Die Branche steht vor der Aufgabe, regulatorische und energietechnische Vorgaben umzusetzen. Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie hier?

Regulatorische Vorgaben erhöhen den Handlungsdruck. Gleichzeitig schaffen sie Planungssicherheit. Die Herausforderung liegt in der Integration bestehender Technik, der Interoperabilität und der organisatorischen Umsetzung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Die Chance besteht darin, Gebäude strategisch weiterzuentwickeln, mit höherer Energieeffizienz, geringeren Betriebskosten, verbesserter ESG-Bewertung und damit einer höheren Werterhaltung der Immobilie. Wer frühzeitig in transparente Energiemesstechnik investiert, verschafft sich diesen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.

Auf der Messe stand das Thema ‚Be Electrified – Electrifying Places. Illuminating Spaces.‘ im Fokus. Welchen Beitrag leisten Messtechnik und Energiemanagement, damit Gebäude nachhaltiger und zukunftsfähiger werden?

‚Be Electrified – Electrifying Places. Illuminating Spaces.‘ bedeutet für mich weit mehr als nur die zunehmende Elektrifizierung von Gebäuden. Es geht darum, Energie intelligent zu nutzen, transparent zu steuern und nachhaltig zu integrieren. Genau hier leisten Messtechnik und Energiemanagement einen entscheidenden Beitrag. Mit der fortschreitenden Elektrifizierung – etwa durch Photovoltaik, Wärmepumpen, E-Mobilität oder Batteriespeicher – steigt die Komplexität der Energieflüsse im Gebäude erheblich. Strom wird nicht mehr nur bezogen, sondern erzeugt, gespeichert, verteilt und zeitlich optimiert genutzt. Ohne präzise Messtechnik fehlt die notwendige Transparenz, um diese Systeme effizient und stabil zu betreiben. Energiemesstechnik ermöglicht die Optimierung der Energieflüsse zwischen Erzeugung und Verbrauch, die Vermeidung von Lastspitzen, die effiziente Integration von erneuerbaren Energien und die transparente Erfassung von CO2-Emissionen. Ohne präzise Messung gibt es also keine zielgerichtete Steuerung. Energiemanagement ist damit der Schlüssel zur erfolgreichen Elektrifizierung von Gebäuden.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Wie sieht Ihrer Meinung nach das intelligent vernetzte Gebäude der nächsten Jahre aus und welchen Stellenwert nimmt das Energiemanagement ein?

Das Gebäude der Zukunft ist vollständig vernetzt, interoperabel und selbstoptimierend. Alle gebäudetechnischen Systeme – von der Energieversorgung über HKL bis zur Ladeinfrastruktur – kommunizieren herstellerunabhängig miteinander. Energieflüsse werden in Echtzeit analysiert, Abweichungen automatisch erkannt und Optimierungsmaßnahmen angestoßen. Energiemanagement ist dabei kein separates System mehr, sondern das strategische Rückgrat des Gebäudes. Es verbindet Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und natürlich regulatorische Konformität. Ich bin überzeugt: Das intelligente Gebäude der Zukunft wird nicht nur energieeffizienter sein – es wird aktiv zur Stabilisierung unserer Energiesysteme beitragen. Und genau hier sehen wir unsere Rolle als Janitza.

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