Bild 4 | Das Remote Display RD 96 passt genau in vorhandene Aussparungen.
Bild 4 | Das Remote Display RD 96 passt genau in vorhandene Aussparungen.Bild: ©Martin Witzsch

Datenhoheit ohne Wenn und Aber

Die Datenübertragung aus der Station will die SWT in der eigenen Hand behalten, wie Faber erläutert: „Wir betreiben eine kritische Infrastruktur, unsere Systeme sind zertifiziert. Dafür möchten wir unsere eigenen Systeme nutzen. So können wir Daten für unterschiedliche Anwendungen zentral ablegen – und müssen uns keine Gedanken um eine neue Zertifizierung machen.“ Janitza bietet hierfür dank der offenen Schnittstellen eine kundenfreundliche Lösung, wie Reinhard bestätigt: „Wir haben jederzeit Zugriff auf unsere Daten. Es gibt keine systembedingte Verschlüsselung und man benötigt keine spezielle Software, um die Daten auszulesen. Bei anderen Systemen ist das oft mit Lizenzgebühren verknüpft. Nicht so bei Janitza.“ Zu den Stadtwerken gehört auch eine eigene Abteilung für die Fernwirktechnik. Mit den dortigen Kollegen haben sich Faber und Reinhard auf ein Konzept zur Digitalisierung der Stationen verständigt. Hierfür werden die Messwerte aus den Janitza-Geräten per Modbus TCP auf ein Fernwirkgerät übertragen. Die Kommunikationsanbindung erfolgt über die eigene Infrastruktur der SWT. Das ist sogar über ältere Kupferkabel möglich, die für diesen Zweck ausreichen. Gleichzeitig bauen die Stadtwerke ein eigenes Glasfasernetz aus. Ist beides nicht vorhanden, erfolgt die Übertragung der Daten per Mobilfunk. Das Fernwirkgerät überträgt auch andere Informationen aus der Station, wie die Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung oder Türkontakte bei kritischen Standorten. Über eine Datenweiche werden die Messwerte und Informationen ins Leitsystem übertragen und in einer Datenbank gespeichert. Aus dieser können sich unterschiedliche Systeme bedienen, wie etwa der digitale Zwilling des Netzes. Er ist für die Anforderungen gemäß §14a EnWG wichtig. Weitere Nutzer sind die Abteilungen für Planung und Netzstrategie sowie der Betrieb, der sich für anstehende Wartungen den Lastverlauf der jeweiligen Station sehr hoch aufgelöst ansieht.

Bild 5 | Für mobile Messungen haben die Stadtwerke Trier/Mitarbeiter der SWT passend zum Remote Display RD 96 mittels 3D-Druck ein Gehäuse mit Magnethalterung konstruiert.
Bild 5 | Für mobile Messungen haben die Stadtwerke Trier/Mitarbeiter der SWT passend zum Remote Display RD 96 mittels 3D-Druck ein Gehäuse mit Magnethalterung konstruiert.Bild: ©Martin Witzsch

Perspektive Spannungsqualität

Die UMG 801 Netzanalysatoren bieten nicht nur eine ganzheitliche Messdatenerfassung, sondern auch eine umfassende Analyse der Netzqualität. Dazu meint Faber: „Um die Netzqualität in einzelnen Netzgebieten zu überwachen, setzen wir aktuell mobile Messtechnik ein. Wenn wir also die gesamte Messtechnik erneuern, sollte das neue Messsystem die Möglichkeit für eine detaillierte Netzanalyse mitbringen.“ Resch geht ins Detail: „Das UMG 801 ist ein Klasse S Messgerät. Für eine gerichtsfeste Messung ist Klasse A vorgeschrieben. Aber das ist hier nicht erforderlich. Die Messungen erlauben eine schnelle erste Einschätzung der Netzqualität. So erhalten die Stadtwerke ein flexibles Tool zur Messung der Netzqualität zu einem interessanten Preis.“ Auch Reinhard ist von den Geräten überzeugt: „Zukünftig können wir Auffälligkeiten erkennen, bevor es zu Problemen kommt. Wir können uns beispielsweise Oberschwingungen ansehen und abschätzen, ob es kritisch werden könnte. Das wird speziell für die Versorgung unserer Gewerbekunden immer wichtiger.“

Neue Kompaktstationen warten auf ihren Einsatz. Sie sind bereits ab Werk mit der Messtechnik von Janitza ausgestattet.
Neue Kompaktstationen warten auf ihren Einsatz. Sie sind bereits ab Werk mit der Messtechnik von Janitza ausgestattet.Bild: ©Martin Witzsch

Umbau nach Bedarf

Die Stadtwerke haben alle Stationen mittels einer Netzstudie bewertet, um den Rollout bedarfsgerecht zu steuern. Sie berücksichtigt sowohl das aktuelle Lastverhalten als auch Prognosen zu E-Mobilität, Wärmepumpen und PV. Die Hochlaufzahlen dieser steuerbaren Verbrauchseinrichtungen hängen von vielen Parametern ab. Dazu gehört auch die Vergabe von Fördermitteln, also politische Entscheidungen. Aktuell sind 56 Stationen mit der Messtechnik ausgestattet. Dazu Faber: „Wir wollen unsere 450 Stationen weiter bedarfsorientiert umrüsten. Das Vertrauen in die verbaute Technik ist dabei sehr wichtig. Ausfälle sind teuer und binden Personal. Bei Janitza sind wir sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und den Konzepten.“

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