Verschmutzter Strom belastet Betriebskosten
 Ganzheitlich integrierte Power Management Systeme sorgen für einen sauberen Stromfluss. (Bild: © Rawpixel.com ; shutterstock.com / Scheider Electric GmbH)

Ganzheitlich integrierte Power Management Systeme sorgen für einen sauberen Stromfluss. (Bild: © Rawpixel.com ; shutterstock.com / Scheider Electric GmbH)

Alte Netze und neue Technologien

Um die Zusammenhänge von Netzqualität und Lastabnehmern einordnen zu können, ist ein Blick in die Vergangenheit nötig. In den vergangenen Jahrzehnten wurden in der Elektrotechnik Produkte in rasanter Geschwindigkeit entwickelt und neue Lösungen haben ihre eigene Infrastruktur überholt: Elektrische Verteilernetze, die vor 30 Jahren für den Antrieb von beispielsweise Motoren oder Abfüllanlagen entwickelt wurden, versorgen heute Maschinen, Gebäude oder Datacenter, die mit den neuesten Energiespar- und Steuerungstechnologien – typischerweise nichtlineare Lasten – ausgestattet sind. Bei nichtlinearen Lasten handelt es sich um Verbraucher, die nichtsinusförmige Signale aufnehmen, also mehr oder weniger starke Oberschwingungen erzeugen und so die Sinusform der Ausgansspannung verzerren. Unter nichtlineare Lasten fallen unter anderem:

  • Industrieanlagen (Schweißmaschinen, Lichtbogenöfen, Induktionsöfen)
  • Drehzahlvariable Antriebe
  • Ältere USV-Anlagen
  • Büroausstattung (Computer, Drucker, etc.)
  • Haushaltsgeräte (Fernseher, Mikrowellenherde, Leuchtstofflampen)
  • Geräte mit magnetischer Sättigung (z.B. Transformatoren)

‚Dirty Power‘ – der Schmutz im Netz

Oberschwingungen bewirken nun eine Vielzahl von Störungen oder Beschädigungen in der Niederspannungsanlage. So können Motoren, Kondensatoren, Kabel oder Transformatoren überhitzen und schlimmstenfalls einen Brand verursachen. Maschinen, Anlagen und Geräte verschleißen schneller, ihr Lebenszyklus verkürzt sich oder sie fallen bei einem Ereignis gleich komplett aus. In der Folge verzögern sich Prozesse und Anlagenstillstände drohen, mit teils erheblichen Folgekosten. Aber nicht nur die Produktivität sinkt – auch gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Kopfschmerz oder Müdigkeit bei zu schnellen Spannungsänderungen (Flicker) sind zu befürchten. In der Fachliteratur werden diese durch nichtlineare Lasten hervorgerufenen Verunreinigungen als Netzverschmutzung (Dirty Power) bezeichnet. Die Kompensation einer unzuverlässigen Stromversorgung aufgrund von Dirty Power bestand nun lange Zeit darin, teure Redundanz zu kaufen (überdimensionale Transformatoren, mehrere Versorgungsleitungen, Backup-Erzeugung, USV mit einem Raum voller Akkus, usw.) und auf das Beste zu hoffen. Der Redundanzansatz hilft zweifelsohne, einen Stromausfall oder eine Störung zu überwinden, aber – und das ist entscheidend – er wird die Ursachen nicht beseitigen.

Seiten: 1 2 3Auf einer Seite lesen

Schneider Electric GmbH
www.schneider-electric.de

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Bild: Systemtechnik Leber GmbH & Co. KG
Bild: Systemtechnik Leber GmbH & Co. KG
Geringes Gewicht, hohe Messqualität

Geringes Gewicht, hohe Messqualität

STL Systemtechnik Leber, offizieller Distributor des japanischen Netzteileherstellers Daitron, unterstützt die Nürnberger GMH Prüftechnik mit Ultra-Low-Noise Schaltnetzteilen bei der Optimierung mobiler Hohlwellenprüfanlagen, mit denen Radsatzwellen an Zügen auf etwaige Mängel hin überprüft werden. Dank ihres geringen Ripple & Noise von 10mVss sind diese Netzteile gerade in mobilen Systemen ein geeigneter Ersatz für Trafo-Lösungen. Das spart Platz und Gewicht bei weiterhin hoher Messqualität.

Bild: INWATEC
Bild: INWATEC
Gutes Klima für Messreaktor

Gutes Klima für Messreaktor

Ein Peltier-Klimagerät von Elmeko sorgt im Inwatrol L.nella+-Schaltschrank für die exakte Betriebstemperaturen des integrierten Messreaktors während des Messzyklus, um Prüfungszeiten auf wenige Stunden zu reduzieren.

Anzeige

Anzeige

Anzeige