Handelskonflikte, Bürokratie und steigende Kosten bremsen die Branchenkonjunktur

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Bild: VDMA e.V.

Im ersten Halbjahr sank die reale Produktionsleistung im Maschinen- und Anlagenbau am Standort Deutschland um 4,5% im Vergleich zum Vorjahr. Und die Dynamik hat sich zuletzt verstärkt: der Rückgang im zweiten Quartal 2025 erreichte 4,9% und war damit größer als im ersten Quartal. „Immerhin gibt es erste Hoffnungsschimmer im Auftragseingang. Von Januar bis einschließlich Juli kamen real 2% mehr Bestellungen in die Bücher“, sagte Kawlath. Allerdings waren die technischen Kapazitäten im Juli nur zu 77,6% im Branchendurchschnitt ausgelastet – „das ist deutlich zu wenig!“, betonte der VDMA-Präsident. „All diese Faktoren führen dazu, dass wir unsere Prognose für die Produktion in diesem Jahr nach unten korrigieren müssen. Bisher gingen wir von einem Minus von 2% aus, nun rechnen wir mit -5% für 2025“, sagte Kawlath. „Angesichts dieser schwierigen Gemengelage blicken wir derzeit nur mit leichtem Optimismus auf das kommende Jahr. Wir erwarten einen preisbereinigten Produktionsanstieg von 1% für 2026“, so Kawlath.

Der VDMA-Präsident stellte klar, dass es im „Herbst der Reformen“ vor allem um die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas gehen muss. „Nur ein industriell starkes Deutschland kann den Wohlstand hier und auch in Europa sichern“, betonte er. Der Standort Deutschland hat ein großes Kostenproblem: Bürokratie, Steuern, Lohnnebenkosten, Energie – „überall muss angesetzt werden“, forderte Kawlath. Dabei seien harte Maßnahmen unvermeidlich. „Aber ein Sozialstaat, dessen Abgabenquote immer mehr in Richtung 50% steuert, ist nicht haltbar“, warnte der VDMA-Präsident. Erwartet und notwendig sei jetzt eine klare politische Agenda, mit der erkennbar werde, wie die Wirtschaft, Arbeitsplätze und auch der Sozialstaat gesichert werden sollen. „Nennen Sie es Agenda 2030 oder anders. Aber dieser Kurs muss jetzt beschlossen und beherzt verfolgt werden. Es ist keine Zeit mehr für lange Debatten in Kommissionen oder für Koalitionsstreitigkeiten. Wir brauchen einen Herbst des Handelns“, bekräftigte er.