
Herr Koutrouvis, wie hat sich Lütze durch die Übernahme durch Amphenol verändert – sowohl strukturell als auch kulturell?
Die Integration in den Amphenol-Konzern brachte weitreichende strukturelle Veränderungen mit sich. Jedes Amphenol-Unternehmen – und damit auch die internationale Lütze Gruppe – folgt einer einheitlichen Führungsstruktur mit klar zugewiesenen Rollen: einem CEO und einem CFO. Die Lütze-Gesellschaften selbst sind dabei in die Lütze International Group eingebunden, was Transparenz schafft und es ermöglicht, die Geschäftsbereiche Automation und Transportation über mehrere GmbHs hinweg geordnet und stabil zu führen. Trotz der neuen Eigentümerstruktur war es uns wichtig, die Unternehmenskultur zu bewahren. Der Übernahmeprozess wurde sehr transparent gestaltet. Ganz bewusst wurde darauf geachtet, unsere familiäre Kultur und die Verantwortung gegenüber der Belegschaft sowie dem Standort zu erhalten. Die Unternehmen von Lütze bleiben dementsprechend auch nach außen sichtbar und behalten ihre Identität. Wir sehen uns als Teil eines großen Netzwerks, nicht als abgespaltener Einzelteil. Amphenol versteht sich als ‚das größte kleine Unternehmen der Welt‘ – mit insgesamt 144 Unternehmen und rund 15 Mrd. Euro Umsatz. Die Zusammenarbeit verläuft dabei eher partnerschaftlich als zentralistisch.
Bleiben Lütze Transportation und Friedrich Lütze eigenständig oder werden sie doch stärker integriert?
Die Firmen werden nicht vollständig in Amphenol integriert, sondern in die Familie aufgenommen. Synergien werden dort genutzt, wo es Sinn macht – operative und kulturelle Identitäten bleiben aber gewahrt. Unsere Verantwortung liegt darin, die Perspektive und Sicherheit für die Standorte und unsere Mitarbeitenden zu erhalten.
Was bedeutet die Übernahme für die Marktposition von Lütze – sind Veränderungen im Wettbewerb spürbar?
Gerade im Bereich Factory Automation in Europa und in der Bahnindustrie genießen wir einen guten Ruf. Durch den Zusammenschluss konnte Lütze seine Marktposition noch stärken. So sind wir in Nord- und Südamerika bislang weniger bekannt. Durch das internationale Netzwerk von Amphenol ergeben sich für uns dort neue Chancen. Das Ziel ist es, die regionale und anwendungsspezifische Präsenz auszubauen und die Marke gezielt in neuen Märkten zu positionieren.


















