
Seit Jahren hat sich die M12-Schraubverriegelung bewährt. Mit ihr ist jedoch ein erhöhter Zeitaufwand für eine ordnungsgemäße Verschraubung verbunden. Da die Prozesskosten zunehmend steigen, sind in den letzten Jahren verschiedene Schnellverriegelungstechniken mit M12-Gewinde entstanden. Sie konnten sich allerdings nicht als Marktstandard durchsetzen. Die Push-Pull-Schnellverriegelungstechnologie findet dank ihrer globalen Standardisierung nach der IEC61076-2-010 Norm eine weltweite und marktübergreifende Akzeptanz. Durch die normative Einbindung können zukünftige Automatisierungssysteme mit einer durchgängigen sowie herstellerübergreifend kompatiblen Push-Pull-Schnittstelle ausgestattet werden. Das schafft Investitionssicherheit und flexible Systemarchitekturen.

Vorteile der M12-Push-Pull-Schnellverriegelung
Diese Schnellverriegelung bietet im Vergleich zu klassischen M12-Steckverbindern mit Schraubgewinde zahlreiche Vorteile, insbesondere bei der Installation. Der intuitive Steckmechanismus reduziert die Montagezeit um bis zu 80 Prozent – was nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Kosten deutlich senkt. Ein haptisches und akustisches Feedback beim Einrasten sorgt für eine fehlerfreie Verbindung und erhöht die Zuverlässigkeit im Einsatz. Die verbesserte Bedienbarkeit ermöglicht ein kompakteres Geräte-Design. Da weniger Abstand zwischen den einzelnen Ports erforderlich ist, können die Anschlüsse bei Bedarf vollständig ins Gehäuse integriert werden. Darüber hinaus überzeugt die Lösung durch ihre Servicefreundlichkeit. Wartungsarbeiten lassen sich schnell und ohne Spezialwerkzeug durchführen, was insbesondere im Feld große Vorteile bietet. Die Push-Pull-Schnittstelle ist zudem nach IEC-Norm standardisiert und damit wettbewerbsübergreifend kompatibel – ein entscheidender Faktor für zukunftssichere und flexible Systemlösungen.

Vielfalt und Flexibilität im Portfolio
Neben der Standardisierung spielt vor allem eine durchgängige Systemtopologie eine entscheidende Rolle für die erfolgreiche Umsetzung neuer Verdrahtungskonzepte. Damit der Endanwender die Vorteile der M12-Push-Pull-Schnellverriegelung voll ausschöpfen kann, sind nicht nur Geräte-Ports mit Duo-Kontur erforderlich. Auch passende umspritzte Leitungen, konfektionierbare Steckverbinder sowie geeignete Verteilungssysteme gehören ins Konzept. Nur so lässt sich eine durchgängige und anwendungsorientierte Verdrahtung realisieren.

1. Konfektionierte Leitungen
Die Vielfalt von Push-Pull-Verkabelungen wächst stetig. Zur Produktvarianz zählen neben Gerätesteckverbindern, frei konfektionierbaren Steckverbindern oder Verteilerlösungen auch vorkonfektionierte, umspritzte Leitungen. Diese sind mit klassischer A-Kodierung zur Signalübertragung sowie mit D- und X-Kodierung zur Übertragung von Daten im Feld verfügbar. Im Falle einer Schirmanbindung sind die vorkonfektionierten Leitungen auch mit dem von Phoenix Contact entwickelten Schirmkonzept Advanced Shielding Technol-ogy erhältlich. Diese Technologie ermöglicht eine innovative Art der Schirmanbindung mit flüssigem Metall in Form von Zinn. Damit erübrigt sich die Verwendung einer klassischen Crimphülse aus Zinkdruckguss. Durch eine besondere Vorumspritzung mit Polyamid wird der vormontierte Steckbereich mit den Einzeladern verbunden. Dies erhöht die mechanische Robustheit und vermeidet gleichzeitig Kurzschlüsse zwischen Schirmumspritzung und Kontaktträger. Eine anschließende Umspritzung mit flüssigem Zinn führt zu einem Stoffschluss mit dem Schirmgeflecht der Rohleitung sowie zu einer zuverlässigen 360-Grad-Schirmanbindung zum M12-Steckverbinderkopf. Die neue Art der Schirmanbindung und des Schnellanschlusses bildet die Grundlage für moderne, umspritzte Feldverkabelungen. Sie stechen durch ihre hohe mechanische Robustheit sowie einfache Installation mit enormem Reduzierungspotential der Installationszeiten hervor: ein wichtiger Schritt für die Verkabelung der Zukunft hinsichtlich der Anforderungen von Industrie 4.0 und Industrial Internet of Things.

















