IW halbiert Wachstumsprognose

IW
Bild: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

Der Krieg im Nahen Osten trifft die seit langem angeschlagene deutsche Wirtschaft hart. Das IW rechnet für 2026 nur noch mit einem Wachstum von gut 0,4% – mehr als halb so viel wie im Dezember prognostiziert. Die erhoffte Erholung nach drei Jahren Rezession und Stagnation falle damit erneut aus. Betroffen seien nahezu alle Bereiche: Exporte schrumpfen, Investitionen und Konsum stagnieren, die Erwerbstätigkeit sinkt – einzig der Staat stütze die Nachfrage. Die deutschen Exporte sinken demnach 2026 um 0,3% – zum vierten Mal in Folge. Das Auslandsgeschäft koppelt sich weiter vom Welthandel ab, der um 1,7% zulegt. Denn die globale Nachfrage verschiebe sich weg vom deutschen Produktionsportfolio, die Wettbewerbsfähigkeit sinke, Unternehmen verlagern ihre Produktion ins Ausland. Das IW halbiert nahezu seine Prognose für die Anlageinvestitionen von 2,2 auf 1,2%. Die Ausrüstungsinvestitionen etwa für Maschinen oder Nutzfahrzeuge lagen schon 2025 um 11% unter dem Niveau von 2019. Nur jedes fünfte Unternehmen plane höhere Ausgaben – doppelt so viele wollten sogar kürzen. Die schlechte Konjunktur setze sich auf dem Arbeitsmarkt fort: Die Arbeitslosigkeit steigt laut Prognose auf gut drei Millionen, die Arbeitslosenquote auf 6,4%. Die Erwerbstätigkeit sinke um 190.000 Personen.