Omus C14, Panel-Lastschalterserie Capus und schnellschaltende Leisten Quadron 185Power Speed.

Bild: Rittal GmbH & Co. KG
Bild: Rittal GmbH & Co. KG
Potenziale wachkitzeln

Potenziale wachkitzeln

Die ‚Low Hanging Fruits‘ sind in der Regel schon lange abgeerntet. Doch um Energie einzusparen, sucht die Industrie beständig nach weiteren Stellschrauben. Dass noch ziemlich Luft nach oben ist, zeigen die Schaltschrank-Kühlgeräte der Serie Blue e+ S von Rittal. Die Neuentwicklung wurde vor Markteinführung von Diehl Controls, Elektronik-Spezialist aus Wangen, in der eigenen Fertigung auf Herz und Nieren geprüft.

Bild: Häwa GmbH
Bild: Häwa GmbH
95 Prozent 
kundenindividuelle Lösungen

95 Prozent kundenindividuelle Lösungen

Ende März hatte der Schaltschrank-Spezialist Häwa zum Auftakt seiner diesjährigen Roadshow in sein Werk in
Bad Wörishofen eingeladen, um seinen neuen Show-Truck und sein Maschinengestell X-frame zu präsentieren, das an diesem Standort produziert wird. Im Interview mit dem SCHALTSCHRANKBAU erläuterte Geschäftsführer Arno Müller die Idee hinter der Tour und gab seine Einschätzung zu den aktuellen Trends der Branche.

Anzeige

Anzeige

Anzeige