Gerade in Rechenzentren ist nicht entscheidend, wie teuer Energie ist, sondern wie zuverlässig sie zur Verfügung steht. Betreiber müssen sehr hohe Verfügbarkeiten gewährleisten. Energiemonitoring schafft hier die notwendige Transparenz, um kritische Zustände frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern, bevor es zu Ausfällen kommt. Dieser präventive Ansatz ist ein wesentlicher Grund für die hohe Nachfrage in den USA.
Welche Parameter gilt es im Rahmen eines effizienten Energiemanagements und Energiemonitorings zu erfassen?
Hilbig: Die Grundlage bilden immer Strom und Spannung. Aus diesen Größen lassen sich die wesentlichen Energie- und Leistungskennzahlen ableiten. Darüber hinaus gewinnt die Spannungsqualität zunehmend an Bedeutung. Dazu gehören Über- und Unterspannungen, Spannungsausfälle, transiente Ereignisse sowie kurzzeitige Einbrüche, die empfindliche Verbraucher beeinträchtigen oder beschädigen können.
In Rechenzentren kommt zusätzlich die Differenzstrommessung hinzu. Da dort in der Regel nicht abgeschaltet werden darf, ist eine kontinuierliche Überwachung erforderlich, um Brandrisiken frühzeitig zu erkennen und die Betriebssicherheit dauerhaft zu gewährleisten.
Welche Hardware Lösungen hat Janitza dafür im Portfolio?
Hilbig: Unser Portfolio ist bewusst modular aufgebaut. Für Anwendungen mit vielen Messstellen und dem Fokus auf Energieverbräuche bieten wir beispielsweise das modulare Energiemesssystem UMG 800. Damit lassen sich zahlreiche Abgänge effizient erfassen.
Darauf aufbauend decken Geräte wie das UMG 801 weitergehende Anforderungen ab, etwa im Bereich der Spannungsqualität oder der Differenzstrommessung. Entscheidend ist, dass unsere Hardware flexibel einsetzbar ist und eine belastbare Grundlage für weiterführende Analysen bildet.
Datenerfassung ist eine Sache. Wie stellt Janitza sicher, dass auch vergleichsweise unerfahrene Anwender die richtigen Schlüsse aus den Daten ziehen und in entsprechende Aktionen überführen?
Hilbig: Hier zeigt sich der Unterschied zwischen Datenerfassung und tatsächlichem Nutzen. Mit unserer Netzvisualisierungssoftware GridVis sorgen wir dafür, dass Messdaten nicht nur gesammelt, sondern verständlich aufbereitet und ausgewertet werden. Viele Anwender sind keine Energieexperten, erwarten aber dennoch klare Aussagen über den Zustand ihrer Anlagen.

















