Neue Anschlussrichtung für das modulare Verteilerblock-System
Jetzt auch vertikal
Anlagen und Systeme zu verdrahten, ist dank moderner Verbindungstechnik-Systeme leicht und zuverlässig. Die Verwendung der Push-in-Federanschlusstechnik kann zudem noch viel Zeit sparen. Dennoch gibt es in bestimmten Umgebungen Herausforderungen.
Bild 1 | Der vertikale Anschluss macht die Leiterführung einfach. Mit vorkonfigurierten Blöcken 'out of the box' können Anwender sofort starten.
Bild 1 | Der vertikale Anschluss macht die Leiterführung einfach. Mit vorkonfigurierten Blöcken ‚out of the box‘ können Anwender sofort starten.Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG

Neue Federanschlusstechnik stellt heute in modernen Schaltschrankverdrahtungen die vorherrschende Anschlussart dar. Auch bei der Feder kann man differenzieren, hat sich doch in den letzten Jahren die Direktstecktechnik Push-in am Markt weitgehend als die beliebteste Federanschlusstechnik bewiesen. Nicht ohne Grund, denn hier können Anwender ohne Werkzeug den Leiter direkt in die Klemmstelle einstecken, soweit die Leitung starr ist oder mit Aderendhülse versehen. Der Push-in-Anschluss bietet über die verfügbaren Anschluss-Nennquerschnitte bis ca. 16mm² einen Frontanschluss: Man steht vor dem Schaltschrank und kann die Leitung auf geradem Weg nach vorn in die Klemme einstecken. Umständliches Manövrieren des Leiters von der Seite entfällt. Für industrielle Standard-Applikationen ist dies zumeist eine geeignete Lösung, wenn man Verdrahtungszeit, Verdrahtungssicherheit und die gut lesbare Markierung betrachtet. Phoenix Contact bietet zudem seit einiger Zeit seinen Push-in-Frontanschluss in dem besonders kleinen PTFIX-Verteilerblocksystem an. Hiermit kann sich der Anwender die Montage des Anschlussblocks frei wählen, mehrere Schienenmontageoptionen, Direktmontage mit Flansch oder sogar eine Klebemöglichkeit stehen zur Auswahl. Zudem lassen sich die Blöcke einfach wie Bausteine mechanisch miteinander verbinden. Man steckt die einzelnen Artikel individuell aneinander, montiert ggf. das gewünschte Montagezubehör für die spezifische Applikation und kann ohne weitere Konfiguration anschließen. Dieses PTFIX-Blocksystem ist so modular und flexibel, dass Phoenix Contact von einem ‚Fix-Faktor‘ spricht, der die besonderen Vorteile dieses Systems definiert.

Bild 2 | Der seitliche Push-in-Anschluss ist schnell, 
sicher und werkzeuglos zu verdrahten.
Bild 2 | Der seitliche Push-in-Anschluss ist schnell, sicher und werkzeuglos zu verdrahten.Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG

Online-Konfiguration erleichtert die Individualisierung

Um den Systemgedanken abzurunden und eine einfache sowie wiederverwertbare Individualisierung zu bieten, existiert ein Online-Konfigurator, mit dessen Hilfe der Kunde die PTFIX-Blöcke auswählen, zusammenstellen, mit Zubehör versehen und beschriften kann. Am Ende fügt er die erstellte Lösung in den Warenkorb ein und geht zur Online-Kasse. Für eine spätere erneute Bestellung des Produktes erhält er eine einzigartige Lösungs-ID, sodass er die Konfiguration nicht nochmals durchführen muss. Einfacher geht es nicht. Als Erweiterung dieses Fix-Verteilerblocksystems bietet Phoenix Contact nun die PTVFIX-Produktlinie im Nennquerschnitt von 2,5mm² an. ‚V‘ steht für vertikaler Anschluss, äquivalent zur neuen Standard-Reihenklemme PTV. Hier befindet sich der Leitereinführtrichter um jeweils 90° versetzt an der Seite. Somit können die PTVFIX-Blöcke seitlich angeschlossen werden, so wie von den altbewährten Schraubanschlussklemmen bekannt. Betrachtet man den Block waagrecht installiert im Schaltschrank, kommen die anzuschließenden Leiter aus vertikaler Richtung. Die PTVFIX-Blöcke sind konturgleich mit den bekannten PTFIX-Verteilerblöcken und lassen sich mit ihnen mechanisch verbinden und installieren. Durch die an die Seite verlagerten Anschlussöffnungen verfügen die PTVFIX-Blöcke über größere Betätigungsdrücker, die Pusher, und mehr frontale Fläche für eine farbliche Gestaltung des jeweiligen Blockes. Dies schafft zusätzliche Anschlusssicherheit, denn eine klare Identifizierung der Klemmen trägt dazu bei, Verdrahtungsfehler zu vermeiden.

