Smartes Lock Management für Outdoor-Schränke
Mechanische Verriegelung ohne Schlüssel
Eine smarte All-in-One-Lösung aus Verschlusstechnik und Gehäuse für komplette Netzinfrastrukturen war das Ziel der gemeinschaftlichen Entwicklung von Emka und Sichert. Sie ersetzt das Management physischer Schlüssel durch ein digitales Tool und vereint damit Sicherheit sowie zentrale Überwachung in einem System. Die elektronischen Schwenkhebel von Emka ermöglichen im Rahmen der Lösung KeyLoS die mechanische Verriegelung der Verteilerschränke ohne physischen Schlüssel.
Bild 1 | Um Outdoor-Gehäuse sicher und smart zu machen, haben Emka und Sichert ihr Know-how gebündelt - mit dem smarten System KeyLoS als Resultat.
Bild 1 | Um Outdoor-Gehäuse sicher und smart zu machen, haben Emka und Sichert ihr Know-how gebündelt – mit dem smarten System KeyLoS als Resultat. – Bild: Emka Beschlagteile AG

Das 1923 gegründete Unternehmen Sichert mit Sitz in Berlin produziert Outdoor- und Multifunktionsgehäuse für ganz Deutschland. Der Hersteller steht für die Entwicklung individuell auf Kunden zugeschnittener und smarter Schaltschränke. Mit mehr als 400.000 eingesetzten Outdoor-Gehäusen allein in Deutschland gehört Sichert zu den Marktführern und gilt als Spezialist für Kabelverzweiger (KVz), Multifunktionsgehäuse (MFG), Pop-Systeme und Glasfasernetzverteiler. Ein Schwerpunkt liegt auf der Etablierung zukunftsweisender Markttrends wie dem Aufbau von Glasfaser-, 5-G- und LoRa-Netzen für die Infrastruktur zukünftiger Smart Cities. Zu den größten digitalen Herausforderungen in Deutschland zählt nach wie vor die flächendeckende Anbindung von Unternehmen und Haushalten an das Glasfasernetz. Zusammengefasst wird diese Aufgabe unter dem Begriff Fiber to the Home (FTTH). Es geht darum, langfristig schnelle Datenraten für Verbraucher und Unternehmen zu gewährleisten. Schnelles Internet und störungsfreie Telefonie: Dies zu sichern ist wiederum die Aufgabe von Outdoor-Schaltschränken bzw. Multifunktionsgehäusen. Sie sind Teil einer wichtigen Infrastruktur: Ihr Netzwerk deckt die Telekommunikation – Telefon, Internet und TV für die einzelnen Haushalte – in großen Gebieten ab. Die dafür notwendige physische Infrastruktur besteht aus einem digitalen Netzwerk von Knotenpunkten. Genauer gesagt, Schlüssel-Standorten wie Data Center, PoPs und Outdoor-Gehäusen im Feld.

Instandhaltung hängt von Gehäusesicherung ab

Mit der Fiber Connection Cabinet (FCC)-Serie adressiert Sichert den Ausbau von FTTH-Netzen. Für vorkonfektionierte Glasfasernetzverteiler hat das Unternehmen sechs verfügbare Gehäusegrößen entwickelt: eine einheitliche Baureihe für jedweden Ausbau mit nur einem einzigen System. Die FCC-Serie kann auf Wunsch mit KeyLoS ausgestattet werden. Gerade für die kritische FTTH- Infrastruktur ist das besonders wichtig. Bei KeyLoS handelt es sich also um ein selbstständiges Produkt, welches in allen Gehäusetypen eingesetzt werden kann – auch in Infrastrukturen wie z.B. Server-Schränke, für die Emka ebenfalls smarte Schwenkhebel herstellt. Die Idee hinter KeyLoS entstand aus einer grundlegenden Problematik: Denn die Instandhaltung der Verteilerschränke hängt stark von ihrer Sicherung ab. Auch gegen Gefahren wie Vandalismus und Beschädigungen durch Unfälle, Gewitter oder Hochwasser. Von entscheidender Bedeutung ist dabei das Management der zugehörigen physischen Schlüssel. Dies gestaltet sich für Mitarbeiter sowie Service-dienstleister komplex und führt immer wieder zu Problemen. Eine Überwachung der Gehäuse findet faktisch gar nicht statt und stellt ein massives Sicherheitsproblem für die kritische Infrastruktur dar. Diese Überwachung ist zudem sehr arbeitsintensiv sowie kostspielig und kann daher für den Betreiber zu einer großen Herausforderung werden.

