Recycling von Schmelzsicherungen für Umwelt, Forschung und Ausbildung
Im Jubiläumsjahr 212 Tonnen gesammelt
Vor über 25 Jahren, als das Wort "Nachhaltigkeit" noch nicht in aller Munde war, gründeten sieben deutsche Sicherungshersteller den NH/HH-Recyclingverein. Auch heute noch unterstützen und tragen sie als aktive Mitglieder den Verein. Das Ziel war und ist, die Materialien ausgedienter NH- und HH-Sicherungen zu 100% einer Wiederverwertung zuzuführen und enthaltene Wertstoffe, wie Kupfer und Silber, zurück in den Wirtschaftskreislauf zu führen. Mit den Erlösen werden Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Elektrotechnik gefördert, um so die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu erhalten und auszubauen.
Bild 3 | Umweltgerechtes Recycling bei Aurubis Hamburg, dem größten Kupferkonverter der Welt
Bild 3 | Umweltgerechtes Recycling bei Aurubis Hamburg, dem größten Kupferkonverter der WeltBild: Aurubis AG Hamburg

Umschmelzen im Kupferkonverter entspricht höchsten Umweltstandards

Bei Aurubis, dem langjährigen Vertragspartner des Vereins, werden die gesammelten Sicherungen im Kupferkonverter umgeschmolzen. Dem Vorgang geht eine sorgfältige chemische Analyse voran, das Einschmelzen selbst geschieht unter ständiger Überwachung der Abgas- und Abwasserwerte. Am Ende eines mehrstufigen Prozesses stehen hochreines Kupfer und Feinsilber, die ohne Qualitätsverlust wieder dem Wirtschaftskreislauf zugeführt werden können. Die Keramikkörper und der in den Sicherungen enthaltene Quarzsand werden zu Eisensilikatgestein, umgangssprachlich Schlacke, verarbeitet, die man in großen Mengen z.B. im Gleis- und Dammbau benötigt. Geringe Reststoffmengen an nicht wiederverwertbaren Materialien werden in ungefährlichen Modifikationen gebunden. Unternehmen, die sich als Sammler dem NH/HH-Recyclingverein anschließen, sind von allen Meldepflichten entbunden. Der Verein verfügt über seinen Recycler Aurubis über alle Nachweise für eine vollständige und umweltgerechte Entsorgung der Schmelzsicherungen über den Umschmelzprozess im Kupferkonverter. Alle WEEE-Anforderungen werden umfänglich erfüllt. Sammelnde Unternehmen haben weder einen finanziellen noch einen verwaltungstechnischen Aufwand.

Verwendung der Erlöse: Forschungsprojekte

Die zahlreichen über die Jahre vom NH/HH-Recyclingverein durch einen Teil seiner Erlöse geförderten Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Elektrotechnik haben das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu festigen und auszubauen. Soeben wurde an der Technischen Universität Ilmenau ein Verfahren zur Auswahl von Schmelzsicherungen zum Personen- und Anlagenschutz bei Störlichtbogengefahr in Niederspannungs-Gleichstromsystemen abgeschlossen. Das nächste Forschungsprojekt soll die ‚Funktion von Gleichstromsicherungen bei Zeitkonstanten 2 ms‘ untersuchen. Die Vergabe an eine geeignete Universität oder Fachhochschule wird zurzeit evaluiert.

Lernzirkel ‚Überstromschutzorgane‘

Die Nachfrage von Berufsschulen für Elektrotechniker ist auch im 9. Jahr nach der Einführung des Lernzirkels ‚Überstromschutzorgane‘ ungebrochen und gilt nach wie vor als Paradebeispiel für die praxisnahe Ausbildung von jungen Elektrotechnikern. In 7 Stationen wird das komplexe Fachgebiet Überstromschutz jeweils mit didaktisch aufbereitetem Lernmaterial und modernsten Komponenten zur Anschauung den Schülern nahegebracht. Damit wird den Schulen Hardware (Exponate, Zubehör, etc.) und Software (Arbeitsblätter, Infoblätter, Leitfragen) kostenfrei aus einer Hand geliefert. Alle Arbeitsblätter stehen auch online zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung. Dem Umweltschutz durch Recycling ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Der Verein hat innerhalb von neun Jahren weit über 100 Lernzirkelwagen an ebenso viele berufsbildende Schulen und Lehrwerkstätten gespendet. Pro Wagen fallen dabei ca. €7.000 Herstellungs- und Materialkosten an, die aus der Recyclingtätigkeit des Vereins bezahlt werden.

Kostenloser Download von Lehrmaterial und Fachbüchern – verstärkter Einsatz beim Distanzunterricht

Bild 4 | System des Lernzirkelwagens 'Überstromschutzorgane'
Bild 4 | System des Lernzirkelwagens ‚Überstromschutzorgane‘Bild: NH/HH-Recyclingverein

Über die Jahre hat der NH/HH-Recyclingverein eine hochwertige Reihe von Fachpublikationen veröffentlicht, die sowohl bei berufsbildenden Schulen als auch in der täglichen Berufspraxis großen Anklang findet. Interessierte können die Bücher über die Homepage des Vereins kostenlos beziehen. Lehrer an berufsbildenden Schulen und Lehrwerkstätten erhalten gerne auch höhere Stückzahlen für ganze Klassen. Birgit Zwicknagel, Geschäftsstellenleiterin des NH/HH-Recyclingvereins, bestätigt eine rasante Steigerung der Nachfrage für Gedrucktes wie auch für Online-Lehrmaterial des Verein während der Pandemie: „Wir machen das Angebot an Fachliteratur seit Jahren regelmäßig in einschlägigen Magazinen publik, aber so einen exponentiellen Anstieg haben wir noch nie verzeichnet. Bei den Downloads des Online Lehrmaterials beobachten wir die gleiche Entwicklung. Auf Rückfrage bei verschiedenen berufsbildenden Schulen wurde uns bestätigt, dass unser Lehrmaterial jetzt verstärkt beim Home Schooling eingesetzt wird.“ Allein das ‚Sicherungshandbuch‘ von Dr.-Ing. Herbert Bessei wurde seit seinem Erscheinen in 2007 in sieben Fremdsprachen übersetzt. Eine 7. Auflage in deutscher Sprache ist derzeit in Arbeit. Weitere Auflagenstars sind die ‚Formelsammlung Elektrotechnik‘ von Matthias Link sowie der ‚Leitfaden zur Anwendung von Photovoltaik-Sicherungen‘ von Dipl.-Ing. Peter Funtan.

www.nh-hh-recycling.de

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Verein des umweltgerechten Recycling von abgeschalteten NH-/HHSicherungseinsätzen e.V.

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