
Im Schaltschrank- und Maschinenbau stehen Funktionalität und Verfügbarkeit von Anlagen im Vordergrund. Die durchgängige Kennzeichnung der verbauten Komponenten trägt wesentlich dazu bei, wird allerdings häufig unterschätzt. Dabei sorgt eine eindeutige, gut lesbare und langlebige Kennzeichnung für klare Orientierung und vereinfacht Arbeitsabläufe über den gesamten Lebenszyklus einer Schaltanlage. Normative Vorgaben schaffen die Grundlage für eine konsistente, nachvollziehbare Dokumentation. Die EN IEC81346 ist z. B. eine internationale Normenreihe zur Strukturierung, Kennzeichnung und Referenzierung von technischen Systemen. Sie legt Regeln für Referenzkennzeichen fest, mit denen Anlagen, Geräte und Funktionen eindeutig und herstellerunabhängig bezeichnet werden. Die konsistente Kennzeichnung aller Bauteile, Geräte und Stromkreise unterstützt die Qualitätssicherung, beschleunigt die Inbetriebnahme einer Anlage und ermöglicht eine schnelle Reaktion im Service- oder Wartungsfall. Daher hat die industrielle Kennzeichnung einen nicht unbeträchtlichen Anteil am zuverlässigen Betrieb sowie der Verfügbarkeit moderner Anlagen.

Steigende Anforderungen an Kennzeichnungsprozesse
Schaltschrank- und Maschinenbauer sind heute mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Aufgrund der Vielfalt und Komplexität von Anlagen sind die technischen Anforderungen an die industrielle Kennzeichnung hoch. Die Anwendungsbereiche reichen von geschützten Schaltschränken bis hin zu Maschinen und Anlagen, in denen Markierungen chemischen und mechanischen Einflüssen ausgesetzt sind. Dies erfordert vielseitige Kennzeichnungslösungen, die eindeutig, qualitativ hochwertig und beständig beschriftet sind. Gleichzeitig steht die Schaltschrank- und Maschinenbaubranche vor herausfordernden strukturellen Rahmenbedingungen. Dies zeigen die Ergebnisse einer deutschlandweiten Studie, die Phoenix Contact gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Produktionssysteme der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt hat. Die Erhebung basiert auf Vor-Ort-Interviews mit 50 Unternehmen aus Maschinen-, Anlagen- und Schaltschrankbau und zeigt deutlich, dass in der Branche ein wachsender Effizienzdruck herrscht. 88 Prozent der befragten Unternehmen nennen den Fachkräftemangel als zentrale Herausforderung. Gleichzeitig berichten 62 Prozent von wechselnden Kapazitätsengpässen über alle Unternehmensbereiche hinweg. Insbesondere zeitintensive, manuelle Tätigkeiten, wie das Bedrucken und Verarbeiten von Kennzeichnungsmaterialien, binden qualifizierte Fachkräfte und verschärfen die Situation zusätzlich. Hinzu kommt die stark projektgetriebene Struktur der Branche. Die Studie zeigt auf, dass rund 73 Prozent des Umsatzes auf Projektgeschäft entfällt. Dies geht mit einer hohen Variantenvielfalt einher und fordert flexible Fertigungsprozesse. Einen zusätzlichen Einfluss haben Medienbrüche entlang der Prozesskette. Trotz fortschreitender Digitalisierung berichteten viele Unternehmen, dass sie Planungs- und Fertigungsdaten nicht durchgängig digital nutzen. 88 Prozent der befragten Betriebe erhalten Planungsdaten als PDF-Dateien und setzen weiterhin papierbasierte Unterlagen ein. Demnach müssen Schaltschrank- und Maschinenbauer für eine konsistente industrielle Kennzeichnung nicht nur technische Anforderungen erfüllen. Gleichzeitig sollen sie ihre Markierungsprozesse vereinfachen, manuelle Tätigkeiten reduzieren und eine bessere Anbindung an digitale Abläufe ermöglichen. Genau hier setzt Phoenix Contact mit dem neuen UV-Inkjet-Drucker Bluemark E.Card an. Der Kartendrucker zeichnet sich durch hohe Effizienz und Druckqualität aus.

Automatisierte Materialverarbeitung trifft moderne Drucktechnologie
Hohe Druckvolumen sowie unterschiedliche Materialien bringen konventionelle Kartendrucksysteme schnell an ihre Grenzen. Das manuelle Einlegen und Entnehmen von Karten ist zeitintensiv und fehleranfällig. Der UV-Inkjet-Drucker arbeitet mit einem automatisierten Kartentransportsystem: Nach dem Einlegen eines Materialstapels werden die Karten dem Druckprozess automatisiert zugeführt und nach der Bedruckung zur Entnahme aufgestapelt. Sogar unsortierte Materialien erkennt das System und beschriftet sie entsprechend dem jeweiligen Druckprojekt. Die automatisierte Materialverarbeitung spart Zeit, bis zu 40 Prozent im Vergleich zu Druckern mit manueller Materialverarbeitung. Wartungsarbeiten für die Reinigung oder den Austausch festverbauter Druckköpfe in Tintenstrahldruckern sind keine Seltenheit. Dies führt häufig zu Stillstandszeiten im Betrieb und beeinträchtigt die Druckqualität. Der Bluemark E.Card erzeugt Markierungen mit thermischer Tintenstrahltechnologie. Neben dem Tintensystem befindet sich auch der Druckkopf in der Tintenpatrone. Dies hat gleich zwei Vorteile: eine gleichbleibend hohe Druckqualität und einen geringen Wartungsaufwand durch das regelmäßige Austauschen der Patrone.
Vielseitige Kennzeichnungslösungen für industrielle Anforderungen
Dank der Kombination aus thermischer Inkjettechnologie und UV-LED-aushärtenden Tinten verspricht der neue Kartendrucker von Phoenix Contact hochwertige Markierungen für jeden Applikationsbereich. Der Bluemark E.Card erkennt die eingelegten Kartenmaterialien und bedruckt diese mit speziell optimierten Druckparametern, die auf das jeweilige Material abgestimmt sind. Auf diese Weise ermöglicht das modulare Tintenkonzept feine und scharfe Schriftbilder auf Kartenmaterialien aus Polycarbonat, Polyamid und Metall. Durch die intensive Aushärtung der Tinte mit UV-Licht sind Markierungen wischfest, kratzfest sowie chemikalienbeständig und erfüllen damit die Anforderungen an langlebige Kennzeichnungslösungen im Schaltschrank- und Maschinenbau sowie in weiteren Applikationsbereichen.


















