
In modernen Industrieanlagen ist der verfügbare Raum oft ein entscheidender Faktor für die Platzierung und Umsetzung von Schaltschränken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Leistung und Zuverlässigkeit im Schaltschrank kontinuierlich weiter. Fortschritte in Digitalisierung, Automatisierung und Sicherheit gehen bis in den Schaltschrank. Vor der Herausforderung, begrenzten Platz und Leistung in der Energieversorgung in Einklang zu bringen, stand auch Chocotech, Produktions- und Systemlieferant für die Süßwarenproduktion aus Wernigerode. Gesucht wurde eine kompakte und dennoch leistungsfähige Lösung für die Energieverteilung in seiner großen Industrieanlage. Bei einer vorgegebenen Schaltschrankgröße galt es, mehrere Lastabgänge für Maschinen zu realisieren und den verfügbaren Raum effizient zu nutzen. „Die Expertise auf dem Gebiet des Schaltschrankbaus machte Wöhner zum Partner erster Wahl. Mit geeigneten Produkten aus dem Portfolio und langwieriger Erfahrung in der Umsetzung gelang es, den begrenzten Platz optimal zu nutzen und das Projekt schnell umzusetzen“, so Matthias Reimann, Konstrukteur bei Chocotech.

Anforderungen an die Praxis
Bei Chocotech bestand die zentrale Herausforderung darin, den Schaltschrank möglichst kompakt zu halten und dennoch eine leistungsstarke Lösung gemäß hoher Sicherheitsstandards zu realisieren. Durch die Auswahl des vorkonfektionierten Sammelschienensystems CrossBoard von Wöhner konnten die Kriterien Sicherheit, Applikationsfokus und schnelle Montage allesamt kombiniert werden. Der durchgängige Berührungsschutz an Front- und Rückseite des integrierten Systems gemäß IP20 gewährleistet ein hohes Sicherheitsniveau. Dadurch wird das Risiko von unbeabsichtigten Berührungen und Kurzschlüssen im laufenden Betrieb und bei Wartungsarbeiten deutlich verringert. Das sofort einsatzbereite Out-of-the-box-System bietet eine sichere Stromführung und -verteilung. Gleichzeitig kommt es vorgefertigt und muss vor Ort lediglich ausgepackt, in einem Schritt montiert und werkzeuglos durch Aufstecken oder Aufrasten mit Komponenten bestückt werden. Dies verkürzt die Installationszeit deutlich und ermöglicht eine schnelle, reibungslose Projektumsetzung, was der raschen Wiederaufnahme des Produktionsbetriebs zugutekommt. Das bisher auf Energieverteilungen bis 250 Ampere ausgelegte
CrossBoard wurde 2025 für Anwendungen bis zu 800 Ampere erweitert, sodass nun ein breites Spektrum an Applikationen realisiert werden kann – von Steuerungs- und Automatisierungstechnik bis zu großflächigen Energieverteilungen. Im Fall von Chocotech wurden beide CrossBoard-Varianten jeweils an unterschiedlichen Stellen im Betrieb installiert – individuell abgestimmt auf den Einsatzbereich. Zentraler Baustein des 800 Ampere CrossBoards ist die verbaute Hybridschiene, die insgesamt drei funktionelle Schnittstellen bereithält. So werden Möglichkeiten im Abgang und in der Einspeisung eröffnet. Dadurch lassen sich z.B. große Leistungsabgänge unkompliziert mit kleinen Abgängen für Motorstarter, Schalter oder Netzteile kombinieren – und dies ganz ohne zusätzliche Adapter. Bei den Komponenten, die auf die Sammelschienen gesetzt werden, wird bei Wöhner durchgängig die CrossLink-Technologie angewandt. Diese ermöglicht, nahezu alle Komponenten auf allen Basissystemen zu nutzen. So sind dank der CrossLink-Technologie Komponenten über die Systeme hinweg kompatibel, was einer späteren Skalierung oder Anpassung förderlich ist.

Fachliche
Unterstützung
Die Auswahl der passenden Komponenten im Schaltschrank erfordert heute mehr denn je fundierte fachliche Beratung.
Wöhner unterstützt Kunden dabei als kompetenter Partner und bietet standardmäßig ein erfahrenes Design-In-Team aus Technikern und Ingenieuren für die Planung des Schaltschranks an. „Durch die enge Zusammenarbeit ist man gut betreut: Komplexität wird reduziert, die Inbetriebnahme beschleunigt und die Betriebssicherheit erhöht“, fügt Matthias Reimann bei. Die individuelle Konfiguration, inklusive Systemauswahl und Komponentenempfehlung, ist fester Bestandteil des Serviceangebots von Wöhner. Auf Basis der spezifischen Anforderungen wird innerhalb kurzer Zeit ein Projektvorschlag erstellt, der spezifisch auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten ist. Im Anwendungsfall bei Chocotech wurde so unter anderem eine kundenspezifische Konfiguration entwickelt, bei der zwei CrossBoards in der Variante bis 250 Ampere mit platzsparender rückseitiger Einspeisung übereinander montiert wurden. In der Regel werden Energieverteilungen einreihig im oberen Bereich des Schaltschrankes angeordnet. Durch die kundenspezifische Lösung konnten jedoch zwei CrossBoard-Systeme übereinander integriert werden. Diese Anordnung spart nicht nur wertvollen Platz, sondern ermöglicht zudem eine übersichtliche und eindeutige Zuordnung der einzelnen Abgänge. Zusätzlich zum CrossBoard kamen im nächsten Schritt zwei Komponenten zum Einsatz, die das System entscheidend ergänzen. Zum einen wurde der Motus, ein leistungsstarker Hybrid-Motorstarter für das Starten von kleinen Antrieben eingesetzt. Die Kombination der integrierten Überlast-, Kurzschlussschutz und Sicherheitsfunktion in einem Gerät gewährleistet einen geringen Anschlussaufwand. Mit einer Breite von 22,5 Millimetern ist der Motus zudem schlank und setzt den platzsparenden Gedanken im Schaltschrank fort. Bei Chocotech sichert der Motorstarter Drehstromantriebe wie Pumpen und Rührwerke bis drei Kilowatt zuverlässig ab. Für Anwendungen mit höherem Leistungsbedarf fiel zudem die Entscheidung auf die Komponente Omus, die bei Chocotech aktuell elektrische Heizpatronen bis zu sechs Kilowatt schaltet und absichert. Durch die Hybridtechnologie des Schalters wird der verschleißarme elektronische Schaltvorgang mit energieeffizienter, zuverlässiger mechanischer Schaltfunktion verknüpft. Der elektronische Hybridschalter wird typischerweise für exaktes Schalten ohmscher Lasten etwa bei Heizprozessen eingesetzt, im Fall von Chocotech beim Heizprozess in der Geleeherstellung. Der Omus zeichnet sich durch eine geringe Baubreite von 36 Millimetern und einen maximalen Dauerstrom von 25 Ampere aus. Sollte im künftigen Produktionsbetrieb eine Erweiterung erforderlich sein, können zusätzliche Komponenten, wie beispielsweise weitere Module des Omus, jederzeit auf freie Kontaktierungsflächen des CrossBoards aufgerastet werden – ganz ohne Umbaumaßnahmen oder Anpassung von Abdeckungen.
Nutzen für
die Praxis



















