Gestaffelte Möglichkeiten zur Individualisierung
Von der Idee zur kundenspezifischen Lösung
Wenn ein Anwender mit Standardprodukten nicht weiterkommt, da seine Applikation ganz bestimmte Funktionsmerkmale aufweisen soll, beispielsweise wenn ein Schaltschrank-Modul zusätzliche Signalausgänge benötigt, hat er folgende Möglichkeiten: Er kann eigene Entwicklungen anstoßen - das kostet interne Ressourcen und Zeit. Oder er kann externe Partner mit einem Entwicklungsprojekt beauftragen - das oft mit hohen Kosten und schwer kalkulierbaren Risiken verbunden ist.
Bild 1 | Geöffnetes Eingangsmoduls MR-DI4 IP65 mit Anschlüssen für die LED-Anzeigen auf der rechten Seite
Bild 1 | Geöffnetes Eingangsmoduls MR-DI4 IP65 mit Anschlüssen für die LED-Anzeigen auf der rechten SeiteBild: METZ CONNECT GmbH

Bisher gab es wenig Optionen, die dazwischen lagen. Metz Connect hat diese Lücke nun geschlossen und bietet für sein Produkt- und Lösungsportfolio gestaffelte Möglichkeiten zur Individualisierung an. Innerhalb des Bereichs Customline setzen die Experten die Ideen der Kunden in Anschluss- und Gehäuselösungen um. Kunden, die für ihre Aufgabenstellung bestimmte Funktionsmerkmale benötigen, können bei Metz Connect einfach per Anfrage ein entsprechendes Entwicklungsprojekt starten. Grundsätzlich sind zwei Optionen denkbar: Bei einer exklusiven Produktentwicklung erhält der Kunde die alleinigen Nutzungsrechte von Metz Connect. Die Entwicklungskosten werden in diesem Fall vom Kunden getragen. Daneben gibt es die Möglichkeit, dass sich aus einem Entwicklungsprojekt eine Lösung ergibt, die sich in das Standard-Produktportfolio (Baseline) überführen lässt. Wenn der Kunde damit einverstanden ist, die Nutzungsrechte abzutreten, kann Metz Connect in diesem Fall die Entwicklungskosten ganz oder anteilig übernehmen.

Gestaffelte Individualisierung in drei Levels

Das Konzept vom Standardprodukt bis hin zur individuellen Lösung gliedert sich in die drei Bereiche: Baseline, Brandline und Customline. Im Rahmen seiner Baseline-Produkte werden die Anforderungen bereits abgedeckt. Bei diesen Produkten handelt sich um Standardlösungen, die schnell, unkompliziert und kostengünstig verfügbar sind. Sie müssen nicht weiter individualisiert bzw. modifiziert, sondern können unmittelbar appliziert werden. Bei Brandline-Produkten ist der Individualisierungsgrad höher: Hier werden individuelle Farbwünsche und Bedruckungsanforderungen der Kunden umgesetzt. Außerdem ist hier die Integration von LEDs oder einer Handebene denkbar.

In der in der Industrie- und Gebäudeautomation nimmt die Nachfrage nach Speziallösungen jedoch immer weiter zu. Das ist der Moment, in dem Metz Connect die Vorteile der Customline ausspielen kann. Ein weiterer Vorteil sind hier seine Expertise in der Elektronik- und Softwareentwicklung sowie der Leiterplattenfertigung. Sowohl die Elektronik als auch die Software kommen aus einer Hand, wobei sich die Experten aus den Abteilungen Software- und Elektronik-Entwicklung um sämtliche Entwicklungsphasen kümmern – von der Idee bis zum fertigen Produkt. Die Wertschöpfungstiefe reicht von der Leiterplatten-Anschlusstechnik und -bestückung über die Gehäusefertigung bis hin zur kompletten Gerätemontage. Die entsprechenden Produktionsanlagen einschließlich Prüflabor bieten gute Bedingungen für individuelle Kundenentwicklungen. Ein Beispiel einer solchen kundenspezifischen Entwicklung, die in das Standardsortiment (Baseline) überführt wurde, ist die Erweiterung des digitalen Modbus RTU Eingangsmoduls MR-DI4 IP65 um zwei externe dreifarbige LED-Anzeigen. Damit kann der Anwender den Zustand z.B. von Brandschutzklappen direkt am Sensor/Aktor visualisieren. Die Brandschutz- bzw. Brandmelde- oder Entrauchungstechnik ist in der Gebäudeautomation einer der wichtigsten Regelwerke. Eine Komponente in diesem Regelwerk sind z.B. Brandschutzklappen. Zur Erfassung der Klappen sind z.B. digitale Eingänge notwendig. Gleichzeitig sollen die Klappen durch die Stellantriebe mittels digitalen Ausga?ngen angesteuert werden.

