Rohstoffe und Verfahren betrachten
Damit haben es Anwender in der Hand, in welchem Rahmen sie ihre Schaltschrankmarkierung nachhaltiger gestalten wollen. „Wenn wir diesen Weg konsequent ausrollen für alles, was im Schaltschrank relevant ist, können die CO2-Emissionen beim Kunststoff wirksam gesenkt werden.“ Die Besonderheit des ISCC Plus-Verfahrens sei dabei, dass am Ende des Tages nicht die einzelnen Produkte zertifiziert sind, sondern die eingesetzten Rohstoffe inklusive der Produktionskette. „Dafür brauchen wir Traceability, also die lückenlose Rückverfolgbarkeit, um Greenwashing verlässlich auszuschließen.“ Wie groß der CO2-Fußabdruck bei einem Produkt ausfällt, gibt Phoenix Contact mit dem Product Environmental Footprint an – kurz PEF. Die Berechnung des PEF können sich Anwender einfach im Online-Shop von Phoenix Contact herunterladen. Bezogen auf die Markierungsmaterialien bedeutet die Rückverfolgbarkeit, dass CO2-reduzierte Produkte eindeutig gekennzeichnet sein müssen, damit es keine Unschärfen in der Bilanzierung gibt. „Wir dokumentieren über die gesamte Wertschöpfungskette von der Anlieferung des Granulats bis hin zur Auslieferung der nachhaltigen Markierungsprodukte jeden Verbrauch des Materials. Dazu zählen also jede einzelne Markierungsmatte und ebenfalls Anfahrverlust oder auch Ausschuss. So stellen wir über die Bilanzierung sicher, dass wir genauso viel Material verkauft haben, wie wir auch eingekauft haben – und kein Gramm mehr. Wir weisen schließlich CO2-Equivalente in unseren PEF aus und müssen gerade gegenüber unseren Kunden belegen, dass die auch stimmen.“ In Summe bewertet Michael Peter die ISCC Plus-Zertifizierung als neue Möglichkeit, CO2-Emissionen berechenbar und vor allem wirksam zu reduzieren. „Es war noch nie so einfach, Schaltschränke grüner zu markieren.“
Ausblick
Exakt die gleichen technischen Eigenschaften, daher keine negativen Effekte auf Approbationen: Die ISCC Plus-Zertifikate bieten auf Grundlage der Massenbilanzierung sehr gute Möglichkeiten, gerade die Herstellung von Spritzgussteilen nachhaltiger zu gestalten. Der Aufschluss zirkulärer biobasierter Rohstoffe in ihre chemischen Grundbausteine schafft die Basis, daraus Kunststoffgranulate herzustellen, die sich nicht von denen aus Erdöl unterscheiden. Für die Aufarbeitung in Steam Crackern macht es keinen Unterschied, ob Rohölderivate oder bereits genutztes Frittierfett in den Reaktor kommt. Michael Peter sieht daher sehr gute Chancen, ISCC Plus nicht nur für Markierungsmaterialien anzuwenden, sondern auch bei anderen Spritzgussteilen, die Phoenix Contact für seine umfangreiche Produktrange benötigt.
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