Zeitenwende

Zeitenwende

Digitaler Darwinismus entsteht, wenn sich Technologien und die Gesellschaft schneller verändern als die Fähigkeit von Unternehmen, sich diesen Veränderungen anzupassen. Diese These stammt nicht von mir, sondern von Karl-Heinz Land, Gründer der Kölner Strategieberatung Neuland, der sich selber auch als digitalen Darwinisten und Evangelisten bezeichnet.
Kürzlich durfte ich Karl-Heinz Land als Keynote Speaker im Rahmen einer Firmenveranstaltung erleben. Als guter Evangelist hielt er natürlich auch eine frohe Botschaft für seine Zuhörer parat: „Du kannst etwas tun. Aber die Hoffnung, dass alles an uns vorbei geht, ist keine Strategie.“ Land sieht die dringende Notwendigkeit für Unternehmen, in neuen Wertschöpfungsketten zu denken, damit sie auch künftig am Markt bestehen können. Dabei seien Daten heute der Dampf, der diese industrielle Revolution vorantreibt. Schon jetzt gebe es vielfach eine Korrelation zwischen digitaler Fitness und der finanziellen Performanz von Firmen. „Die Offline- und Online-Welt gehören untrennbar zusammen. Entscheidend ist nicht, welche Welt wir am meisten mögen, sondern in welcher Welt unser Kunde uns gerade erreichen möchte. Wenn er versucht, uns in der Online-Welt zu erreichen, und wir haben dort keine Vertretung, sucht er sich einen neuen Lieferanten“, ist Land überzeugt. Und was bedeutet dies nun für den Schaltanlagenbau? „Der größte Fehler, den man im Moment begehen kann, ist nichts zu tun“, sagt Maximilian Brandl, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Eplan, in einem Beitrag über das Smart Engineering and Production 4.0-Projekt, den Sie ab Seite 68 im aktuellen Heft nachlesen können. Die Zusammenarbeit dreier führender Lösungsanbieter für den Schaltschrankbau in dieser Initiative zeigt, dass hier eine Zeitenwende begonnen hat. „Niemand bedient den Markt des Schaltschrankbaus komplett allein. Insofern ist es essentiell, dass man zusammenarbeitet und gemeinsam Lösungen findet, die sich dann standardisieren und verallgemeinern lassen“, bemerkt auch Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer F&E bei Rittal. Standards, also eine gemeinsame Basis, auf der alle miteinander kommunizieren können, sind durchaus bereits vorhanden – ob diese nun Automation ML, eCl@ss Advanced, oder wie auch immer heißen. Auf diesen lässt sich eine digitale Strategie für eine zukunftsorientierte Schaltanlagenfertigung aufsetzen – und ein Anfang wäre gemacht. In der Hoffnung, dass Sie in der aktuellen SCHALTSCHRANKBAU-Ausgabe die richtigen Lösungen – analog wie digital – für Ihre tägliche Arbeit finden, wünsche ich Ihnen eine interessante Lektüre. Kommen Sie gut durch den Sommer!

Ihr Jürgen Wirtz

jwirtz@schaltschrankbau-magazin.de

www.sps-magazin.de

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Bild: ©greenbutterfly/stock.adobe.com
Bild: ©greenbutterfly/stock.adobe.com
Damit’s auf dem 
Hochvolt-Prüfstand läuft

Damit’s auf dem Hochvolt-Prüfstand läuft

Der Trend zur E-Mobilität ist im wahrsten Sinne des Wortes hochspannend. Um die Wünsche der E-Autokunden nach hoher Reichweite mit möglichst kurzen Ladezeiten und dynamischen Fahrleistungen zu erfüllen, geht der Trend in Richtung immer höherer Systemspannungen im Antriebsstrang. Mess- und Prüftechnik für die E-Mobilität verlangt den installierten Geräten daher Höchstleistungen ab.

Bild: Alfra GmbH
Bild: Alfra GmbH
Viel mehr als Löcher

Viel mehr als Löcher

„Wir machen Löcher“. So stellte die Werkzeugmanufaktur Alfra auf ihrer ehemaligen Homepage einen der Kernbereiche des Unternehmens dar. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn Loch ist nicht gleich Loch und stellt Entwickler und Konstrukteure vor vielfältige Herausforderungen. Alfra, die laut eigenen Angaben als Erfinderin des Dreispalt-Blechlochers gilt, vertreibt bereits seit Ende der 70er Jahre entsprechende Betätigungshilfen für ihr Locher-Sortiment. Dazu gehören auch hydraulische Handstanzen. Wie alle Geräte aus dem Firmenprogramm werden diese ständig den Erfordernissen der Schaltschrankbaubranche angepasst. Momentan steht erneut ein Update für diese Produktlinie an.

Bild: ZVEH
Bild: ZVEH
ZVEH-Jahrestagung 2022

ZVEH-Jahrestagung 2022

Nachdem die ZVEH-Jahrestagung als Präsenzveranstaltung zwei Jahre lang pandemiebedingt ausgefallen war, kamen die Elektrohandwerke und ihre Partner aus Industrie und Großhandel vom 8. bis zum 10. Juni in Wiesbaden zusammen.

Bild: EPA GmbH
Bild: EPA GmbH
Ein- und Ausschalten 
ohne FI-Auslösungen

Ein- und Ausschalten ohne FI-Auslösungen

Die Firma EPA bietet mit den neuen NF-KC-LKY-Modellen eine Netzfiltergeneration, die serienmäßig mit der PreLeak Technology ausgestattet ist. Dadurch ist es erstmals möglich, Maschinen und Anlagen ein- und auch auszuschalten, ohne dass der Fehlerstrom-Schutzschalter ungewollt auslöst. Grund hierfür ist, dass die Filter weder beim Zu- noch beim Abschalten einen Differenzstromimpuls erzeugen.

Anzeige

Anzeige

Anzeige