Wenn es um neue technologische Entwicklungen geht, gibt es gerade in Deutschland seitens der potenziellen Anwender traditionell gewisse Vorbehalte und Skepsis. Welche Erfahrungen haben Sie hinsichtlich der Akzeptanz Ihrer Software bei Ihren Kunden gemacht?

Skepsis ist da und manchmal ist sie nicht unbegründet. Viele haben erlebt, dass neue Technologien mehr versprechen als sie halten. Unsere Erfahrung ist: Sobald Anwender konkret sehen, wie KI im Alltag Zeit spart und zugleich die Kontrolle beim Menschen bleibt, kippt diese Skepsis sehr schnell. Der entscheidende Moment ist nicht die Theorie, sondern die erste praktische Anwendung.

WSCAD ist international mit eigenen Niederlassungen im Vereinigten Königreich und den USA, mit Partnern sogar nahezu weltweit aktiv. Stellen Sie regionale Unterschiede in der Akzeptanz von Electrix AI fest?

Ja, deutlich. In den USA ist der Wille zur Produktivitätssteigerung sehr ausgeprägt – dort wird KI als strategisches Werkzeug verstanden. In Europa, insbesondere in Deutschland, dominieren Fragen nach Datensicherheit und Verlässlichkeit. Unsere Aufgabe ist es, beides zusammenzubringen: Geschwindigkeit und Innovation auf der einen, Vertrauen und Kontrolle auf der anderen Seite.

Was würden Sie als die USPs von WSCAD im Vergleich zu Ihren Marktbegleitern hervorheben?

Wir waren die weltweit ersten mit einer KI-gestützten Elektro-CAD-Software. Aber bei WSCAD entwickeln wir nicht einfach Elektro-CAD-Software – wir entwickeln eine KI-native Elektro-Engineering-Plattform. KI ist hier kein Feature, kein Chatbot, sondern das Betriebssystem für moderne Engineering-Workflows. Wir denken KI nicht isoliert, sondern auf Basis einer durchgängigen Datenbasis über mehrere Disziplinen hinweg. Zudem unterscheiden wir klar zwischen Bereichen, in denen generische KI sinnvoll ist, und solchen, in denen eigene Modelle notwendig sind. Diese Trennung ist aus meiner Sicht entscheidend, um KI im Engineering produktiv und verantwortungsvoll einzusetzen.

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