Erneuerbare-Ausbau nicht durch unambitionierten Netzausbau drosseln

2026 DSC 1007 Stefan Ehinger Quelle ZVEH
Bild: ZVEH

„Wir sind für eine kosteneffiziente Energiewende. Dafür muss die Bunderegierung jedoch ihre Hausaufgaben beim Netzausbau, der digitalen Energiewende, bei einer Energiesteuerreform und beim ETS II erledigen“, fordert Stefan Ehinger (Bild), Präsident des ZVEH. Er kritisiert: „Das aktuelle Gesetzespaket ist unfair. Es fährt einseitig den Ausbau erneuerbarer Energien herunter, ohne die Netzbetreiber beim notwendigen Ausbau zu fordern, ohne die klimaschädlichen Emissionen vollständig im Markt zu bepreisen und ohne die vierfach höhere Steuerbelastung von Strom gegenüber Gas zu beenden.“

Das Vorgehen erschwert nach Ansicht der e-handwerklichen Organisation die Teilhabe und Teilnahme der Bevölkerung an der Energiewende und sorgt so dafür, dass die Akzeptanz gegenüber der Energiewende sinkt. Ehinger: „Die Bunderegierung spielt Energiewende gegen Wirtschaft aus, statt das Potential zu heben. Viele Handwerksunternehmen haben nach der letzten Energiekrise wie gefordert die Zukunftsfelder besetzt. Nun vollzieht man wieder eine Rolle rückwärts. Wo bleibt die versprochene Stabilität, wo bleibt der Gesamtplan zur Energiewende?“

Der ZVEH warnt davor, dass die vollständige Streichung der Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Anlagen (PV) Verbraucher massiv verunsichern dürfte und lehnt dieses Vorhaben daher entschieden ab. Die Vergütung sei unter den aktuellen energiepolitischen Rahmenbedingungen vor allem für private Investoren ein entscheidender Faktor, der die Wirtschaftlichkeit der Investition gewährleistet. Auch Mieterstrommodelle verlieren nach Ansicht des Verbandes durch die Streichung der Einspeisevergütung an Attraktivität. Die Möglichkeit, über die eigene Anlage generierten Strom direkt zu vermarkten, stellt für den ZVEH indes keine sinnvolle Alternative dar, da dies für kleine PV-Anlagen in der Praxis nur sehr begrenzt realisierbar ist.