Neue Wege bei der Farbgebung

Beim Thema farblicher Kennzeichnung geht Phoenix Contact mit den PTVFIX-Verteilerblöcken neue Wege. Statt wie bisher bei Verbindungsklemmen in farbigem Kunststoff ausgeprägt, bestehen die Blöcke der neuen PTVFIX-Serie allesamt aus dem typischen grauen Kunststoff und bekommen bei allen anderen Farbvarianten einen frontal flächendeckenden Farbaufdruck. Dies mag auf den ersten Blick ungewohnt erscheinen, birgt aber gewisse Vorteile für den Anwender. So verspricht der Hersteller, per individueller Konfiguration definierte Beschriftung direkt mit auf die Mitte der Blöcke aufbringen zu können – das lästige Aufkleben von Beschriftungsstreifen kann dadurch komplett entfallen. Zudem verfügt die Beschriftung über die gleiche Druckqualität wie die Markierung des Blocks selbst, und das in hochwertiger Industriedruck-Qualität. So wird unter anderem in Anlehnung an DIN EN ISO1518-1 die Oberflächen-Kratzfestigkeit geprüft. Die Haftfähigkeit der Bedruckung ist durch eine Qualifizierung in Anlehnung an DIN EN ISO2409, dem sogenannten Tape-Test, sichergestellt. Außerdem ist der Farbaufdruck dank diverser Prüfungen widerstandsfähig gegen chemische Einflüsse und eignet sich ideal für die Materialoberfläche. Einen weiteren Vorteil der farblichen Markierung durch Bedrucken der Oberfläche der PTVFIX-Verteilerblöcke sieht Phoenix Contact in kurzen Lieferzeiten zum Kunden. Weil das Unternehmen die grauen Grundgehäuse stets vorhält und nur farblich bedrucken muss, kann es schnell auf Kundenwünsche reagieren und auch besondere Bedruckungen ausliefern.

Bild 3 | Mit den neuen Multiblöcken kann der Geräteanschluss nun noch schneller und mit mehr Montagemöglichkeiten erledigt werden. Sie verfügen über einzelne Potentiale und sind mit der Fix-Serie konturgleich anreihbar.
Bild 3 | Mit den neuen Multiblöcken kann der Geräteanschluss nun noch schneller und mit mehr Montagemöglichkeiten erledigt werden. Sie verfügen über einzelne Potentiale und sind mit der Fix-Serie konturgleich anreihbar.Bild: Phoenix Contact GmbH & Co. KG

Multiblöcke beinhalten unterschiedliche Potentiale

Die neue Produktfamilie der PTVFIX-Verteilerblöcke verfügt über eine besondere Artikelgruppe, die es im frontverdrahteten PTFIX-System bislang nicht gibt: Multiblöcke. Diese Blöcke verfügen im Innern nicht über ein komplett gebrücktes elektrisches Potential, sondern über multiple Einzelpotentiale, sogenannte Durchgangsfunktionen. Die PTVFIX-Multiblöcke stellen im Hause Phoenix Contact ein modernes Upgrade zu den altbekannten Geräteanschlussklemmen mit Schraubanschluss dar. Die Neuerungen umfassen nicht nur den Push-in Anschluss und die farbliche Markierung, sondern natürlich auch die aus dem Fix-System übernommenen Montageoptionen. Die beschränkten sich bei den älteren Schraubanschlussvarianten auf die Oberflächenmontage. Komplett graue Varianten mit 2, 3, 4 und 5 elektrischen Polen bilden das Grundsortiment der PTVFIX Multiblöcke. Für den Anschluss von ein- oder dreiphasigen Geräten stehen allerdings noch zwei Varianten mit farblich markierten Durchgängen für den Neutral- und PE-Leiter zur Verfügung. Nahezu keine Einschränkungen gibt es für die Anwendungsgebiete der neuen PTVFIX-Blöcke. Die Grundblöcke und die Klebevarianten sind nach DIN EN (IEC)60998-2-2 für Haushalt und ähnliche Zwecke geeignet, unter Verwendung des Montagezubehörs für DIN-Tragschienen TH 15 und TH 35 oder des Direktmontage-Flanschs wird automatisch eine Freigabe nach DIN EN (IEC)60947-7-1 erreicht. Neben diesen Approbationen verfügen die PTVFIX-Produkte über UL, CSA und Schiffsbauzulassungen. Ihre besonderen Vorteile spielen die neuen Blöcke mit vertikalem Anschluss dort aus, wo beengte Verhältnisse herrschen und eine Frontverdrahtung nicht möglich ist, z.B. in Bedienpulten oder flachen Boxen im Maschinenbau oder in der Gebäudeinstallation. Allerdings bieten die Blöcke auch Vorteile für die Anwender im industriellen Umfeld, die die Leitung nicht nach vorn biegen möchten oder einfach von der Schraubanschlusstechnik wechseln möchten.

Fazit

Mit der neuen vertikalen Push-in Leiteranschlussrichtung hält eine weitere Variante Einzug in die Fix-Familie von Phoenix Contact. Neben der geringen Baugröße des speziell für die Blöcke verkleinerten PTV-Anschlusses bieten sich auch Vorteile durch die neuen Multiblöcke, welche separate Potentiale in einem Block führen. Die neuartige Frontbedruckung bietet dem Anwender vielfältige Möglichkeiten in Bezug auf Farbmarkierung und Beschriftung.

Phoenix Contact GmbH & Co. KG

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