Bild 2 | Schematische Darstellung der Lösung zur Visualisierung des 
Zustands von Brandschutzklappen
Bild 2 | Schematische Darstellung der Lösung zur Visualisierung des Zustands von BrandschutzklappenBild: METZ CONNECT GmbH

Zustandsinformationen visualisieren

Das Erfassen von digitalen Signalen, die z.B. den Zustand von Endlageschaltern, Positionen von Stellgliedern oder Lüftungsklappen abbilden, gehören in der Automation zu den wichtigsten Aufgaben der Datenerfassung. Mit den erfassten digitalen oder analogen Signalen lassen sich Anlagen, Gebäude und Infrastrukturen steuern und regeln. Nicht selten werden auch einfache Visualisierungen direkt vor Ort eines Aktors oder Sensors benötigt, die den Zustand z.B. einer Klappe signalisieren. Für diese Zwecke hat Metz Connect im Rahmen seiner Customline-Services das 4-kanalige digitale Modbus RTU Eingangsmodul MR-DI4 IP65 um zwei Schnittstellen für den Anschluss externer dreifarbiger LED-Anzeigen erweitert. Die Anzeigemodule werden mit handelsüblichen RJ45-UTP-Patchkabeln oder Installationskabeln an das MR-DI4 IP65 angeschlossen. Dabei kann die Länge der RJ45-Zuleitungen zu den abgesetzten LED-Anzeigemodulen große Entfernungen überbrücken. Das ist möglich, weil das 24-V-LED-Steuersignal von der Betriebsspannung des MR-DI4 IP65 Moduls abgegriffen wird. Die Signalisierung ist unabhängig von der Software und erfolgt über die angeschlossenen potentialfreien Kontakte.

LED-Anzeigen hilfreich für Inbetriebnahme und Wartung

Bild 1 zeigt ein Beispiel für die Überwachung von zwei Brandschutzklappen. Bild 2 zeigt die gerätetechnische Ausführung. Wenn keine digitalen Eingänge für die Endlageschalter geschlossen sind, leuchten die externen Anzeigen LED gelb. Ist der Kanal „Open“ geschlossen, leuchten die LEDs grün. Bei geschlossenem Kanal „Close“ leuchten die LEDs rot. So ist der Zustand der Brandschutzklappe sofort erkennbar. Diese Funktionalität ist besonders bei der Inbetriebnahme, bei Wartungsarbeiten oder regelmäßigen Funktionskontrollen hilfreich. Die Zustände der digitalen Eingänge können auch über das Modbus RTU-Protokoll abgefragt werden.

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Bernstein AG
Bild: Bernstein AG
Ab in die Presse?

Ab in die Presse?

Millionen Tonnen Abfall produzieren allein die Deutschen pro Jahr – wenn man die Menge in Abfallsammelfahrzeuge laden und diese hintereinanderstellen würde, reichten sie einmal komplett um die Erde. Die Firma Ludden & Mennekes konzipiert, konstruiert und realisiert als auf Umwelttechnik spezialisierter Maschinenbauprofi Anlagen für den Einsatz in der Entsorgungsindustrie. Für eine Serie davon setzte das Unternehmen auf smarte Sicherheitstechnik und holte sich dafür die Firma Bernstein als Partner zur Seite.

Bild: Weidmüller GmbH & Co. KG
Bild: Weidmüller GmbH & Co. KG
Mehr Platz, Sicherheit 
und Übersichtlichkeit

Mehr Platz, Sicherheit und Übersichtlichkeit

Platz im Schaltschrank ist schon lange rar und daher heiß begehrt. Zunehmend komplexere Anforderungen an die Automatisierungsprozesse
und steigende Ansprüche an die Überwachung und Betriebsdatenerfassung führen in der Leittechnik zudem dazu, dass die Anzahl der Sensoren und Messgeräte im Feld kontinuierlich zunimmt – und natürlich dürfen Übersichtlichkeit, Sicherheit und Handhabung nicht leiden. Bei der Modernisierung der Schaltanlage ihrer Fertigung arbeitet die Covestro unter anderem mit dem Schaltschrankspezialisten SBM Steuerungsbau- und Montage zusammen. Um die zum Teil erhöhten Kundenanforderungen zu verwirklichen, setzen sie unter anderem auf die Reihenklemmen für die Rangierverteilung (PRV) von Weidmüller. Damit lässt sich ein kompakter und gleichzeitig übersichtlicher Schaltschrankaufbau realisieren.

Bild: HMS Industrial Networks GmbH / ©Gorodenkoff/shutterstock.com
Bild: HMS Industrial Networks GmbH / ©Gorodenkoff/shutterstock.com
Groß träumen, pragmatisch starten

Groß träumen, pragmatisch starten

Das Industrial Internet of Things (IIoT) bietet fantastische Aussichten: Maschinenbauer könnten z.B. über Fernzugriff schneller auf Probleme reagieren, Reisekosten sparen und damit Service günstiger anbieten, neue Geschäftsmodelle entwickeln oder höhere Kundenzufriedenheit generieren. Anlagenbetreiber wiederum würden von höheren Anlagenverfügbarkeiten, optimierten Prozessen und damit einhergehenden Energieeinsparungen sowie vom Support durch externe Experten u.v.m. profitieren. Und dennoch geht die praktische Umsetzung von IIoT nur zögerlich vonstatten. Bedenken gibt es bei Maschinenbauern, Anlagenbetreibern und im Management gleichermaßen. Ließen sich diese durch einfach zu integrierende aber zugleich sichere Lösungen vertreiben, entstünde eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Wie kann das gelingen? Der erfolgreiche Weg zur IIoT-Integration lautet: Groß träumen, pragmatisch starten.