KeyLoS vereint Know-how beider Welten

Um diese Problematik zu lösen und den Zugriff zu kontrollieren, haben Sichert und Emka ihr Know-how gebündelt. Emka ist seit rund zehn Jahren Lieferant von Schwenkhebeln und Verschlusslösungen für Sichert-Gehäuse. SIichert suchte nach einer smarten Lösung für das Management aller Locations im Netz sowie die sichere Zutrittsverwaltung. Grundlegend für die Entwicklung war die Überlegung, wie man die Verschlusstechnik von Emka mit den Gehäusen von Sichert kombinieren kann, um die Sicherheit der Outdoor-Schränke zu erhöhen, ohne die komfortable Bedienung und das Look & Feel außer Acht zu lassen. Entstanden ist KeyLoS, kurz für KeyLocation System, das die mechanische Verriegelung des Gehäuses ohne physischen Schlüssel ermöglicht. Es handelt sich um ein elektronisches Zugangssystem, das neben dem Gehäuse aus drei Komponenten besteht: KeyLoS HUB, elektronischer Schwenkhebel und Powerbank. Da die FCC-Serie rein passive Glasfasernetzverteiler (Gf-NVt) sind, ist hier die die induktive Ladung besonders wichtig. Der KeyLoS HUB stellt die Verbindung zur Managementsoftware dar. Auf diese Weise werden die Zugriffsrechte zentral verwaltet, die Standorte überwacht und sämtliche Aktivitäten am Gehäuse registriert und gemeldet. Zudem ist es den Administratoren möglich, Schlüssel in Echtzeit zu vergeben und zu entziehen. Der Zugriff auf das Gehäuse erfolgt über Bluetooth Low Energy (BLE 4.0). Via App erfolgt die Schlüsselanfrage sowie das digitale Öffnen und Schließen.

Flächendeckendes Pilotprojekt in Berlin

Ein erstes flächendeckendes KeyLoS-Projekt wird nun im Stadtgebiet Berlin umgesetzt. Rund 1.000 neue Gehäuse werden mit KeyLoS, Emka Schwenkhebeln und LWL-Verteiltechnik der Firma ZVK verbaut. Die Anforderungen sind dabei klar formuliert:

  • Alle Komponenten müssen kompatibel sein zu den bereits vorhandenen Systemen.
  • Die Schwenkhebel dürfen nur einen niedrigen Energiebedarf für die passiven Standorte aufweisen.
  • Die mechanische Verriegelung soll ohne physischen Schlüssel funktionieren, ausschließlich durch mechanischen Druck.
  • Das Aufspringen des Schwenkhebels bei Fernbetätigung muss ausgeschlossen werden: Die Öffnung soll rein durch Mitarbeiter vor Ort erfolgen.

Die Lösung ist folglich eine Kombination aus KeyLoS HUB, Schwenkhebel und (bei passiven Schränken) einer Powerbank, die das induktive Laden von außen ermöglicht. Dabei erfolgt die Steuerung Bluetooth Low Energy-basiert via Smartphone und App, die Sichert gemeinsam mit dem Unternehmen KTS entwickelt und patentiert hat. Die grundlegende Verwaltung aller Schränke und Zugänge findet in der Management Software statt. Hier kann der verantwortliche Mitarbeiter den Status aller Schränke per Real Time Monitoring überwachen, zentrale Zugriffsrechte verwalten, alle Standorte anlegen und diese überwachen und er erhält umgehend Meldung über Aktivitäten am Gehäuse. Auch die Vergabe und der Entzug der Schlüssel erfolgen in Echtzeit. Eine weitere Besonderheit: Da für passive Standorte die Stromzufuhr von außen induktions-basiert erfolgt, ist keine Batterie im Gehäuse erforderlich, die gewartet werden muss und damit auch keinen physischen Schlüssel zum Öffnen des Schranks, wenn die Batterie leer ist. Zudem ist das System als White-Label-Lösung offen für weitere Anwendungsbereiche.

Großes Potenzial

Entstanden ist somit ein Outdoor-Lock-Managementsystem mit großem Potenzial. Thomas Fila, Geschäftsführer von Sichert, erklärt: „Unsere Perspektive? Die flächendeckende Anbindung von Haushalten ans Gigabit-Zeitalter mit Glasfaser. Denn wir verstehen uns als Trendsetter, der mit KeyloS auch als White-Label-Lösung Standard am Markt für einen möglichst großen Kundenkreis werden kann.“ Mit im Boot: Emka Beschlagteile. „Aufgrund der hervorragenden Kommunikation zwischen den Entwicklungsabteilungen und der bereits vorhandenen Kompatibilität zu bereits vor der Entwicklung von KeyLoS eingesetzter elektronmechanischer Schwenkhebel, wird Emka im Bereich Schließsysteme weiterhin unser erster Ansprechpartner sein“, ergänzt Fila. In Zukunft möchte Sichert KeyLoS als universelles Managementsystem nutzen, um Themen wie Sensorik und Internet of Things voranzutreiben – beispielweise zur Luftgütemessung.

www.emka.com

EMKA Beschlagteile AG

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige