Alles im Zeitrahmen
„Dank der neuen Anreihschränke konnten wir den straffen Zeitplan einhalten“, erinnert sich Brühlmann, „die Anfrage vom Kunden kam am 19. September, und das Ziel war, die Anlage vor Weihnachten auslieferbereit zu haben. Da die Toptec-Schränke als Standardprodukte ab Lager lieferbar sind, ebenso wie das Kühlgerät, konnten wir alle Elemente im Zeitrahmen liefern.“ „Wir konnten hier eine All-In-One-Lösung aus Schrank, Klimagerät sowie Berechnungs- und Beratungsleistung liefern“, schließt Kai Wittlinger von Rittal Schweiz, „das hat Pezag geholfen, eine runde Lösung zu liefern. So waren am Ende alle zufrieden – und vor allem konnte der Pezag-Kunde seine neue Anlage termingerecht in Betrieb nehmen.“
Vor 35 Jahren brachte Rittal die Klimaauslegungs-Software Therm als kostenlosen Service auf den Markt, als erster Hersteller weltweit. Heute arbeiten damit über 80.000 Kunden rund um den Globus und legen damit jeden Monat rund 50.000 Schaltschränke thermisch aus. „Man hört oft den Spruch: Never change a running system“, sagt Verena Schneider, Business Owner für RiTherm im Geschäftsbereich Cooling Solutions bei Rittal, „das ist aber nicht unser Ansatz. Die Anforderungen an Energieeffizienz steigen, verlässliche CO2-Zahlen sind gefragt. Also haben wir uns gefragt, was unsere Kunden in der Zukunft brauchen.“ Herausgekommen ist das komplett neue Auslegungstool RiTherm, das über die Website von Rittal und die Eplan Cloud verfügbar ist. Wer bislang Therm genutzt hat, kann eigene Projekte übertragen und von allen Vorteilen profitieren.
CO2-Fußabdruck und F-Gase
Die Software liefert eine präzise Auslegung für die Klimatisierung von Schaltschränken. Als Basis werden für die Umgebungstemperatur Worst-Case-Szenarien verwendet, damit die Lösungen den echten Einsätzen auf jeden Fall standhalten. Der Energieeffizienzrechner nutzt Projektdaten zum jeweiligen Standort – dazu zählen auch Feinheiten wie die Angabe der Höhenmeter oder regionale Temperaturprofile. Anhand der Projektdaten wird die individuell effizienteste Klimatisierungslösung berechnet. Zudem liefert RiTherm den CO2-Fußabdruck der geplanten Klimatisierungslösung, von der Anlieferung bis zum Betrieb. „Es gibt zwar noch keine gesetzliche Vorgabe, aber große Endkunden fordern von ihren Anlagenbauern einen Nachweis, dass sie die effizienteste Klimatisierung gewählt haben“, sagt Verena Schneider. Am Ende wird so eine Dokumentation in Form eines normgerechten Entwärmungsnachweises nach Maschinenrichtlinie erstellt. Vor dem Hintergrund der neuen F-Gase-Verordnung hilft RiTherm außerdem bei der schwierigen Frage der Kältemittelwahl: Kunden werden hier aktiv durch Hinweise und Angaben des Treibhauspotenzials (GWP) der jeweiligen Kühllösung unterstützt.
Da kommt noch mehr
„Dank der modern und intuitiv gestalteten Oberfläche macht die Arbeit mit RiTherm richtig Spaß“, so die Expertin Schneider. Komfortabel lassen sich bedarfsgerechte Kalkulationen von Schaltschränken, Sonderschränken oder jetzt auch Anreihungen von Schaltschränken erstellen, um einen Vorschlag für die benötigte Kühllösung zu erhalten. Das freut auch die Kunden, wie Niklas Papenheim, Projektmanager bei Comati Automation, bestätigen kann: „Das Feature, das wir am meisten nutzen, ist die Berechnung der Luftleistung. Mit diesem Wert können wir einfach und schnell geeignete Lüfter oder Klimageräte auswählen.“ Ebenfalls in RiTherm enthalten sind Funktionen und Services wie die thermische Kalkulation für Outdoor-Schaltschränke oder der Datentransfer zwischen den Eplan Software-Tools. Neu ist auch die Funktion Heat-Loss-Zones: Kunden können innerhalb ihrer Schaltschrankanreihung eigene Zonen definieren, die dann als ein zusammenhängender, thermisch zu kalkulierender Bereich betrachtet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, Kühlleistungspuffer einzurechnen und in der Dokumentation auszuweisen. Und damit sind noch nicht alle Features des neuen Auslegungstools RiTherm genannt.

















