Neben Gehäusen und Schaltschränken bietet Fibox auch zahlreiche Dienstleistungen, wie Werkzeugbau- und Spritzguss-Services, Schaltschrankmontage, oder Engineering & Produktentwicklung im Bereich Elektrotechnik. Wie entwickeln sich diese Geschäftsbereiche?

Hettig: Es gibt einmal den Bereich Elektro- und Automatisierungssysteme – die Fibox Tested Systems. Hier bauen wir für OEM-Kunden aus Skandinavien anschlussfertige und dokumentierte Steuerschränke oder Energieverteilungen für den weltweiten Einsatz. Ein zweiter Service hat sich aufgrund unseres Knowhow in Sachen Kunststofffertigung ergeben. Kunden, die für ihre Lösungen Kunststoffkomponenten benötigen, die besondere Anforderungen an Dichtigkeit, Schlagfestigkeit oder UV-Beständigkeit erfüllen müssen, sind bei uns an der richtigen Adresse. Hier bieten wir die gesamte Wertschöpfungskette: Wir konstruieren das Bauteil, bauen das Werkzeug und fertigen die Komponente. Mit dieser klaren Fokussierung entwickeln sich alle drei Geschäftsbereiche – Gehäuse & Schaltschränke, Spritzguss & Kunststofflösungen sowie Elektro- und Automatisierungssysteme – organisch weiter. Sie haben jeweils eine eigene Kernstrategie, es gibt aber natürlich auch Synergien, die durch einen Aufsichtsrat koordiniert werden.

Welche technologischen und marktseitigen Entwicklungen werden die Anforderungen an Industriegehäuse und Schaltschränke in den kommenden Jahren besonders prägen?

Hettig: In den letzten 30 Jahren hat sich das Thema Kunststoff massiv weiterentwickelt: mit immer neuen Anwendungsfeldern und Herausforderungen. In den 1990er-Jahren war es die Substitution von Weichmachern, heute geht es um die sogenannt Ewigkeitschemikalien, also PFAS, die ebenfalls in einigen Kunststoffen substituiert werden müssen. Zudem beschäftigen wir uns zunehmend mit Materialrecycling. Gleichzeitig prädestinieren die Materialeigenschaften unsere Lösungen beim Einsatz auf den Gebieten Energiewende, Ladeinfrastruktur, Batteriespeicher, Automatisierung oder kritische Infrastrukturen. Entsprechend besteht beim Thema Kunststoffe auch zukünftig großes Potenzial, dies zum Nutzen unserer Kunden und deren sich ändernden Anforderungen weiterzuentwickeln.

Zum Abschluss ein persönlicher Blick in die Zukunft: Wenn wir uns in drei bis fünf Jahren wieder zum Interview treffen – woran würden Sie persönlich festmachen, dass Ihre Strategie für Fibox erfolgreich war?

Hettig: Wenn wir uns in fünf Jahren wieder treffen, dann mache ich meinen Erfolg daran fest, dass das Thema Internationalisierung bei Fibox auf ganz anderen Füßen steht als heute, wir unseren Kunden ein verjüngtes Produktportfolio anbieten können und ein Generationswechsel von unserem heutigen Inhaber Tapani Niemi zu dessen Söhnen Jyrki und Anssi erfolgreich stattgefunden hat.

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