Das Thema Versorgungssicherheit in kritischen Infrastrukturen ist sehr präsent. Welche Rolle spielen Energiemonitoring und Netzqualitätsüberwachung bei der Resilienz von Gebäuden?

Versorgungssicherheit beginnt bei der Messung. In kritischen Infrastrukturen – etwa Krankenhäusern, Rechenzentren oder Verwaltungsgebäuden – können Netzstörungen gravierende Folgen haben. Spannungseinbrüche, Oberschwingungen oder Differenzströme bleiben ohne kontinuierliche Überwachung oft lange unentdeckt. Mit unseren Netzqualitätsanalysatoren überwachen wir Spannungsqualität nach IEC61000-4-30, Differenzströme als präventiven Brandschutz sowie Lastverteilungen und kritische Betriebspunkte. So lassen sich Störungen frühzeitig erkennen, Ausfälle vermeiden und die Resilienz der Gebäudeinfrastruktur signifikant erhöhen. Energiemonitoring wird damit zu einem zentralen Baustein der Gebäudesicherheit.

Gebäude sind nicht nur Infrastruktur. Sie sind Lebens- und Arbeitsräume. Hier entscheidet sich, wie effizient, nachhaltig und resilient unsere Gesellschaft funktioniert.

Bülent Erdogan, Janitza
Gebäude sind nicht nur Infrastruktur. Sie sind Lebens- und Arbeitsräume. Hier entscheidet sich, wie effizient, nachhaltig und resilient unsere Gesellschaft funktioniert. Bülent Erdogan, JanitzaBild: Janitza electronics GmbH

Wie helfen modulare Produkte wie das UMG 800 und das UMG 96-PQ-L-LP Energiemanagement und Energieeffizienz zu verbessern?

Modularität ist entscheidend für zukunftssichere Gebäude. Das UMG 800 ermöglicht eine flexible, nachrüstbare Verbrauchserfassung insbesondere in Bestandsgebäuden oder Verteilerschränken mit begrenztem Platzangebot. Durch OPC UA und Modbus TCP lässt es sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren. Das UMG 96-PQ-L-LP kombiniert Energieanalyse mit Netzqualitäts- und Differenzstromüberwachung in einer kompakten Bauform für die Fronttafel. Damit können Energieeffizienz, Betriebssicherheit und Brandschutz in einem System abgebildet werden. Beide Geräte unterstützen die Identifikation von Einsparpotenzialen und die Vermeidung von Lastspitzen. Durch die normkonforme Dokumentation und die Erweiterung bestehender Energiemanagementsysteme wird aus Messtechnik ein aktives Steuerungsinstrument.

Die Digitalisierung schreitet voran: Welche Rolle spielen IoT, digitale Zwillinge und KI in Ihren aktuellen und zukünftigen Lösungen und der Branche?

Die Zukunft des Gebäudes ist datengetrieben. IoT-fähige Messtechnik schafft die Grundlage für digitale Zwillinge von Gebäuden. Durch standardisierte Schnittstellen wie OPC UA oder REST APIs ermöglichen wir eine herstellerunabhängige Integration in Gebäudeleittechnik und Cloudumgebungen. Künstliche Intelligenz wird künftig vor allem in den Bereichen Anomalieerkennung und Predictive Maintenance eine Rolle spielen. Auch die Optimierung von Lastmanagementstrategien sowie Prognosen auf Basis historischer Energiedaten sind entscheidend. Wichtig ist jedoch: KI ersetzt keine valide Messtechnik. Sie benötigt präzise, valide und hochauflösende Daten. Und genau diese liefern unsere Systeme.

Seiten: 1 2 3 4