Wird die Bedeutung der Power Quality noch weiter zunehmen?
Janitza: Ich denke schon. Wir können heute auch viel granularer messen und die Phänomene noch genauer identifizieren. Janitza-Messgeräte erfassen bestimmte Netzereignisse im Mikrosekundenbereich. Diese Genauigkeit ist heute gefragt, zum Beispiel in KI-Rechenzentren, die anfällig sind für Störungen der Power Quality. Hier nutzen die Betreiber schon längst Live-Energiedaten, um solche Anlagen zu steuern.
Das heißt, Energiemanagement und Power Quality bedeutet mehr und mehr das Managen von hochauflösenden Daten?
Janitza: Absolut. Schließlich kommen heute verschiedene Dinge zusammen: verschiedenste Erzeuger wie Photovoltaik-, Wind-, oder Netzersatzanlagen, dann die unterschiedlichsten Großverbraucher wie Ladestationen, Rechenzentren und Wärmepumpen. Hinzu kommen Batteriespeicherparks. All diese Energieflüsse müssen intelligent gesteuert werden. In Bezug auf ein unterstützendes Lastmanagement, aber auch im Hinblick auf die Power Quality, von der wir gesprochen haben. Diese Messdaten werden heute direkt genutzt, um Energiesysteme dynamisch zu regeln – Energiemanagement wird damit zum Datengeschäft.
Wenn Energiemanagement zunehmend datengetrieben wird: Welche Rolle wird bei diesen Datenmengen künstliche Intelligenz in den kommenden Jahren spielen?
Janitza: KI wird immer besser und wird eine zentrale Rolle bei der Steuerung komplexer Energiesysteme spielen. Künftig auch in unserer eigenen Netzvisualisierungssoftware, der GridVis. Ich denke auch, dass KI das Lastmanagement, wie wir es heute kennen, immer mehr verändern wird. Präzise Messtechnik wird dennoch eine zentrale Rolle spielen. Denn die KI kann ohne Daten nicht arbeiten.
















