
Die Holzbauspezialisten von Holzbau Dawen stellten sich die Frage, wie Trafostationen nachhaltiger gebaut werden können. Holz als Baustoff bietet im Vergleich zu Beton viele Vorteile, die es ermöglichen, eine Station in zahlreichen Aspekten effizienter zu konstruieren. So entstand die Vision der Kambi-Station. Der Begriff Kambi leitet sich von Kambium ab, der Wachstumsschicht im Holz zwischen Rinde und Stamm. Übersetzt aus dem lateinischen bedeutet es Wechsel – den Wechsel hin zu nachhaltigeren Trafostationen. Mit dieser Idee wurde ein Team aus erfahrenen Spezialisten aus den Bereichen Energietechnik, Konstruktion und Statik, Stationsbau sowie Holzbau zusammengestellt. Nach nur sieben Monaten Entwicklungszeit, geprägt von vielen Simulationen und Berechnungen, stand der Prototyp bereit für die Störlichtbogenprüfung im IPH Berlin.
Erfolgreiche Störlichtbogenprüfung
Die Störlichtbogenprüfung nach IEC EN 62271-202, Typ A und Typ B mit 24 kV und 20 kA, wurde im ersten Anlauf erfolgreich bestanden. Dabei wurden wesentliche Erkenntnisse bestätigt, die in die Planung eingeflossen sind. Bei der Zündung des Störlichtbogens entsteht ein Plasma mit Temperaturen weit über 10.000 Grad und einen Explosionsdruck von mehreren Tonnen Druck pro Quadratmeter. Mit der richtigen Konstruktion stellen auch diese außergewöhnlichen Bedingungen kein Problem für den Baustoff Holz dar. Die Kambi-Station wurde ohne Traforaum entwickelt und geprüft, was ihre Vielseitigkeit unterstreicht. Sie ist auch als Übergabestation ohne Traforaum zertifiziert, da die Druckentlastung, anders als bei vielen Trafostationen, nicht über den Traforaum erfolgt. Ob mit oder ohne Traforaum – der gleiche hohe Sicherheitsstandard bleibt gewährleistet.
Personenschutz im Fokus
Die Station bietet einen sehr hohen Personenschutz, da die Druckentlastung bei einem Störlichtbogen weder direkt noch indirekt über den Betriebsraum erfolgt. Ein eigens entwickeltes Druckentlastungssystem stellt sicher, dass der Druck im Bedienerraum nicht ansteigt, was die Verletzungsgefahr für das Bedienpersonal erheblich reduziert.
Flexibilität im Funktionsprinzip
Mit dem durchdachten Druckentlastungssystem kann die Kambi-Station als begehbare Station variabel gefertigt werden. Von 4 bis 40 Quadratmeter Grundfläche ist alles möglich. Das Druckentlastungssystem funktioniert in allen Konfigurationen zuverlässig.

















