Im Fusionsprojekt ITER in Südfrankreich (35 Nationen) ist für den Tokamak-Reaktor ein extrem leistungsfähiges Vakuum nötig, das neben mechanischen Pumpen durch sechs Kryopumpen erzeugt wird. Deren großdimensionierte Einlassventile (knapp 1.000 mm Durchmesser) müssen dabei hochpräzise mit einem Ventilspiel von unter einem Millimeter geregelt werden – herkömmliche Steuerungen waren den Bedingungen nahe am Reaktor (Magnetfelder bis 0,5 Tesla, ionisierende Strahlung, Vibrationen, Temperaturen bis 60 °C) nicht gewachsen.
Das Unternehmen Konstantin entwickelte deshalb gemeinsam mit Ari/RE Research Instruments und der ITER-Organisation einen weltweit einzigartigen, nahezu rein pneumatischen Steuerschrank. Er kommt im Strahlungsbereich fast ohne Elektronik aus (SPS-Steuerung extern), ermöglicht schnelles Öffnen/Schließen, präzise Zwischenstellungen und Notstopps, kompensiert Leckagen automatisch und setzt auf doppelte Sicherheitsventile. Für maximale Dichtheit und Langzeitstabilität ist das System vollständig mit Edelstahlrohren verrohrt; fluorhaltige Materialien und Standarddichtungen waren ausgeschlossen, stattdessen kommen geprüfte bzw. speziell gefertigte Komponenten und Metalldichtungen zum Einsatz.
Der Prototyp bestand in einer kryogenen Testanlage unter realitätsnahen Tokamak-Bedingungen alle Prüfungen (u. a. Temperatur-, Vibrations-, seismische und EMV-Anforderungen) ohne Leckagen oder Fehlfunktionen und gilt als qualifiziert. Die Auslieferung der Steuerschränke ist für 2025 geplant, die Integration in den Tokamak soll bis 2029 abgeschlossen sein; das gewonnene Know-how fließt bereits in weitere ITER-Aufträge und Anwendungen etwa in Energie- sowie Luft- und Raumfahrttechnik ein.
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Welche Steckerbauform passt am besten zum Motor? Wie lassen sich hohe Ströme auf kleinem Bauraum übertragen? Antworten auf diese und weitere Fragen präsentiert HUMMEL vom 24. bis 26. November 2026 auf der SPS in Nürnberg.
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