Produzent & Konsument in einem

Produzent &
Konsument in einem

Bisher kannte man den ‚Prosumer‘ vielleicht aus dem Kleingärtnerbereich: Viele von uns bauen in ihren Gärten eigene Tomaten, Zucchini oder Äpfel an und konsumieren diese dann auch. Wir sind hier also gleichzeitig Produzenten und Konsumenten. Mit der Energiewende schwappt dieses Konzept nun auch auf den Stromversorgungsmarkt über: Untrügliches Zeichen dafür ist etwa die gestiegene Anzahl von Solarpanels auf deutschen Dächern.
Die Mitnahme der Bürger war von Anfang an zentraler Bestandteil der Strategie der Bundesregierung. „Die Energiewende überwindet die alte Trennung in Erzeuger und Verbraucher von Strom und Wärme…“, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in seinem Newsletter ‚Energiewende direkt‘ aus dem März diesen Jahres. Ein flexibler Umgang mit Energie, so das BMWi weiter, könne einen Beitrag zum Erfolg der Energiewende leisten. Konsequent weiter gedacht würde dies bedeuten, dass sich die Zahl der Stromerzeuger der Anzahl der Verbraucher immer mehr annähert. Was der Gesetzgeber als Flexibilität bezeichnet, stellt sich für die Ortsnetzbetreiber – in Deutschland zumeist die Stadtwerke – daher als immense Herausforderung dar. Denn für die dezentrale und auch hinsichtlich der Quantität sehr inhomogene Einspeisung von Strom müssen erst einmal neue technische Konzepte entwickelt werden. Und auch der schwer kalkulierbare Stromverbrauch spielt eine immer größere Rolle. „Zu wissen, wann jemand wie viel Strom nachfragt und inwieweit er bereit ist, diese Nachfrage zu verschieben, wird zunehmend wichtiger. Um diese Informationen sammeln und verwerten zu können, benötigen wir Mess- und Steuereinrichtungen. Dann können die Verteilnetze trotz der komplexeren Entnahme- und Einspeisevorgänge weiterhin sicher ausbalanciert werden.“, bemerkt Prof. Stephan Reimelt, Präsident und CEO von General Electric Europe, in einem Zeit-Interview vom April diesen Jahres. Die Digitalisierung, beispielsweise in Form von intelligenten Messgeräten und Stromzählern, hält somit auch Einzug in die Mittelspannungsanlagen. Wir hoffen, Ihnen mit dem 2. Sonderheft SCHALTANLAGENBAU ein nützliches Hilfsmittel sowie zahlreiche Anregungen an die Hand zu geben, damit Sie Ihre Aufgaben im Bereich der Energieverteilung erfolgreich meistern können und wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!

Ihr Jürgen Wirtz

www.sps-magazin.de

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