
Für welche Branchen ist Energiemonitoring von besonders großer Bedeutung und welche Trends zeichnen sich hier ab? Thomas Hilbig: Energiemonitoring ist heute in nahezu allen Branchen relevant, in denen elektrische Energie ein kritischer Faktor für Produktion oder Verfügbarkeit ist. Dazu zählen insbesondere die Fertigungsindustrie, Rechenzentren, Gebäude und Infrastrukturanwendungen sowie Energieversorger. In all diesen Bereichen geht es darum, Transparenz zu schaffen. Nicht nur über Verbräuche, sondern auch über den Zustand und die Belastung der elektrischen Netze. Unsere neueste Technologie zur kontaktlosen Spannungsmessung ist vor allem in Rechenzentren von großer Bedeutung. Dort müssen sehr viele Abgänge überwacht werden, häufig unter beengten Platzverhältnissen und bei laufendem Betrieb. Klassische Verdrahtungskonzepte sind hier mit hohem Aufwand verbunden. Kontaktlose Messverfahren reduzieren diesen Aufwand deutlich und ermöglichen eine skalierbare und sichere Überwachung, was gerade in hochdynamischen Umgebungen ein entscheidender Vorteil ist.

In Bezug auf das Energiemonitoring: Ist bei den genannten Branchen der Leidensdruck bereits hoch genug, dass ein solches Monitoring als wichtig erachtet wird?
Hilbig: Ja, eindeutig. Zum einen stehen die stark gestiegenen Energiekosten im Fokus, wodurch Einsparpotenziale eine deutlich größere wirtschaftliche Bedeutung haben. Zum anderen gibt es klare regulatorische Anforderungen, etwa durch die ISO 50001, die den Einsatz eines strukturierten Energiemanagementsystems fordert.
Darüber hinaus sehen wir sowohl in Deutschland als auch international, dass Energiemonitoring zunehmend als strategisches Instrument verstanden wird. Unternehmen wollen ihre Energieflüsse nicht nur erfassen, sondern bewerten und gezielt steuern. Dafür sind verlässliche Messdaten die Grundlage.

Beim Standrundgang vorhin erwähnten Sie die hohe Nachfrage Ihrer Lösungen in den USA. Obwohl Energie dort ja nicht ganz so kostspielig ist wie hierzulande.
Hilbig: Das stimmt. Allerdings steht in den USA ein anderer Aspekt stärker im Vordergrund. Bei Janitza betrachten wir Energiemonitoring aus zwei Perspektiven. Die eine ist die klassische Verbrauchs- und Kostensicht. Die andere ist die Sicherstellung der Anlagenverfügbarkeit.

















