Handelsbarrieren für beide Seiten schädlich

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Bild: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

Im Handelsstreit zwischen USA und EU wird zunehmend über Gegenmaßnahmen diskutiert, die den Dienstleistungshandel betreffen. Handelsbarrieren hätten hier aber negative Folgen für beide Seiten, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Demnach sind USA und EU im Dienstleistungshandel eng verflochten: 2023 importierte die EU Dienstleistungen im Wert von rund 349 Milliarden US-Dollar aus den USA und exportierte Leistungen im Wert von 255 Milliarden US-Dollar dorthin. Damit sind die EU und die USA füreinander mit weitem Abstand der wichtigste Handelspartner bei Dienstleistungen.

„Bei wichtigen Dienstleistungen sind die EU und die USA so eng verflochten, dass ein ausgeweiteter Handelskrieg beiden Seiten erheblich schaden würde“, sagt IW-Expertin Samina Sultan. Europäische Unternehmen seien vom Dienstleistungshandel mit den USA abhängig, zugleich wollen etwa die US-Tech-Unternehmen den Zugang zum großen EU-Markt nicht verlieren. Auch wenn Trump vorerst seine angekündigten Grönland-Zölle zurückgezogen hat, bleibt seine Handelspolitik unberechenbar. Die EU müsse sich auf neue Eskalationen einstellen. „Eine Digitalsteuer auf Onlinewerbung etwa wäre in dem Fall ein gangbarer Weg“, so Sultan.