Ein Jahr der Stagnation

20260506 Grafik Entwicklung Branche 20260511085608

„Der demografische Wandel und die wirtschaftliche Situation in Deutschland schlagen sich nicht nur auf die Konjunktur, sondern auch auf die Branchenkennzahlen der E-Handwerke nieder“, fasst Alexander Neuhäuser, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) die Entwicklung der Branchenkennzahlen für das Jahr 2025 zusammen: „Nachdem die Branche bereits 2024 einen Umsatzrückgang zu verzeichnen hatte, zeigen die vorläufigen Daten für 2025 nun erneut einen Rückgang über alle Bereiche hinweg.“ Die Werte werden vom ZVEH auf Grundlage der in der vorläufigen Handwerksberichterstattung (HWB) ausgewiesenen Veränderung unter Berücksichtigung der Handwerkszählung 2024 berechnet.

Fiel der Umsatzrückgang im Bereich „Elektrotechnik“ mit 0,1% eher gering aus, war die Informationstechnik deutlich stärker betroffen: Hier sank der Umsatz um 2,8%. Rückläufig war 2025 auch die Zahl der in den E-Handwerken sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (2025: 451.050). Grund für den Rückgang in Höhe von 1,2% ist zum einen der sich vollziehende demographische Wandel. „Gleichzeitig macht sich hier der Einfluss der Wirtschaftskrise bemerkbar“, erklärt der ZVEH-Hauptgeschäftsführer: „So hat – das zeigen auch die Konjunkturumfragen des ZVEH – die Bereitschaft der Betriebe, neue Mitarbeiter einzustellen, in den vergangenen 1,5 Jahren deutlich abgenommen.“ Während der Rückgang im Bereich Elektrotechnik 1,1% und bei den Elektromaschinenbauern 1,2% betrug, war er im Bereich Informationstechnik mit 3,1% überproportional groß.

Für 2026 geht der ZVEH zum jetzigen Zeitpunkt von einem leichten Umsatzwachstum von 0,8% aus. Das prognostizierte Wachstum dürfte allerdings maßgeblich auf Preissteigerungen zurückzuführen sein. Voraussetzung ist zudem, dass die Wirtschaftslage zumindest stabil bleibt. Was die Zahl der in den E-Handwerken sozialversicherungspflichtig Beschäftigten angeht, wird erwartet, dass sich der Negativtrend fortsetzt. Aktuell rechnet die e-handwerkliche Organisation mit einem erneuten Rückgang um 1,1%. Die Zahl der Unternehmen wird aller Voraussicht nach im kommenden Jahr erneut geringfügig zulegen. Geschätzt wird ein Plus in Höhe von 0,2%.