Gerade im Projektalltag bleibt oft wenig Zeit, sich intensiv mit neuen Tools oder digitalen Lösungen auseinanderzusetzen. Wie stellt Hager sicher, dass Schaltanlagenbauer, Planer und Betreiber bei den ersten Projekten nicht allein gelassen werden – sondern schnell und praxisnah den Einstieg finden?

Die Energieverteilung ist ein weites Feld – und wird durch neue Anforderungen sowie den zunehmenden Fachkräftemangel immer komplexer. Gerade deshalb ist es uns wichtig, unsere Kunden nicht nur mit passenden Lösungen und Produkten, sondern auch mit dem nötigen Knowhow zu unterstützen – insbesondere beim Einstieg in unsere digitalen Planungstools. In praxisnahen Seminaren, kostenlosen Webinaren und regionalen Schulungen vermitteln wir nicht nur Fachwissen zu Schranksystemen und Schutzgeräten, sondern auch den sicheren Umgang mit unseren Softwarelösungen. Denn wir wissen: Im Projektalltag bleibt oft wenig Zeit, sich eigenständig in neue Tools einzuarbeiten. Für individuelle Fragestellungen stehen unsere Technische Anwendungsberatung sowie unsere Technischen Service Center telefonisch, per E-Mail oder persönlich zur Verfügung – und begleiten unsere Kunden durch alle Phasen der Planung. Hinzu kommen unser regionaler Außendienst und ein starkes Netzwerk an Partnern aus dem Schaltanlagenbau, die bei Bedarf gezielt unterstützen. Dieses Netzwerk ist häufig der Schlüssel zum Projekterfolg – und genau darin sehen wir eine unserer großen Stärken.

Tobias Wunn: "Digitale Planung muss nicht kompliziert sein. Oft reichen schon wenige gezielte Funktionen, um einzelne Planungsschritte deutlich zu vereinfachen -  pragmatisch, effizient und zeitsparend."
Tobias Wunn: „Digitale Planung muss nicht kompliziert sein. Oft reichen schon wenige gezielte Funktionen, um einzelne Planungsschritte deutlich zu vereinfachen – pragmatisch, effizient und zeitsparend.“Bild: Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG

Welche Rolle wird künstliche Intelligenz Ihrer Meinung nach in den kommenden fünf bis zehn Jahren bei der Planung und Auslegung von Schaltanlagen spielen – und wo sehen Sie die größten Chancen und Herausforderungen?

Das ist ein sehr spannendes und dynamisches Feld, und ich persönlich verfolge die Entwicklungen rund um KI in der Schaltanlagenplanung mit großem Interesse. Meiner Meinung nach wird künstliche Intelligenz bis 2035 eine zunehmend relevante Rolle auch in der Planung von Schaltanlagen spielen – jedoch mit einigen Herausforderungen. KI kann repetitive Aufgaben automatisieren, Planungsfehler minimieren und durch intelligente Vorschläge die Effizienz und Qualität der Planung deutlich verbessern. Insbesondere bei der Anlagenkonfiguration, automatisierten Prüfungen von Normenkonformität oder der Optimierung von Platzbedarf und Wärmelast sehe ich großes Potenzial. Die Integration von KI erfordert hochwertige und strukturierte Daten, klare Standards und ein tiefes Verständnis der zugrunde liegenden Planungslogik – und genau hier sehe ich aktuell noch die Herausforderung bei KI generierten Planungen. Viele Prozesse in der Schaltanlagenplanung sind über Jahre gewachsen oder variieren stark aufgrund von individuellen Kundenanforderungen. KI darf generell keine falschen Entscheidungen vorschlagen. Die finale Fachlogik und Prüfung müssen aus meiner Sicht beim Anwender bleiben.

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