
An die Verschlusslösungen in Zügen werden hohe Anforderungen gestellt. Brandschutz und Sicherheit spielen eine bedeutende Rolle, gleichzeitig dürfen das Handling für das Zugpersonal und der Komfort für die Reisenden nicht außer Acht gelassen werden. Einsatzgebiet und Fahrtstrecke haben großen Einfluss auf die einzuhaltenden Bestimmungen, insbesondere im Brandschutz. Je nach Einsatzgebiet werden unterschiedliche Verschlüsse im Innen- und Außenbereich der Schienenfahrzeuge verwendet. Im Inneren des Zuges befinden sie sich beispielsweise an Decken- und Wandverkleidungen, in der Bordküche oder im Bereich der Displays und Bildschirme. Im Außenbereich werden Unterflur-Container, aber auch Abdeckungen, Zugangsklappen und Aufdach-Einheiten durch entsprechende Verschlüsse abgesichert. Für diese Einsatzbereiche bietet Emka ein umfangreiches Produktangebot.

Spezielle Lösungen für Schienenfahrzeuge
Vorreiber sind eine vielseitige und kostengünstige Lösung. Sie gibt es in vielfältiger Ausführung mit unterschiedlichen Materialien für Gehäuse und Betätigungen. Für den Einsatz in Schienenfahrzeugen sind spezielle Sicherheits-Vorreiber und vibrationsresistente Vorreiber erhältlich. Beim Sicherheits-Vorreiber wird die Betätigung ins Gehäuse gedrückt und dann um 90° gedreht. So entsteht ein rüttelsicherer Verschluss. Der vibrationsresistente Vorreiber verfügt über eine Rastfunktion, die ein ungewolltes Drehen verhindert. Auch besondere Anforderungen werden berücksichtigt: So bietet Emka einen Vorreiber mit Abdeckung an, der als Bodenverschluss eingesetzt werden kann. Der Deckel wird einfach aufgeschraubt und dichtet damit flächenbündig zum Boden ab. So wird gewährleistet, dass weder Feuchtigkeit noch Schmutz in den Verschluss eindringen. Zusätzlich zu seinem Vorreiber-Sortiment bietet Emka Dreh-Spann-Verschlüsse für den Einsatz in Zügen an. Beim Schließen erfolgt eine kombinierte Dreh- und Hubbewegung. Zunächst wird die Betätigung um 90° gedreht. Dabei dreht sich auch die Zunge um 90°. Die weitere Drehung der Betätigung führt zu einer axialen Bewegung der Zunge. Mit der Kompression wird die Tür, die Klappe oder das Panel sicher und leichtgängig in die umlaufende Dichtung gezogen. Dies führt zu einer zusätzlichen Sicherheit. Trotz der bei der Fahrbewegung automatisch entstehenden Vibrationen bleiben die Türen fest verschlossen. Dreh-Spann-Verschlüsse gibt es in Zink-Druckguss und Edelstahl sowie auch als hybride Variante mit einem Gehäuse aus Aluminium. Damit lässt sich eine Gewichtsreduktion von bis zu 30 Prozent erzielen. Diese Sonderlösung hat Emka speziell für Siemens entwickelt. Optional kann die Betätigung des Dreh-Spann-Verschlusses vor Schmutz und Feuchtigkeit mit einer Kappe geschützt werden.
Spezieller Dreh-Spann-Verschluss mit Öffnungsindikator
Bei Wartungsarbeiten muss oftmals eine Vielzahl von Verschlüssen geöffnet und geschlossen werden. Dabei ist jedes Mal sicherzustellen, dass alle Verschlüsse sicher verschlossen sind. Ist dies nicht der Fall, kann es während der Fahrt zu unkontrolliertem Öffnen oder gar zum Abreißen einer Klappe führen. Dies hat meistens schwerwiegende Folgen. Zeitsparend, komfortabel und sicher ist es, wenn auf einen Blick schon von weitem erkennbar ist, ob die Verschlüsse offen oder verriegelt sind. Für diesen Einsatzzweck hat der Anbieter den Dreh-Spann-Verschluss mit Deckel und optischem Öffnungsindikator entwickelt. Der Vorteil: Ist der Dreh-Spann-Verschluss nicht vollständig geschlossen, steht der Deckel gut sichtbar im 90°-Winkel ab. Optional ist der Verschluss mit farblicher Markierung im Deckel erhältlich. Die Farbindikation auf der Innenseite des Deckels führt nochmal zu einer besseren Erkennbarkeit der geöffneten Stellung. Darüber hinaus ist die Verschlusslösung nach DIN EN 45545-3 geprüft und entspricht der Brandschutzklasse E60.
Die Bedeutung des Brandschutzes im Bahnbereich
Verschlüsse, Scharniere und Dichtungen, die in Zügen eingesetzt werden, müssen zahlreiche Normen erfüllen. Maßgebend in Europa ist die DIN EN 45545. Sie behandelt den Brandschutz in Schienenfahrzeugen. In der EN 45545-2 geht es um die Anforderungen an das Brandverhalten von Werkstoffen und Komponenten. Die EN 45545-3 regelt den Feuerwiderstand für den Feuerabschluss. Kunststoffe und Dichtungen werden nach DIN EN 45545-2 in verschiedene Hazard Levels (HL) eingeteilt. Unterschieden wird dabei zwischen verschiedenen Bauartklassen. Auch ist von Bedeutung, ob das Fahrzeug an der Oberfläche fährt und die Fahrtstrecke keinen Tunnel aufweist oder ob Tunnel durchfahren werden. Dabei spielt nicht nur die Länge der Tunnel eine Rolle, sondern auch eventuelle Rettungsszenarien: Ist eine seitliche Evakuierung der Fahrgäste nicht möglich, beispielsweise auf Brücken oder im Tunnel, besteht die höchste Gefährdungsstufe (HL3). Geprüft werden das Brandverhalten, die Rauchgasentwicklung und die Toxizität. Entsteht ein Brand und der Zug stoppt beispielsweise auf der Brücke oder im Tunnel, muss gewährleistet sein, dass die Dichtungen möglichst lange ihre Funktion erfüllen. Zum einen darf kein Rauchgas in den Innenraum gelangen, zum anderen dürfen die Dichtungen selbst aber auch keine toxischen Stoffe freisetzen. Aus diesem Grund setzt Emka für die Dichtungen in Schienenfahrzeugen spezielles flammhemmendes Material ein und erreicht so höchste Brandschutzklassen. In seinem nach ISO 9001 und IATF 16949 zertifizierten Produktionsprozess im Dichtungswerk in Spanien stellt der Weltmarktführer hochwertige Brandschutzdichtungen her. Deren Qualität wird kontinuierlich im werkseigenen Labor überprüft und unterliegt strengen Kontrollen. So erfüllt Emka bei sämtlichen Dichtungen im Bahnbereich die Anforderungen gemäß HL3. Während gemäß DIN EN 45545-2 lediglich die Materialien geprüft werden, erfolgt nach DIN EN 45545-3 eine umfangreiche Brandschutzprüfung der kompletten Produkte. Dabei wird der Feuerwiderstand in Minuten gemessen. Entscheidend ist, wie lange die Komponenten ihre Funktion sicher erfüllen. Edelstahlverschlüsse werden hier z. B. einer Prüfzeit von 60 Minuten (E60) unterzogen.

















