Elektrotechnik hinter den Kulissen des Friedrichstadt-Palasts


‚Totally Integrated Power‘ und Sonderlösungen

Sämtliche Komponenten und Systeme von Siemens bilden eine durchgängige und technisch einheitliche Lösung, die sowohl die Mittel- als auch die Niederspannungsschaltanlagen integriert. Das zugrundeliegende Siemens-Konzept ‚Totally Integrated Power‘ – kurz TIP – gewährleistet durch exakt aufeinander abgestimmte Produkte und Systeme sowie durch technische Supportleistungen in der Planungsphase eine durchgängige und damit sehr effiziente und zuverlässige Energieverteilung von der Mittelspannungseinspeisung bis zur Verbrauchsstelle. Die Dimensionierung und Planung der einzelnen Anlagenteile erfolgte über die Siemens-Softwaretools Simaris design und Simaris project. Alle Komponenten haben damit die richtige Größe für eine optimale Netzauslegung. Das TIP-Konzept lässt selbstverständlich auch Raum für Sonder- und Detaillösungen. Solche erforderte im Friedrichstadt-Palast vor allem die Aufteilung des bestehenden Schaltanlagenraums in zwei getrennte Bereiche. So durchlaufen einige Niederspannungsleitungen den Mittelspannungsbereich in einem Zwischenboden. Eine spezielle Ummantelung gewährt dennoch den erforderlichen Brandschutz. Für die Entrauchung des hinten gelegenen Raums wurde ein Kanal durch den zweiten Raum gelegt. Die SF6-Schaltanlage erfordert einen Druckabsorptionskanal. Im Explosionsfall kann sich der Druck dort verteilen und um 50 Prozent verringern. Allerdings sehen die entsprechenden Vorgaben eine Druckentlastung ins Freie vor, was im Friedrichstadt-Palast nicht möglich ist. Berechnet über ein 3D-Simulationsprogramm bei Siemens in Erlangen, fand sich schließlich eine vorschriftenkonforme Lösung, bei der der Restdruck über zusätzliche Entlastungsklappen in den Nebenraum abgeführt wird. Nicht zuletzt fand eine praxisnahe Lösung aus der Umbauphase Eingang in das endgültige Anlagendesign: Wenn die sechs Direktanläufer-Hydraulikpumpen des Hubpodiums gleichzeitig anspringen, sind die Anlaufströme extrem groß. Um die provisorischen Gruppenverteiler nicht zu überlasten, realisierten Planer Standfest und seine Kollegen deshalb eine dynamische Blindstrom-Kompensation, über die sich die Stromspitzen kompensieren lassen.

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