Die VDE 0100-801 ist seit Mai 2015 in Deutschland gültig und Teil der Normenreihe DIN VDE 0100. Sie wurde auf Basis der europäischen Norm HD 60364-8-1 entwickelt und legt Anforderungen und Empfehlungen für neue elektrische Anlagen sowie für die Modifikation bestehender Systeme fest. Ziel ist, eine bestmögliche Energiebereitstellung bei minimalem Energieverbrauch – als technischer Beitrag zur Nachhaltigkeit. Kern der Norm ist u.a. die Installation geeigneter Messtechnik, mit der sich Energieflüsse im Gebäude präzise erfassen lassen. Diese Systeme müssen so platziert werden, dass sie eine Bewertung der Effizienz auf verschiedenen Ebenen ermöglichen – von der Hauptverteilung über Unterverteilungen bis hin zu definierten Verbrauchergruppen. Auf dieser Basis lässt sich die energetische Qualität eines Gebäudes erstmals verlässlich und vergleichbar abbilden – analog zum Energieausweis im Wohnbau. Verbrauchs- und Lastdaten werden zu transparenten Kennzahlen verdichtet, die eine objektive Bewertung von Gewerbeimmobilien ermöglichen. Damit schafft die Norm ein technisches Fundament für Benchmarking, Sanierungsmaßnahmen und die Planung nachhaltiger Gebäude. Für Schaltschrankbauer bedeutet das: Der Schaltschrank entwickelt sich vom funktionalen Verteiler zur intelligenten Energiezentrale, die nicht nur Strom verteilt, sondern auch relevante Daten überträgt – strukturiert, sicher und normkonform. Die Auswahl geeigneter Komponenten wie Energiezähler oder Schnittstellenmodule wird damit zu einem zentralen Bestandteil der Gesamtstrategie.
Energiedatenmanagementsysteme: Vom Messen zum Verstehen
Doch wie lassen sich die erhobenen Daten nutzen? Genau hier setzt das Energiedatenmanagementsystem Visual Energy der KBR EnergyManagement an. Das bayrische Unternehmen ist auf betriebliches Energiemanagement spezialisiert und blickt auf fast 50 Jahre Erfahrung zurück. Die Software fungiert als digitales Nervensystem für Industriegebäude. Sie sammelt, visualisiert und analysiert Energiedaten – in Echtzeit und standortübergreifend. Mit Visual Energy lassen sich Verbräuche transparent darstellen, bewerten und gezielt optimieren. Unternehmen erkennen Verbrauchsspitzen, vergleichen Lastgänge oder berechnen Kennzahlen wie die Energieintensität einzelner Prozesse. Gleichzeitig ermöglicht die Lösung eine verlässliche Dokumentation für Audits, Berichte oder die Nachweispflicht gemäß ISO50001 und DIN EN 16247. Die Benutzeroberfläche erlaubt den Zugriff durch unterschiedliche Nutzergruppen – von Technikern bis zur Geschäftsleitung. So wird Visual Energy zur Brücke zwischen Elektrotechnik und strategischer Energieplanung.

Praxisbeispiel: Energieeffizienz im Betrieb
Ein Praxisbeispiel zeigt, wie ein Maschinenbauer durch Messtechnik im Schaltschrank und Anbindung an Visual Energy seine Effizienz steigern konnte. Nach der Ausstattung mit MID-konformen Zählern wurden Lastprofile analysiert. Dabei traten unerwartete Lastspitzen in der Nachtschicht zutage – verursacht durch unnötig laufende Nebenaggregate. Durch gezielte Maßnahmen konnte das Unternehmen die Energiekosten um rund 12 Prozent senken – allein durch Transparenz und bewusstere Steuerung.

360°-Energiemanagement: Ganzheitlich denken
Mit dem 360°-Energiemanagement verfolgt KBR einen integrativen Ansatz, der alle Aspekte modernen Energiemanagements vereint: Messen, Sammeln, Visualisieren, Bewerten und Steuern – systemisch vernetzt und praxiserprobt. Ziel ist es, nicht nur Einsparungen zu erzielen, sondern dauerhafte Energieeffizienz auf Systemebene zu ermöglichen. Vom Zähler über Schnittstellen bis zur Software ist jede Komponente Teil eines durchdachten Konzepts. Dank modularer Struktur lassen sich KBR-Systeme skalieren – von der Einzelanwendung bis zur Steuerung komplexer Netze. So wird das 360°-Energiemanagement zum Werkzeug für Energieverantwortliche in Industrie, Gewerbe und Infrastruktur.



















