
Im vergangenen Jahr exportierte die deutsche Elektrobranche Waren im Wert von 1,8Mrd.€ in das mit 213 Millionen Menschen bevölkerungsreichste Land des Subkontinents. „Brasilien gewinnt für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie immer weiter an Bedeutung als Absatzmarkt“, fasst Dr. Nikolas Keßels, ZVEI-Bereichsleiter Global Affairs und Konjunktur, zusammen. „Besonders stark nachgefragt sind Güter aus dem Bereich der Automation, gefolgt von Produkten der Energietechnik und Elektromedizin.“ Überschaubar sind hingegen die Direktinvestitionsbestände der Elektro- und Digitalindustrie: Diese umfassen weniger als 1% aller ausländischen Direktinvestitionen (386Mio.€ von insgesamt 47,3Mrd.€). Große Erwartungen verbindet die Branche mit dem Mercosur-Abkommen. „Der Vertrag schafft die weltweit größte Freihandelszone und ist ein starkes Signal für Europas Rolle als offene Wirtschaftsregion“, sagt Keßels. „Es wäre wichtig, dass es schnell ratifiziert wird und Anwendung findet.“ Derzeit liegt es zur Überprüfung beim Europäischen Gerichtshof.
Die gemeinsame Wirtschaftsleistung der fünf Mercosur-Länder Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay entspricht mit knapp 2,8Bio.€ (2025) etwa dem französischen Bruttoinlandsprodukt. „Der Abbau teils zweistelliger Zölle würde den Handel deutlich günstiger machen und den Handel beflügeln“, betont Keßels. „Ohne diesen wichtigen Impuls für Wachstum und Investitionen droht Europa im globalen Systemwettbewerb weiter zurückzufallen.“


















