Elektronisches Schutzschaltgerät mit integrierter Differenzsstromüberwachung
Das 2024 auf den Markt gebrachte halbleiterbasierte Sentron ECPD zeichnet sich durch eine bis zu 1.000-mal schnellere sichere elektronische Schaltung aus, um die Kurzschlussenergie zu verringern und Systeme und Anlagen zu schützen. Es bietet eine Vielzahl an konfigurierbaren Funktionalitäten in einem einzigen Gerät, reduziert den Platzbedarf im Verteiler um bis zu 80 Prozent und ermöglicht eine flexible, softwarebasierte Parametrierung. In naher Zukunft wird die einphasige Version des Schutzschaltgerätes als Variante Leitungsschutz mit integrierter Differenzstromüberwachung (RCM Residual Current Monitoring) erhältlich sein. Die RCM-Funktion ermöglicht die kontinuierliche Überwachung von Differenzströmen und damit die frühzeitige Erkennung von Fehlern in Stromkreisen – ohne Unterbrechung des Betriebs. Dies gewährleistet eine hohe Systemverfügbarkeit rund um die Uhr und den Schutz wertvoller Geräte. Diese Funktionalität eignet sich besonders für Anlagen mit hoher Sicherheitsrelevanz und/oder hohen Anforderungen an die Systemverfügbarkeit, wie z.B. Rechenzentren, Messen, Beleuchtung oder industrielle Anwendungen. “Bei kritischen Kundenapplikationen ist bei Differenzströmen nicht immer eine Abschaltung gewünscht, eine Überwachung der Anlage aber gefordert”, sagt Christian Albrecht, Head of Product Management Circuit Protection bei Siemens Smart Infrastructure. Darüber hinaus kann die RCM-Funktion wiederkehrende Isolationsprüfungen ersetzen und so Wartungsabläufe vereinfachen. Für Drehstromanwendungen plant Siemens außerdem die Einführung einer dreiphasigen Ausführung des Sentron ECPD (400V / 32A / 50Hz), für den Einsatz in Infrastruktur- und Industrieanwendungen wie Förderbänder, Aufzüge, Wärmepumpen, Klimaanlagen, sichere und stabile Stromverteilung bei Veranstaltungen oder USV-Anlagen. Auch das Sentron ECPD zahle auf das Thema Nachhaltigkeit ein, so Albrecht. “Es handelt sich hier um ein multifunktionales Produkt, das bis zu zehn verschiedene Geräte vereint. Würde man herkömmliche Produkte verwenden, wären dies summa sumarum mehr als 500 Varianten, die Kunden bestellen und lagern müssten. Zudem verwenden wir für das ECPD bis zu 30 Prozent recyceltes Material.” Durch das schnelle Abschalten des ECPD entsteht zudem kein Lichtbogen im Gerät, der gelöscht werden müsste. Während empfohlen wird, einen Leitungsschutzschalter nach mehr als drei Abschaltungen mit maximalen Kurzschluss auszutauschen, kann der ECPD solche Abschaltungen beliebig oft und ohne Verschleiß durchführen. Auch dies trage zur Ressourceneffizienz und zur Sicherheit der Anlage bei, bemerkt Christian Albrecht abschließend.

















